Was macht eigentlich Thomas Broich?

In unserer Serie “Was machen eigentlich die ehemaligen Drittligaspieler?” werfen wir einen Blick auf die herausragendsten Akteure, die in den letzten Jahren in der 3. Liga kickten, diese aber dann verlassen haben. Heute stellt liga3-online.de Thomas Broich vor. Der heute 30-jährige Thomas Broich galt einmal als einer der größten Hoffnungen der Nationalelf, doch was ist aus ihm geworden und warum schaffte er nicht den Durchbruch in der Bundesliga und den Sprung in die A- Nationalmannschaft? Doch alles von vorn.

Shootingstar der Saison 2003/04

Seine ersten Profispiele absolvierte er für den heutigen Drittligisten Wacker Burghausen, mit denen er 2002 sensationell den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Der damals 20 jährige war in Burghausens erstem Zweitligajahr unverzichtbar, absolvierte 32 Spiele und schoss 3 Tore. Der dribbelstarke Spielmacher schaffte mit Wacker den Klassenerhalt und machte in der Hinrunde 2003/04 auch bei höherklassigen Teams und der U21 Nationalmannschaft auf sich aufmerksam. In der Nationalmannschaft kickte er mit Spielern wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger und Broich wurde noch vor den beiden bei einer Umfrage des Fachmagazins "Sport Bild" zum Shootingstar der Saison 2003/04. In der Winterpause wechselte er zu Borussia Mönchengladbach in die 1. Bundesliga und war bei seinen 13 Spielen an 7 Toren direkt beteiligt. Von der Presse wurde er schon als der neue Superstar bezeichnet, aufgrund seiner Ballkontrolle, seiner guten Technik und seiner Übersicht, doch selber kam er nicht richtig in der Bundesliga an.

"Hauptsache maximal weit weg"

Der Druck des Profisports belastete ihn zu sehr, und er wusste nicht mit den Erwartungen umzugehen. Selbstkritisch sagt er rückblickend, dass er nicht hart genug für den Profisport war "wenn man so gestrickt ist wie ich, ist der Profisport nix für einen." Er absolvierte insgesamt 68 Bundesligaspiele in denen er 4-mal traf, ehe er 2006 zum Erzrivalen nach Köln wechselte. Doch auch dort schaffte er nicht den absoluten Durchbruch, obwohl er 69 Spiele (4Tore) absolvierte. Sein ehemaliger Trainer Michael Oenning holte ihn dann 2009 nach Nürnberg. Es war sein letzter Versuch noch mal Fuß zu fassen in der Bundesliga, doch der scheiterte, und er kam nur zu 7 Einsätzen. Unter dem neuen Trainer Dieter Hecking wurde er dann aussortiert und musste sich einen neuen Verein suchen. Ihn verschlug es nach Australien und auf die Frage, nach seinen Beweggründen antwortete er "Hauptsache maximal weit weg". Der Spielmacher, der in Deutschland nicht überzeugen konnte, schlug beim Australischen Klub Brisbane Roar ein und wurde zum zweitbesten Spieler der Liga gewählt. Außerdem holte er die Australische Meisterschaft und schoss das beste Tor der Klubgeschichte.

Film über seine Karriere

Das Besondere an Broichs Karriere ist, dass sie vom Bonner Filmemacher Aljoscha Pause verfilmt wurde, der ihn in der Zeit zwischen 2003-2011 immer wieder traf, Interviews führte und durch Thomas einen Blick hinter die Kulissen des Profifußballs werfen. Der Film  namens " Tom meets Zizou- Kein Sommermärchen" lief sogar in den deutschen Kinos und wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Film bewegte Zuschauer, Fans und Presse und dadurch hatte er einige Auftritte im deutschen Fernsehen, unter anderem am 27.03.2011 im ZDF Sportstudio. Wer mehr über den Fußballer und Privatmenschen Thomas Broich, die Hintergründe und die Belastungen im Fußballbuisness wissen möchte, sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen.

 
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