Weiter sieglos: Zwickaus Kampf gegen "dumme Nackenschläge"

Für den FSV Zwickau wird sein weiter wachsender Start-Negativrekord zu einem immer größeren Problem. Auch nach dem achten Saisonspiel stehen die Schwäne durch das 2:2 gegen den Halleschen FC immer noch ohne Sieg da und kommen nicht aus der Abstiegszone heraus. Die Klagen über die mangelnde Effizienz in der Offensive klingen bereits zunehmend nach Durchhalteparolen.

"Lernen daraus"

Auch Führungstorschütze Marco Schikora fiel angesichts der Misere nicht viel mehr als der trotzige Blick nach vorne ein: "Auf dem Platz", sagte der 26-Jährige am MagentaSport-Interview, "hat es sich so angefühlt, dass wir ein ordentliches Spiel gemacht haben und dann so schnelle Gegentore bekommen. Das sind dumme Nackenschläge. Aber wir lernen daraus." Die Lektion sollten die Westsachsen tunlichst rasch verinnerlichen. Denn noch nie zuvor in seiner Drittliga-Geschichte war Zwickau nach den ersten acht Runden ohne Erfolgserlebnis. In den vergangenen fünf Jahren hatte der FSV zum gleichen Zeitpunkt immer mindestens schon zwei Siege auf dem Konto, in den zurückliegenden zwei Spielzeiten sogar drei.

Die Wurzel allen Übels ist die zu geringe Durchschlagskraft im Angriff gepaart mit fehlender Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. In allen fünf Heimspielen erzielte der FSV das 1:0, konnte die Führung aber nie ins Ziel bringen. Bezeichnenderweise avancierte Schikora als nomineller Abwehrspieler durch seinen bereits dritten Saisontreffer zum momentanen Top-Schützen im Kader von Trainer Joe Enochs.

Enochs: "Uns fehlen fünf bis sechs Punkte"

Entsprechend haderte der Coach auch erneut mit den Offensivproblemen seiner Mannschaft. "Es ist brutal, wie effektiv andere Mannschaften gegen uns sind. Halle hat es uns wieder vorgemacht. Wir verzweifeln aber natürlich nicht. Ich hatte mir aber wieder in fünf oder sechs Situationen gewünscht, dass wir ein bisschen mehr Mut zeigen und weiter nach vorne gehen. Daran arbeiten wir, und ich bin sicher, dass wir dann in diesen fünf, sechs Situationen den Ball auch viermal aufs Tor bekommen", sagte der US-Amerikaner auf der Pressekonferenz.

Ins Tor wäre noch besser. Denn vorerst steckt Zwickau in der Gefahrenzone fest. Auch Enochs empfindet die Lage als immer ungemütlicher: "Natürlich fehlen uns fünf bis sechs Punkte auf dem Konto.“ Für Kapitän Johannes Brinkies ist das Rezept gegen die Durststrecke alternativlos. "Ackern, ackern, ackern – ohne Ende", sagte der Torhüter im Vereins-TV: "Uns wird niemand etwas schenken. Wir müssen uns weiter mit allem dagegenstemmen."

Zuversicht auch schon für das anstehende Gastspiel seiner Elf am Samstag bei Aufstiegsanwärter 1860 München schöpft der 50-Jährige aus der offenkundig intakten Moral seiner Spieler nach der zwischenzeitlichen Gästeführung. "Ein Riesenkompliment an meine Spieler, dass sie sich nach dem 1:2 aufgegeben haben", lobte Enochs die schnelle Reaktion mit dem Ausgleich durch Lars Lokotsch nur zwei Minuten später: "Wir haben weiter nach vorne gespielt und hätten am Ende sogar das 3:2 machen können. Aber das wäre dann des Guten vielleicht auch zu viel gewesen." Gut brauchen hätte Zwickau den Erfolg allerdings schon.

   
  • raulgarcia

    Müsste wohl heißen "nicht" aufgegeben ;-)

  • Lodenhool Lodenkai

    "Wir arbeiten dran"…. jaja, die selben Sprüche seit Wochen. Übersetzt in die reale Arbeitswelt: Wir schaufeln den Sandhaufen weg mit ’nem Besenstiel.

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