"Weiß nicht, was wir verbrochen haben": FSV-Frust nach Pleite

Den Auftakt ins neue Jahr hat der FSV Zwickau auf überaus bittere Weise in den Sand gesetzt: Nach einem frühen Gegentor und einer schwachen Chancenverwertung unterlagen die Schwäne dem VfB Oldenburg am Freitag mit 0:1 und bleiben nach der zehnten Niederlage im Keller hängen. Der Frust war groß.

"Bin echt angefressen"

6:1 Schüsse auf das Tor, 60 Prozent Ballbesitz und 12:0 Ecken: Wie der FSV Zwickau diese Partie verlieren konnte, ist anhand der Statistik kaum zu erklären. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Westsachsen drauf und dran mindestens ein Tor zu erzielen, scheiterten aber immer wieder. Die beste Gelegenheit hatte Johan Gomez zwei Minuten vor dem Ende per Elfmeter, nachdem Oliver Steurer den Ball im Strafraum mit der Hand geblockt hatte. Doch dem US-Amerikaner versagten die Nerven, er schoss knapp neben dem rechten Pfosten vorbei.

Sehr zum Bedauern von Trainer Joe Enochs: "Ich ziehe meinen Hut davor, dass er Verantwortung übernimmt. Aber wenn er den Elfmeter schießt, muss er ihn rein machen", haderte der Chefcoach bei "MagentaSport" mit dem 21-Jährigen, der nach Spielende Tränen in den Augen hatten. "Wenn wir einen Elfmeter bekommen und auch den nicht reinmachen, ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen. Dann bekommen wir Probleme", sagte Enochs und meinte: "Wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können ohne ein Tor zu schießen. Allein das Eckenverhältnis spricht Bände." Die Partie trotz eines deutlichen Chancenübergewichts zu verlieren, sei "extrem bitter", gab er offen zu. "Gerade gegen direkte Gegner brauchen wir Punkte. Ich bin echt angefressen. Es ist zum Verzweifeln."

Ärger über Gegentor

Wiesen beide Teams vor der Partie noch dieselbe Punktezahl und Tordifferenz auf, hat sich der VfB nun um drei Zähler von den Westsachsen distanziert und belegt vorerst Rang 14, während die Schwäne weiterhin unter dem Strich rangieren und im Laufe des Spieltages noch weiter abrutschen könnten. "Solche Spiele entscheiden darüber, ob man die Klasse hält oder nicht", mahnte Enochs. Auch Yannic Voigt stellte im Vereins-TV fest: "Wenn du in der Liga bleiben willst, musst du in solchen Spielen drei Punkte holen."

Vor diesem Hintergrund dürfen auch Gegentore wie das am Freitagabend, als sich Oldenburgs Kebba Badjie nach drei Minuten durch die komplette Zwickauer Hintermannschaft dribbelte und gleich fünf Verteidiger aussteigen ließ, bevor er einnetzte, nicht fallen. "Das Gegentor hätte mehrmals verhindert werden können", merkte der FSV-Coach an. Sah auch Davy Frick im Vereins-TV so: "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben, dass wir bei einer Chance direkt gegen das Gegentor bekommen."

"Lassen die Köpfte nicht hängen"

Hinten einmal geschlafen und vorne ohne die letzte Durchschlagskraft: "Ich spreche keinem ab, das er es nicht wollte, aber wir müssen uns extrem verbessern", forderte Enochs. Leichter wird es für die Schwäne allerdings nicht, am Samstag in einer Woche geht es zum TSV 1860 München. Für Abhilfe könnten Neuzugänge sorgen, die der FSV durch die erbrachten Nachweise zur Nachlizenzierung in Kürze nun verpflichten darf. "Wir lassen die Köpfe nicht hängen und werden uns nicht zerfleischen", gab Frick die Richtung vor, nachdem es im Anschluss an die Partie Pfiffe von den Rängen gegeben hatte.

   
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