Warum Rot-Weiß Erfurt den Aufstieg knapp verpasste

Mit 59 Punkten blickt der FC Rot-Weiß Erfurt auf eine durchaus gelungene Saison in der 3. Liga zurück. Den 15 Siegen standen 14 Remis und neun Niederlagen gegenüber. In der Endabrechnung bedeutet dies der fünfte Tabellenplatz hinter Regensburg und Heidenheim. Bis zum SSV Jahn, die sich bekanntlich in der Relegation gegen den Zweitligisten Karlsruher SC durchgesetzt haben, fehlten gerade ein Mal zwei Punkte. Der große Wurf mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang also nicht ganz. liga3-online.de erklärt, was bei den Thüringern in dieser Saison für einen Aufstiegsplatz gefehlt hat. Nach einem durchwachsenen Start von nur drei Siegen aus den ersten zehn Spielen konnte sich das Team von Trainer Stefan Emmerling immer weiter verbessern, ließ aber wichtige Punkte liegen.

Schwache Heimbilanz kostet den Aufstieg

So gewann man zwar direkt am ersten Spieltag gegen den Erzrivalen aus Jena mit 3:0, doch nur eine Woche später unterlagen die Erfurter beim SV Babelsberg mit 0:3. Im kompletten Saisonverlauf fällt zudem deutlich auf, dass RWE vor allem mit den Teams aus der unteren Tabellenregion seine Probleme hatte. Gegen Babelsberg unterlagen sie gleich zwei Mal, gegen Bremen II konnten die Thüringer nur vier Punkte mitnehmen und auch gegen Bielefeld spielte Erfurt zwei Mal nur Remis. Es wird deutlich, dass in diesem Spielen viele Punkte liegengelassen geworden sind, die im Aufstiegskampf entscheidend hätten sein können – schließlich lag Erfurt am Ende der Spielzeit nur zwei Punkte hinter dem Relegationsrang. Zudem verhinderte die doch recht hohe Anzahl von Unentschieden (14) eine noch bessere Saison von Erfurt. Dies lässt sich vor allem an der Heimbilanz erkennen: Zwar unterlagen die Steigerwäldler in der eigenen Spielstätte nur zwei Mal, konnten aber auf der anderen Seite nur acht Siege einfahren. Im ligaweiten Vergleich bedeutet diese Bilanz nur Platz elf. Zu wenig für einen Aufstiegskandidaten, wenn man bedenkt, dass die meisten Aufsteiger aus den letzten Jahren vor allem aufgrund ihrer starken Heimbilanz in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind.

Die verpatzten DFB-Pokal-Teilnahmen

Es bleibt festzuhalten, dass Rot-Weiß Erfurt lange um den Aufstieg mitgespielt hat, es aber aufgrund liegen gelassener Punkte zu Beginn der Saison nicht geschafft hat. Die nun kommende Spielzeit wird nun allerdings alles andere als einfach. Zum Einen hat sich Drittliga-Toptorjäger Marcel Reichwein nach Aalen verabschiedet, zum Anderen verpasste RWE in dieser Saison den Einzug in den DFB-Pokal. Damit fehlen den Verantwortlichen nun 110.000 Euro an TV-Prämie und eine niedrige fünfstellige Summe aus einem möglicherweise ausverkauften Heimspiel gegen einen Bundesligisten im DFB-Pokal. Dieses Schicksal widerfuhr den Landeshauptstädtern nun schon zum zweiten Mal in Folge. Derzeit sind die Thüringer mit etwa 1,5 Millionen Euro verschuldet – alleine in der abgelaufenen Saison machten sie aufgrund der verpassten DFB-Pokal-Teilnahme ein Minus von 340.000 Euro. Viel Geld für eine schlagfertige Mannschaft bleibt da nicht übrig. Dass es aber mit einem geringen Spieleretat, der bei Erfurt für die kommende Saison bei etwa 2,2 Millionen Euro liegt, hat Regensburg in dieser Saison gezeigt: Sie stiegen mit einem Spieleretat von nur 1,5 Millionen Euro auf.

FOTO: Micha Korb / www.rwo-fanblock.de

 

 

 

   
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