Wehen Wiesbaden: Ungeahnte Comeback-Qualität

Der SV Wehen Wiesbaden konnte am 35. Spieltag einen wichtigen 3:1-Auswärtssieg bei Hansa Rostock feiern. Dabei sah es bis zur 80. Minute nicht unbedingt nach einem Dreier für die Hessen aus. Zumal man bei Rückstand in dieser Saison bislang nur dreimal etwas Zählbares mitnehmen konnte, ein einziges Mal sprang noch ein Sieg heraus. Und das jeweils in Heimspielen. In den letzten zehn Minuten drehte der SVWW aber das Spiel und hat nun bei noch neun zu vergebenen Punkten acht Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Früher Rückstand

Vor dem Spiel war SVWW-Trainer Rüdiger Rehm zu zwei Veränderungen gegenüber den letzten beiden Spielen gezwungen. Sebastian Mrowca (muskuläre Probleme) und Robert Andrich (krank) mussten draußen bleiben, für sie begannen Vladimir Kovac und Patrick Funk. Die erste Chance des Spiels führte gleich zum ersten Treffer des Spiels. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß war die Defensive des SVWW unaufmerksam. Maximilian Ahlschwede konnte seelenruhig flanken und fand in der Mitte Stephan Andrist (9. Minute). Die Hessen waren um eine schnelle Antwort bemüht. Den Schuss von Patrick Mayer konnte Marcel Schuhen im Tor der Rostocker aber über die Latte lenken (15.). Rostock zog sich weiter zurück und lauerte auf Kontersituationen, die es auch gab. Christian Dorda spielte von links einen Pass in den Rückraum auf Tobias Jänicke. Der Ex-SVWW-Spieler verzog den Ball aber aus elf Metern über den Kasten (27.). Auf der Gegenseite gab es die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich. Nach einer Ecke brachte Patrick Funk den Ball aus fünf Metern aber nicht im Tor unter (30.). Neun Minuten später zappelte der Ball im Rostocker Netz. Dem Hackentreffer von Mayer verweigerte Schiedsrichter Bläser aber die Anerkennung wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung. Somit blieb es zur Pause bei der knappen Führung der Hausherren.

Patrick Breitkreuz wird zum Matchwinner

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten erneut die Hessen eine große Möglichkeit zum Ausgleich. Nach einem Freistoß überwand Mayer mit seinem Versuch Schuhen, für den bereits geschlagenen Torhüter klärte Markus Hoffmann aber auf der Linie (50.). Innerhalb von zwei Minuten vergab Jänicke zweimal aus kurzer Distanz den zweiten Treffer der Gastgeber (51. und 53.). Auch die Hessen hatten weiterhin Chancen. So vergab Philipp Müller aus elf Metern freistehend (55.). Weitere Torchancen waren zunächst Mangelware. Der SVWW hatte zwar ein klares spielerisches Übergewicht, gegen die sehr tief stehenden Rostocker gab es aber lange kein Durchkommen. Stattdessen hätte Andrist mit seinem zweiten Treffer das Spiel wohl vorentscheiden können. Sein Lupfer allein vor Kolke ging aber über den Kasten (81.). Quasi im Gegenzug fiel dann doch der verdiente Ausgleichstreffer: einen langen Ball von Niklas Dams leitete der eingewechselte Patrick Breitkreuz den Ball weiter zu Funk. Allein vor Schuhen behielt der Mannschaftskapitän die Nerven (83.). In der 89. Minute hatte Rostock die Möglichkeit zurückzuschlagen. Nach einer Flanke von Soufian Benyamina brachte Timo Gebhart den Ball aber nicht zwingend genug aufs Tor. Anders dagegen die Hessen. Jules Schwadorf schickte Breitkreuz auf die Reise, der den Ball gegen zwei Gegenspieler behaupten konnte. Seine Flanke fand in der Mitte den nachgerückten Manuel Schäffler, der mühelos zum 2:1 einköpfte (90.). Und damit nicht genug: diesmal waren die Rollen beim Treffer zum 3:1 vertauscht. Schäffler bediente Breitkreuz mit einem Steilpass, der allein vor Schuhen einschob (93.). Damit war Breitkreuz nach seiner Einwechslung an allen drei Toren beteiligt.

Klassenerhalt rechnerisch noch nicht sicher

"Das streiche ich mir im Kalender an. Allzu oft kam das ja noch nicht vor“, freute sich SVWW-Mannschaftskapitän Patrick Funk über seinen ersten Saisontreffer. "Je länger das Spiel ging, sind wir besser ins Spiel gekommen, haben die Zweikämpfe angenommen und wollten unbedingt. Das zeigt einfach auch den Charakter der Mannschaft.“ Die Bedeutung des 3:1-Auswärtserfolgs wird auch beim Blick auf die Tabelle sichtbar. Drei Spieltage vor Schluss ist der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Punkte angewachsen. "Bremen hat Unentschieden gespielt. Von daher ist es rechnerisch noch nicht durch. Aber gerade da sieht man, dass heute die drei Punkte enorm wichtig waren“, so Manuel Schäffler, der nun zehn Saisontore erzielt hat. "Wenn das 2:0 fällt ist der Deckel drauf. Das hat Hansa zum Glück nicht gemacht. Dann konnten wir den Druck weiter hoch halten und haben den Ausgleich erzielt. Dass dann in den letzten zehn Minuten uns noch der Siegtreffer bzw. das 3:1 gelingt, ist natürlich umso schöner“, freut sich Rüdiger Rehm auf der Pressekonferenz nach dem Spiel über die am Ende erfolgreiche Schlussphase.

   
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