Wehen Wiesbaden schlägt Leipzig, Kiel bleibt auf dem Vormarsch

Nachdem sich gestern zum Auftakt des 6. Spieltags der Hallesche FC mit 2:1 bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart durchsetzen konnte, fanden heute die restlichen neun Spiele statt, darunter einige echte Highlights. Gleich sechs Teams aus der oberen Tabellenhälfte trafen in direkten Duellen aufeinander. Im Topspiel des Tages setzte sich Tabellenführer SV Wehen-Wiesbaden gegen den Tabellendritten RB Leipzig mit 2:1 durch. Holstein Kiel bleibt nach einem verdienten 2:1-Erfolg gegen Wacker Burghausen die Überraschung der Saison. Heidenheim hält mit dem 2:0 über Hansa Rostock den Anschluss, Preußen Münster kommt gegen den SV Elversberg ebenso wenig über ein Remis hinaus wie der VfL Osnabrück gegen die Stutgarter Kickers.

Wehen entscheidet Topspiel für sich

Zunächst der Blick nach Wehen-Wiesbaden: Beide Mannschaften konnten ihr schnelles Spiel zunächst nicht zeigen, das Geschehen spielte sich vor allem im Mittelfeld ab. Als Mitte der ersten Hälfte die Gäste aus Leipzig scheinbar langsam das Heft in die Hand genommen haben, ging der SVWW mit der ersten echten Chance überraschend in Führung. Nils-Ole Book verwertete Vunguidicas Vorarbeit (23.). Keine Viertelstunde später dann das 2:0. Diesmal köpfte Vidovic nach Freistoß von Book ein. Mit dem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeit. Die Leipziger nahmen sich in der zweiten Hälfte nun einiges vor. Folgerichtig fiel nach einer tollen Einzelaktion von Schulz der Anschlusstreffer (59.). Leipzig versuchte nun alles, der zweite Treffer wollte jedoch nicht mehr fallen. Wehen-Wiesbaden bleibt das Maß aller Dinge in der 3. Liga, Leipzig rutscht nach der ersten Saisonniederlage von den Aufstiegsplätzen ab.

Kiel setzt sich auf Rang zwei fest

Auch Holstein Kiel feiert seinen nächsten Saisonsieg. Der Aufsteiger, bislang die Überrachungsmannschaft der Saison, legte auch im Duell gegen den Tabellenletzten Wacker Burghausen los wie die Feuerwehr. Nach einem schönen Angriff über Krause und Kazior schob Heider zum 1:0 ein (13.). Holstein blieb auch in der Folge die bessere Mannschaft und erzielte zehn Minuten nach dem Führungstreffer das verdiente 2:0. Wetter legte einen Kazior-Freistoß in die Mitte ab, wo Johansen goldrichtig steht und den Ball in die Maschen hämmert. Völlig überraschend kam Wacker dann aber wieder zurück in die Partie: Thee luchst Wetter den Ball ab und spielte weiter auf Kulabas, der frei durch war und Riedmüller keine Abwehrchance ließ. Mit einem aus Burghausener Sicht sehr schmeichelhaften 1:2 ging es dann in die Pause. Danach wurde das Spiel etwas überraschend ausgeglichener. Die Störche schalteten mehrere Gänge zurück und blieben offensiv sehr harmlos, machten sich das Leben zudem selbst unnötig schwer. Dank Burghausens schwacher Chancenverwertung blieb es am Ende aber bei einem verdienten 2:1-Erfolg für Holstein Kiel.

Heidenheim meldet sich zurück

Im Duell zwischen dem Tabellenvierten Heidenheim und -sechsten Rostock passierte in den ersten 45 Minuten so gut wie nichts: Der FCH war die insgesamt etwas bessere Mannschaft, konnte sich aber ebenso wie die Gäste zunächst keine gefährlichen Torchancen erspielen. Einziger Aufreger in der ersten Hälfte war Grupes hartes Einsteigen an Schnatterer, Heidenheims Stratege konnte nach kurzer Behandlungspause jedoch weitermachen. Die 8.500 Zuschauer erlebten aber auch in der zweiten Halbzeit kein schönes Fußballspiel. Ein torloses Unentschieden blieb ihnen zu ihrer Freude aber dennoch verwehrt. Nach einem umstrittenen Foul an Niederlechner zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, Schnatterer ließ sich nicht zweimal bitten und brachte den FC Heidenheim mit 1:0 in Front (68.). Von nun an war etwas mehr Pfeffer im Spiel. Hansa wollte den Ausgleich, scheiterte aber an der Latte (73.). Zehn Minuten später hieß es dann aber erneut Elfmeter für Heidenheim, Schnatterer nutzte diesen erneut souverän.

