"Weiß, was möglich ist": SVWW schöpft Hoffnung gegen Bayer 04

Am Samstag kann der SV Wehen Wiesbaden mindestens für 90 Minuten die Sorgen der Liga vergessen. Im DFB-Pokal ist Bayer 04 Leverkusen zur 1. Runde zu Gast. Zwar weiß Wiesbadens Trainer Scherning um die Schwere der Aufgabe, weiß aber aus eigener Erfahrung, was möglich ist.

"Wir können es nicht mehr ändern"

Für den SV Wehen Wiesbaden ist es ein Horrorstart in die neue Saison: zwei Niederlagen, 1:7 Tore, Tabellenletzter. Nun gastiert am Samstag (13 Uhr) ausgerechnet Bayer 04 Leverkusen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Ist der vermeintliche Vorteil, dass der Drittligist bereits Wettkampfpraxis sammeln konnte, dahin? "Ich will das jetzt auch gar nicht auf unsere beiden ersten Spiele beziehen. Das ist ein anderer Wettbewerb. Die sind gespielt und wir können es nicht mehr ändern", sagte Scherning im Mediengespräch vor der Partie. Trotzdem spürt der Trainer einen Funken Hoffnung. Schließlich "hat der Pokal seine eigenen Gesetze". Sein Ziel sei daher nicht nur, "ein gutes Ergebnis zu erzielen, sondern auch eine Runde weiterzukommen".

Um das zu schaffen, brauche es neben einer hervorragenden Leistung seiner Mannschaft auch das nötige Matchglück – und die Unterstützung von den Rängen, die voll besetzt sein werden. "Es ist etwas Besonderes, wenn man in ein volles Stadion einläuft. So eine Kulisse entfacht eine Energie, die sich auch auf die Spieler überträgt. Das hat man gegen Bayern bereits gesehen. Darauf freue ich mich. Es ist ein Aspekt, der zusätzliche Motivation und Kraft verleiht."

"Ich weiß, was in diesem Wettbewerb möglich ist"

Gegen die Bayern reichte es damals knapp nicht zur Sensation. Durch Fatih Kaya glich Wehen binnen sechs Minuten einen 0:2-Rückstand aus, doch Harry Kane sorgte in der vierten Minute der Nachspielzeit für den späten Münchner Sieg. Dagegen hatte Scherning, der bei jenem Pokalspiel gegen die Bayern noch nicht Wiesbadens Trainer war, 2020/21 als Coach des VfL Osnabrück. Der damalige Drittligist warf den Zweitliga-Absteiger im DFB-Pokal mit 2:0 direkt in der ersten Runde aus dem Wettbewerb.

"Ich kann immer nur von früher reden und berichten. Ich weiß, was in diesem Wettbewerb möglich ist", sagte Scherning und verwies auf ein weiteres Beispiel: "Das hat man bei Arminia Bielefeld vor zwei Jahren gesehen, als sie mit Emotionalität, Leidenschaft und Spielglück bis ins Finale gekommen sind. Davon habe ich in dieser Woche gesprochen, um den Glauben zu vermitteln."

"Ich glaube, die Zeit ist vorbei"

Die Vorbereitung auf den Gegner fällt allerdings etwas schwieriger aus als gewohnt. Mit Carles Martínez Novell hat die Werkself einen neuen Trainer, zudem fehlen Wettkampf-Eindrücke. Dass Leverkusen die Hessen unterschätzt, davon geht der 42-Jährige derweil nicht aus: "Ich glaube, die Zeit ist vorbei, in der sich ein Bundesligist auf den ersten Spieltag in der Bundesliga noch vorbereitet. Die bereiten sich immer auf den ersten Spieltag im Pokal vor und nehmen das sehr ernst."

Durch den Wechsel an der Seitenlinie versuche Leverkusen "schon so ein bisschen auch die Art und Weise zu verändern". Auf dem Platz stehen "schnelle, spielstarke Spieler", die Systematik sei "sehr variabel, eher am 4-3-3 orientiert". Besonders auf den Außenbahnen verfüge Bayer 04 über "schnelle und dribbelstarke Akteure" sowie gute Halbraumspieler, die beispielsweise Ibrahim Maza im Zentrum einsetzen können.

Hercher verletzt – Umstellung auf Viererkette?

Scherning selbst muss auf Philipp Hercher verzichten, der aufgrund leichter muskulärer Probleme ausfällt. Florian Hübner, der zuletzt wegen einer Kapselverletzung im Fuß pausieren musste, ist dagegen wieder teilweise ins Mannschaftstraining eingestiegen. Wie Wiesbaden Hercher ersetzen wird, ist noch offen. Möglich wäre auch eine Umstellung auf ein 4-4-2 statt der zuletzt praktizierten Dreierkette. Darüber hinaus könnte Ben Nink für eine defensivere Variante sorgen, während Simon Stehle oder Robin Kalem offensivere Optionen wären.

   

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