Was aus den Winter-Abgängen der 3. Liga geworden ist #4

52 Abgänge verzeichnete die 3. Liga im vergangenen Winter unter allen Vereinen. Manche Transfers wurden auch innerhalb der Spielklasse abgewickelt. liga3-online.de zeigt, was aus den Spielern geworden ist. In Teil 4 geht es um die Abgänge von Hoffenheim II, Havelse, Aue, Ulm und Schweinfurt.

Amaimouni-Echghouyab knackt Zehn-Millionen-Marke

In der Bundesliga sprachen viele Zuschauer bei Eintracht Frankfurt anfangs nur über den Transfer von Zweitliga-Toptorjäger Younes Ebnoutalib. Aber schon nach fünf Spielen und seinem ersten Treffer verletzte sich der 22-jährige Mittelstürmer, der in seiner steilen Karriere nie etwas mit der 3. Liga zu tun hatte. Anders sah es bei Ayoube Amaimouni-Echghouyab aus. Der 21-jährige Marokkaner mit Wurzeln in Spanien verzauberte die Liga in der Hinrunde komplett, indem er neun Tore und sechs Vorlagen für Hoffenheim II erzielte. Gerade einmal 200.000 Euro soll Frankfurt hingelegt haben, um den Youngster zu verpflichten – und nach fünf Scorerpunkten in der Beletage liegt der geschätzte Marktwert von Amaimouni-Echghouyab jetzt schon bei zehn Millionen Euro!

1899-Routinier Ruben Reisig zog wiederum innerhalb der 3. Liga weiter und schloss sich Rot-Weiss Essen im Winter an. Dort absolvierte der 30-jährige Mittelfeldspieler insgesamt 18 von 19 Partien, aber seit März stand Reisig nur noch ein Mal in der Startelf. Gianluca Pelzer wechselte ebenfalls zu einem Liga-Konkurrenten, kam jedoch bei Energie Cottbus nicht zum Einsatz. Der Youngster aus der Innenverteidigung wurde zum VfB Lübeck verliehen, wo er auf elf Partien in der Regionalliga Nord kommt. Simon Kalambayi löste seinen Vertrag bei der U23-Mannschaft der Hoffenheimer auf und befindet sich seither noch auf Vereinssuche.

Riedel wechselte in den Sportvorstand

In Havelse mussten die Verantwortlichen der Niedersachsen mit John Posselt einen vielversprechenden Angreifer ziehen lassen. Der Leihstürmer des SC Paderborn 07 wurde von den Ostwestfalen vorzeitig zurückgeholt, um ihn an den SSV Jahn Regensburg zu verkaufen. Dort konnte Posselt aber nicht an seine Leistungen aus der Hinrunde beim TSV anknüpfen. In 18 Partien, in denen der 22-Jährige überwiegend als Joker ins Spiel kam, folgten nur noch zwei Treffer.

Einen Wintertransfer der etwas anderen Art vollzog Florian Riedel in Havelse. Der 36-jährige Abwehrspieler hing seine Fußballschuhe wortwörtlich an den Nagel und erhielt eine neue Krawatte als symbolisches Zeichen für seinen Wechsel hinter den Schreibtisch. Riedel beendete seine Karriere in der laufenden Saison und wurde vom Sportdirektor zum Sportvorstand befördert. Diesen Posten gab er zum Ende der Spielzeit jedoch wieder auf, um sich eine neue Aufgabe im Profifußball zu suchen.

Tashchy verließ Aue nach fast vier Jahren

Die Trennung von einem langjährigen Weggefährten gab es auch in Aue. Boris Tashchy, der in der Hinrunde noch zwölf Partien im Erzgebirge absolvierte, verließ den Verein nach fast vier Jahren – mitten im März. In seiner letzten Partie für die Veilchen am 21. Spieltag stand der Angreifer sogar noch in der Startelf, doch bis zu seinem Abgang schaffte es der 32-Jährige nicht mehr in den Spieltagskader. Seit der Vertragsauflösung ist Tashchy auf Vereinssuche. Eigengewächs Paul Seidel wurde derweil zum 1.FC Bocholt in die Regionalliga West verliehen, wo er schnell zur Stammkraft avancierte. Nach Saisonende wird der Rechtsverteidiger fest nach Bocholt wechseln.

Auch Ulms Scholze nach Portugal

Vier Spieler holte der portugiesische Erstligist Estrela Amadora im Winter aus der 3. Liga. Auch Max Scholze vom SSV Ulm 1846 gehörte zu diesen Transfers – ein Karrieresprung für den Außenbahnspieler. In der Spitzenklasse kam der 21-Jährige nämlich elf Mal zum Einsatz, was in Kürze zu einem deutlichen Anstieg seines auf 400.000 Euro geschätzten Marktwerts bedeuten dürfte.

Paul-Philipp Besong schloss sich im Winter den Sportfreunden Siegen auf Leihbasis an, was den Juniorenmeister von 2019 wieder heimatnäher führte. Der ehemalige Dortmunder sammelte zwar 18 Drittliga-Partien in der Hinrunde, aber der ganz große Durchbruch bei den Spatzen blieb aus. Auch in zehn Regionalliga-Spielen folgte nur ein Treffer für Siegen, weshalb Besong im Sommer nun wieder in Ulm neu angreifen wird. Dann wird auch Julian Etse von einer Leihe zum TSV Steinbach-Haiger zurückkehren. Dort spielte der Innenverteidiger insgesamt zwölf Mal in der Südwest-Staffel.

Tranziska schießt Tore in Südkorea

Nach langem Streit um seine Suspendierung verließ Martin Thomann den 1. FC Schweinfurt 05 im Winter. 14 Spiele absolvierte der 32-jährige Außenstürmer anschließend in der Rückrunde bei den Würzburger Kickers – mit denen Thomann in der kommenden Saison in die 3. Liga zurückkehren könnte. Denn sechs Tore und zwei Vorlagen des ehemaligen Schnüdel verhalfen Würzburg in die Aufstiegsspiele gegen Lok Leipzig, in denen die Unterfranken zweimal siegreich waren. Thomanns Vertrag läuft zum 30. Juni jedoch erst einmal aus und müsste verlängert werden.

Mit vier Toren gehörte Jakob Tranziska zu den treffsichersten Spielern der Schweinfurter, aber auch der 24-Jährige zog im Winter weiter. Und für Tranziska wurde es spektakulär, denn der Stürmer wechselte zu den Pohang Steelers nach Südkorea. In elf Erstliga-Partien jubelte er bislang über einen Treffer und zwei Vorlagen, die Saison in Südkorea ist ganzjährig. Kevin Frisorger sammelte per Leihe weitere Erfahrungen in der Regionalliga Bayern, wo er Stammkraft beim TSV Aubstadt war. Und die Leihe von Uche Obiogumu beendete wiederum Schweinfurt, woraufhin der Außenbahnspieler insgesamt 14 Mal für Nürnberg II auflief – inklusive von zwei Toren und zwei Vorlagen in der Bayern-Staffel.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button