"Weichen für die neue Spielzeit stellen": MSV entlässt Schommers

Was am Montagabend bereits durchgesickert war, ist nun offiziell bestätigt: Der MSV Duisburg hat vier Spieltage vor Saisonende die Reißleine gezogen und sich von Trainer Boris Schommers getrennt. Auch die Co-Trainer Philipp Klug und Sidney Sam müssen gehen. Für die restliche Spiele setzen die Zebras auf eine interne Lösung aus NLZ-Chef Uwe Schubert und Teammanager Branimir Bajic.

MSV will "Neuaufbau offensiv starten"

Mit der Freistellung von Schommers reagieren die Meidericher auf die ausbleibenden Ergebnisse der letzten Wochen und den fast besiegelten Abstieg. Nach 34 Spieltagen belegen die Zebras mit nur 30 Punkten den 17. Tabellenplatz und haben bereits acht Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Hinzukommt die um elf Treffer schlechtere Tordifferenz. Aus den letzten vier Partien holte Duisburg lediglich einen Zähler, wodurch sämtliche realistische Chancen auf den Klassenerhalt verspielt wurden. Bereits am kommenden Samstag könnte der Abstieg besiegelt sein.

"Wir müssen jetzt die Weichen für die neue Spielzeit stellen und den Neuaufbau offensiv starten. Dazu gehört die Entscheidung, nicht mit Boris Schommers in die Saison 2024/25 zu gehen“, erläutert Geschäftsführer Michael Preetz. "Bei Boris, Philipp und Sidney möchten wir uns herzlich für Ihre Zeit in ZebraStreifen bedanken und dürfen ihnen für ihre Zukunft alles Gute, Glück und Erfolg wünschen."

Nur sechs Siege in 25 Spielen

Schommers hatte den MSV im vergangenen Oktober als dritter Coach in dieser Saison nach Torsten Ziegner und Engin Vural übernommen. Nach einem Fehlstart mit nur einem Punkt aus den ersten sechs Partien samt Aus im Landespokal bei Oberligist KFC Uerdingen gelang es dem 45-Jährigen, die Mannschaft vor der Winterpause zu stabilisieren und eine kleine Euphorie auszulösen (acht Zähler aus vier Spielen), ehe das neue Jahr mit drei Niederlagen aus den ersten vier Partien ernüchternd startete.

Danach führte Schommers die Zebras zu zwölf Punkten in sechs Partien, bevor der Trend in den letzten vier Partien wieder deutlich nach unten zeigte. Insgesamt stand der 45-Jährige in 25 Partien an der Seitenlinie – bei nur sechs Siegen und vier Unentschieden, was einen Punkteschnitt von lediglich 0,92 bedeutet. Damit sortiert er sich noch hinter Torsten Ziegner (1,2), Hagen Schmidt (1,36) und Pavel Dotchev (1,38) ein. Nur Gino Lettieri wies in den letzten Jahren eine noch schlechtere Bilanz auf (0,83).

Interne Lösung bis Saisonende

Bis zum Saisonende übernehmen nun NLZ-Chef Uwe Schubert und Teammanager Branimir Bajic. "Uwe Schubert und Branimir Bajic haben bereits in der Vergangenheit sehr gute Arbeit für den MSV geleistet und haben sich jetzt bereit erklärt, die Mannschaft für diese vier Spiele zu übernehmen. Sie werden auch in der kommenden Saison ihre wichtige Rolle beim MSV einnehmen", betont Preetz.

In den verbleibenden Partien wird es nun weniger darum gehen, noch das von Schommers beschworene "Wunder von Duisburg" zu erreichen, sondern die Saison in Würde zu Ende zu bringen. Wie es in der kommenden Spielzeit – sehr wahrscheinlich in der Regionalliga – weitergehen wird, ist noch offen. Der Vertrag von Schommers wäre zum 30. Juni ausgelaufen und nur bei Klassenerhalt verlängert worden. Nun ist dieses Thema ohnehin vom Tisch.

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