WDFV verhandelt Einsprüche von Rot-Weiss Essen am 9. Juni

Aus sportlicher Sicht ist die U23 von Borussia Dortmund am Samstag nach sechs Jahren in die 3. Liga zurückgekehrt. Endgültig fix ist der Aufstieg aber noch nicht, da Rot-Weiss Essen Einsprüche gegen Spielwertungen der Dortmunder eingelegt hatte. Verhandelt wird der Fall nun am 9. Juni ab 18:30 Uhr.

Streitpunkt Corona-Quarantäne

Konkret geht es um die BVB-Spiele gegen Straelen, Rödinghausen und Bergisch Gladbach, die Anfang Mai verlegt wurden mussten, nachdem es innerhalb der Mannschaft zu zwei Corona-Fällen gekommen war, mehrere Kicker in Quarantäne mussten und der BVB nicht mehr ausreichend Spieler zur Verfügung hatte. Essen will vor dem Sportgericht des Verbandes nun prüfen lassen, ob den Dortmundern die für eine Regionalliga-Partie benötigte Mindestanzahl von 15 einsatzfähigen Spielern tatsächlich nicht zur Verfügung gestanden hat.

Teamchef Ingo Preuß hatte damals erklärt: "In unserer Spielberechtigungsliste sind aktuell 22 Spieler aufgeführt. Wir haben zwei Jungs, die infiziert sind und insgesamt zehn Spieler, die in Quarantäne sind." Demnach standen dem BVB nur zwölf Akteure zur Verfügung, sodass Dortmund die Verlegung der Partien beantragt hatte.

"Ein bisschen respektlos"

Wie hoch die Erfolgsaussichten sind, ist ungewiss. Falls der Einspruch abgewiesen werden sollte, könnte Rot-Weiss Essen vor das Verbandsgericht und damit die nächsthöhere Instanz ziehen. Sollte das Sportgericht den Einsprüchen stattgegeben, könnte RWE am grünen Tisch zum Meister und Aufsteiger in die 3. Liga erklärt werden.

BVB-Mittelfeldspieler Franz Pfanne hatte zuletzt wenig Verständnis für das Vorgehen der Essener geäußert. So sei während der Corona-Quarantäne über verschiedene Berater nachgefragt worden, "ob unsere Spieler wirklich Corona hatten. Denen ging es nicht gut – das hat aber offenbar einen Dreck interessiert", sagte er dem "Kicker". Ein Verhalten, das Pfanne als "ein bisschen respektlos" bezeichnete. "Wir hatten überhaupt keinen Spaß daran, jetzt fünf Spiele in 13 Tagen absolvieren zu müssen." Neben Essen hatte auch der SV Bergisch Gladbach 09 Einspruch eingelegt. Der Klub hofft, so möglicherweise den Abstieg noch verhindern zu können.

   
  • Michael Vogel

    Wenn in Berufung bzw. Revision gegangen wird, was der Unterlegene wohl tun wird, dann dauert das doch viel zu lang und ist bis Saisonstart nie und nimmer final geklärt. Was dann? Liebes liga3-online-Team, gibts für so was einen Präzedenzfall?

    • DM von 1907

      Einspruch ist grundsätzlich ok (obwohl er für mich hier auf sehr dünnen Füßen steht), Revision grundsätzlich auch. Gar nicht ok ist aber die neue Mode mancher Vereine, Sportgerichte nur im Falle eines eigenen Sieges anzuerkennen und im Falle einer eigenen Niederlage vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Ordentliche Gerichte sind so schon überlastet und dürften mit Auf- oder Abstiegsfragen nicht behelligt werden.

      • Sterneneisen

        Passt halt gut in den Zeitgeist. Lieber einmal mehr vor Gericht, auch wenn die Chancen gen null tendieren, effektiv etwas zu erreichen. Nur um nicht eingestehen zu müssen, dass man einfach nicht gut genug war. Da machen sich Feindbild ("die da oben", "der Verband") eben gut, um einiges zu kaschieren.

      • DM von 1907

        Besser kann man es nicht auf dn Punkt bringen.

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