Was aus früheren Drittligisten geworden ist #3: Preußen Münster

In der aktuellen Saison sind mit Essen, Bayreuth und Oldenburg gleich drei Teams erstmals in der 3. Liga vertreten. Dadurch erstreckt sich das Teilnehmerfeld in der dritthöchsten Spielklasse auf mittlerweile 66 Teams. Während einige Klubs (Union Berlin, RB Leipzig) den ganz großen Sprung nach oben geschafft und sich in der Bundesliga etabliert haben, sind andere Teams von der ganz großen Bühne vorerst verschwunden. Auf diese Vereine blickt liga3-online.de in seiner Serie. Heute: Preußen Münster.

Drittliga-Rückkehr im dritten Anlauf?

Mittlerweile in der dritten Spielzeit steckt der SC Preußen Münster nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der Regionalliga West fest. Von Tag eins hatten die Adlerträger das ambitionierte Ziel, so schnell wie möglich in den Profifußball zurückzukehren. Diese Zielstrebigkeit spiegelt sich auch in den Leistungen der zurückliegenden Jahre wider. Folgt also nach dem dritten und dem zweiten Platz in den vergangenen beiden Spielzeiten nun der heißersehnte erste Rang und damit auch der Aufstieg in die 3 Liga?

Dafür haben die Preußen in der erst kürzlich abgeschlossenen Hinserie bereits die Weichen gelegt und führen die Tabelle souverän mit 41 Punkten an. Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Mannschaft von Trainer Sascha Hildmann, der die Mannschaft in der Winterpause der Drittliga-Abstiegssaison übernommen hatte und wieder in den Profifußball zurückbringen sollte, die Hinserie in der West-Staffel mit dem Nachholspiel bei der U23 des FC Schalke 04 (3:1) beendet. Die Begegnung war zum ursprünglichen Termin wegen einer Gewitterwarnung beim Stand von 1:0 für die Schalker Knappenschmiede abgebrochen worden. Für Münster also Glück im Unglück.

Zwei Siege am Grünen Tisch

Mit Spielabbrüchen und Siegen am Grünen Tisch konnten die Westfalen in den letzten Jahren ohnehin einiges an Erfahrung sammeln. Gleich zweimal gewann der Klub, der 1906 gegründet wurde, vor dem Sportgericht. Zu Beginn der Saison 2021/2022 kam es für Münster in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg zu einer kuriosen Aktion. Sportlich hatte der SC Preußen 1:3 nach Verlängerung verloren und war zunächst ausgeschieden. Weil dem damaligen Wölfe-Trainer und früheren Weltstar Mark van Bommel in der Verlängerung ein Wechselfehler unterlaufen war und er einen Spieler mehr in die Partie schickte als erlaubt, legten die Hausherren Einspruch gegen die Wertung ein. Folgerichtig wurde das Spiel im Nachhinein 2:0 für Münster gewertet. In der zweiten Runde war nach der Niederlage gegen Hertha BSC (1:3) aber endgültig Schluss.

Einen Dreier in der Liga verbuchten die Münsteraner einige Monate später im Top-Spiel beim direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen Rot-Weiss Essen mit dem Umweg über das Sportgericht. Beim Stand von 1:1 hatte es im Spitzenspiel mehrere Böllerwürfe gegeben. Zwei Knallkörper explodierten in unmittelbarer Nähe der SCP-Spieler, die sich vor den Essener Fans warm gemacht hatten und anschließend medizinisch betreut werden mussten. Die Partie wurde direkt abgebrochen und später mit 2:0 für den SCP gewertet. Am Saisonausgang änderte dies allerdings nichts. Zwar punktgleich mit RWE, aber mit einem um drei Tore schlechteren Torverhältnis verpasste der SC Preußen Münster als Zweitplatzierter die Meisterschaft und damit auch den direkten Aufstieg nur haarscharf.

Als souveräner Tabellenführer in die Winterpause

Nun soll es in der aktuellen Spielzeit – auch ohne den Einfluss des Sportgerichts – anders laufen. Schon nach der Hinrunde haben sich die Preußen einen Vorsprung von acht Zähler auf den direkten Verfolger Borussia Mönchengladbach II. Auch der Rückrunden-Auftakt beim Aufsteiger und früheren Bundesligisten SG Wattenscheid 09 wurde positiv gestaltet, einen wilden Ritt entschieden die Adlerträger in der Nachspielzeit mit 5:4 für sich. Es scheint als so, als könnte der Preußen-Adler erstmals seit 2020 sein Flügel wieder in der 3. Liga ausbreiten. Dann in einem modernisierten Preußenstadion, das in den kommenden Jahren für 45 Millionen Euro zweitligatauglich umgebaut wird. Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen, derzeit wird die Westkurve zurückgebaut.

   
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