Osnabrück schafft in letzter Sekunde den Ausgleich

Die Osnabrücker konnten ihrer Favoritenrolle gegen den Tabellenvorletzten aus Stuttgart nicht so gerecht werden wie von vielen erwartet. Inmitten einer Kickers-Drangphase ging die Walpurgis-Elf aber dennoch in Führung. Nach einer Flanke von Pisot köpfte Hohnstedt den Ball mustergültig ins Netz (15.). In der Folge wurde die Partie ausgeglichener, hochkarätige Torchancen blieben aber Mangelware. Erst in der zweiten Halbzeit nahm die Partie an Fahrt auf: Osnabrück wollte die Vorentscheidung, nutzte die Chancen dazu jedoch nicht – und das sollte sich rächen. Innerhalb von vier Minuten sorgte Álvarez mit einem Doppelschlag plötzlich für die Wende (65., 69.). Die Kickers hatten mit der Führung im Rücken nun Überwasser, konnten die Führung aber dennoch nicht über die Zeit bringen. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff gelang den Lila-Weißen durch einen Schuss von Dercho der umjubelte Ausgleichstreffer.

Duisburg feiert wichtigen Dreier

Auch in dem Duell zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem MSV Duisburg starteten beide Teams etwas verhalten. Duisburg nutzte seine erste echte Torgelegenheit dann aber gleich zur Führung. Wolze schob das Leder nach einem Traumpass von Neuzugang de Wit in die Maschen. In der Folge wurde der Zwangsabsteiger aus der 2. Bundesliga immer besser und hätte durch Onuegbu auf 2:0 erhöhen können, der Schuss des Stürmers knallte jedoch gegen die Latte. Für den zweiten Treffer sorgte dann aber erneut Wolze (39.). Zuvor schwächte sich der MSV allerdings selbst: Bollmann kassierte nach einer Notbremse zurecht die Rote Karte (33.). Erfurt blieb aber auch in Überzahl offensiv viel zu ideenlos und defensiv zu anfällig. Onuegbu besorgte 15 Minuten vor Schluss sogar noch das 3:0 für die Zebras. Simon Brandstetter betrieb kurz vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik (88.).

Krohne rettet Preußen vor zweiter Saisonpleite

Preußen Münster konnte bei seiner „Mission Wiedergutmachung“ gegen den SV Elversberg zunächst nicht überzeugen. Zwar hätte die Dotchev-Elf durch Bischoff per Elfmeter in Führung gehen müssen, dennoch blieb sie offensiv zu harmlos. Im Gegenzug dann das 1:0 für den Aufsteiger. Neuzugang Zimmermann legte quer auf Vaccaro, der hatte keine Mühe, den Ball in Masuchs Gehäuse einzuschieben. Zur Pause brachte Dotchev Kara für Piossek – und bewies damit ein goldenes Händchen. Zwei Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, da nutzte der Türke Taylors Vorarbeit aus – 1:1. Die Preußen wollten nun die Führung, wirkten aber trotz der Umstellung auf ein offensiveres 4-2-3-1-System zu kreativ- und ideenlos. Aus dem Nichts dann der Schock für die Adlerträger: Wenige Minuten vor Schluss brachte Luz Elversberg wieder in Führung. Für den ersten Dreier der Saison reichte es dennoch nicht: Rogier Krohne sorgte in der 88. Minute für den erneuten Ausgleich. Wirklich zufrieden mit dem Ergebnis ist am Ende allerdings niemand.

Außerdem besiegte die SpVgg Unterhaching den 1. FC Saarbrücken mit 3:1, der Chemnitzer FC und Jahn Regensburg siegten jeweils mit 2:0 gegen Borussia Dortmund II bzw. den SV Darmstadt.

 

FOTO: GEPA pictures/ Roger Petzsche

   

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