Wegen schwacher Heimbilanz: Enochs schlägt Alarm

Die eklatante Heimmisere drückt beim FSV Zwickau vor den Weihnachtsfeiertagen schwer auf das Gemüt. Trainer Joe Enochs malte nach der 0:2-Niederlage gegen Hansa Rostock angesichts der anhaltenden Schwäche auf eigenem Platz sogar schon das Schreckensszenario des Abstiegs an die Wand.

Acht Spiele, sechs Niederlagen

"Wenn wir den Klassenerhalt wollen, müssen wir über unsere Heimspiele kommen", warnte der Coach auf der Pressekonferenz nach der erneuten Mängelleistung seines Teams nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Begegnungen in heimischen Gefilden: "Vier Punkte aus acht Spielen sind da viel zu wenig, das wissen wir alle, und das müssen wir schnellstens ändern." In der Heimtabelle belegt Zwickau bei 5:11 Toren den letzten Platz.

Der Leistungsabfall gegen die Kogge nur vier Tage nach dem 2:1-Auswärtserfolg beim SV Meppen machte jedoch kaum Hoffnung auf eine zeitnahe Besserung. "Wir waren nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft, aber wir haben die Kleinigkeiten nicht gut gemacht. Wir haben vor Rostocks Führung drei, vier Zweikämpfe verloren, die wir gewinnen müssten, dann fällt das Tor nicht. Wir sind dann zwar wieder aufgestanden, aber dann haben wir zwei gute Freistoßsituationen, in denen wir nicht in der Lage sind, die Bälle zu verwerten. Aber wenn man in Rückstand ist und solche Situationen hat, muss man über diese Standards zurückkommen. Das ist genauso ärgerlich wie die Entstehung des 0:2“, fasste Enochs die Gründe für den neuerlichen Nackenschlag zusammen und schlussfolgerte: "Wir haben keine Ausreden.“

Doch vor allem Marco Schikora erwischte einen schwarzen Tag: Erst verlor er vor dem 0:1 einen entscheidenden Zweikampf, dann brachte er den Ball beim 0:2 überaus unglücklich im eigenen Tor unter. Gleichzeitig hatte Zwickau auch Pech, dass es für ein Handspiel von Jan Löhmannsröben nach 34 Minuten keinen Elfmeter gab. "Nach einem Schuss von Wolfram auf das Tor von Rostock nimmt Löhmannsröben aktiv und bewusst die Hände vor den Körper und blockt den Ball in Torwartmanier mit dem Arm. Das ist ein strafbares Handspiel und es hätte einen Strafstoß für Zwickau sowie die gelbe Karte gegen Löhmannsröben geben müssen", analysiert liga3-online.de-Experte Babak Rafati.

Hoffnungsschimmer Nachholspiele

Statt punktueller Begründungen für die Probleme der Schwäne, die nach bislang nur einem Heimsieg vor über drei Monaten zum Saisonauftakt gegen die SpVgg Unterhaching (2:1) auf einem Abstiegsplatz überwintern müssen, sind allerdings auch vielmehr rasche Lösungen gefragt. Denn beim Blick auf die Tabelle sorgen kurioserweise noch nicht gespielte Begegnungen für die meiste Zuversicht: Von allen Abstiegskandidaten hat Zwickau bisher die wenigsten Partien bestritten und kann trotz momentan zwei Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze das Klassement noch in drei Nachholspielen korrigieren: In zwei Duellen davon – bei Aufsteiger SC Verl und beim strauchelnden Meister Bayern München II – muss der FSV womöglich zum Glück auswärts antreten.

Doch beim Start ins neue Jahr steht zunächst gegen Aufsteiger VfB Lübeck gleich wieder ein Heimspiel auf dem Programm. Ob der Klub das Enochs-Team für den zweiten Saisonabschnitt durch Neuverpflichtungen in der bevorstehenden Wintertransferperiode verstärken könnte, ließ der Coach offen und verwies auf den zuständigen Sportdirektor: "Das muss man Toni Wachsmuth fragen." Unabhängig von personellen Veränderungen in seinem Kader betonte Enochs vor dem Abschied in die kurze Weihnachtspause jedenfalls am "MagentaSport"-Mikrofon seine Überzeugung von einer Trendwende: "Wir werden im neuen Jahr die Kräfte bündeln und die Punkte zuhause holen.“

   
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