Wegen Türkgücü-Hängepartie: Drittligisten üben Kritik am DFB

Kann der Spielbetrieb bei Türkgücü München bis zum Saisonende fortgeführt werden, oder werden alle Spiele annulliert? Diese Frage beschäftigt derzeit die ganze 3. Liga. Neben der Ungewissheit ist es aber auch das Agieren des DFB, das bei vielen Drittligisten auf Kritik stößt.

"Man muss sich schon fragen"

Auch wenn 1860 München von einem vorzeitigen Aus des Stadtrivalen profitieren würden, nur einen Punkt abgezogen bekäme und den Rückstand auf die Spitzenplätze somit verkürzen würde, sparte Sportchef Günther Gorenzel am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin nicht mit Kritik am Verband: "Man muss sich schon fragen, warum das im zweiten Jahr wieder passiert". Was der Österreicher meint: Bereits in der letzten Saison war mit dem KFC Uerdingen ein Verein während der laufenden Spielzeit nach dem Ausstieg des Ankerinvestors insolvent gegangen. "Da muss man sich hinterfragen, was besser laufen kann und auch über die Sorgfaltspflicht des DFB sprechen", so Gorenzel.

Auch Havelse-Manager Matthias Limbach fragt sich in der "Bild"-Zeitung: "Wie kann es bei so einem strengen Lizenzierungsverfahren überhaupt dazu kommen?" In der 3. Liga herrsche "leider viel Unvernunft". Dass es dann den "einen oder anderen erwischt", sei nicht überraschend. "Es müssen sich allerdings alle hinterfragen, wie sie wirtschaften." HFC-Sportchef Ralf Minge schlägt ähnliche Töne an: "Vielleicht hätte man bei der Lizenzvergabe vor der Saison etwas genauer hinschauen sollen oder können, dann wäre es womöglich nicht so weit gekommen."

Schon neun Vereine mussten Insolvenz anmelden

Insgesamt mussten seit Gründung der 3. Liga zur Saison 2008/09 schon neun Vereine Insolvenz anmelden: Rot Weiss Ahlen (2011/11), Alemannia Aachen (2012/13), VfR Aalen, FSV Frankfurt (beide 2016/17), Rot-Weiß Erfurt, Chemnitzer FC (beide 2017/18), 1. FC Kaiserslautern (2019/20), KFC Uerdingen (2020/21) und nun Türkgücü München. Bislang konnten alle Klubs die Saison regulär zu Ende spielen. Entsprechend würde ein vorzeitiges Türkgücü-Aus für ein Novum sorgen – und die 3. Liga kurz vor dem Saisonendspurt in ein Chaos stürzen. Zwar deutet derzeit vieles darauf hin, dass ab Ende März tatsächlich Schluss ist. Doch eine Resthoffnung gibt es noch. liga3-online.de listet vier Szenarien auf, wie Türkgücü die Saison zu Ende spielen könnte.

   

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