Warum Hansa keinen Ersatz für Naderi verpflichtet hat

Obwohl der F.C. Hansa Rostock mit Ryan Naderi am letzten Transfertag seinen besten Torjäger an die Glasgow Rangers abgeben hat, verzichtete die Kogge darauf, einen Ersatz zu verpflichten. Im vereinseigenen Podcast erläutert Sportchef Amir Shapourzadeh die Hintergründe der Entscheidung.

"Lieber auf die Gruppe setzen"

Acht Tore und fünf Vorlagen: Ryan Naderi war der Top-Torjäger der Kogge. Dieses Scorerwerte müssen im Aufstiegskampf nun intern kompensiert werden, denn einen neuen Stürmer hat Hansa nicht an die Ostsee geholt. Ausschlaggebend war vor allem der Zeitpunkt des Wechsels. Die endgültige Einigung über den Abgang Naderis sei erst sehr spät zustande gekommen. "Es gab diese Einigung mündlich um drei Uhr früh", erklärte Shapourzadeh. Zwar habe der Verein grundsätzlich mit einem Schattenkader sowie Short- und Longlists gearbeitet, doch die Situation in den letzten Stunden des Transferfensters habe kaum realistische Optionen zugelassen. "Wir wollten da auch nicht in Aktionismus verfallen", betonte der Direktor Profifußball.

Hinzu kam die Einschätzung des bestehenden Kaders. Aus Sicht der sportlichen Leitung ist Hansa im Offensivbereich weiterhin ausreichend besetzt. "Wir haben jetzt aktuell fünf oder sechs Offensivspieler“, sagte Shapourzadeh und verwies auch auf Spieler wie Maximilian Kraus oder Adrien Lebeau, die zuletzt etwas ins Hintertreffen geraten waren. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoller gewesen, "lieber auf die Gruppe zu setzen, als irgendwas zu machen, wo man am Ende dann auch nicht glücklich wird". Im Sturm sollen es nun vor allem die erfahrenen Andreas Voglsammer und Emil Holten richten, die in der laufenden Saison zwar noch nicht als Torjäger in Erscheinung getreten sind, statistisch sogar weniger Spielminuten pro Treffer benötigt haben als Naderi.

Klubs riefen hohe Summe auf

Erschwerend kamen laut Shapourzadeh die Bedingungen auf dem Transfermarkt hinzu. In der Endphase seien teils hohe und aus Hansa-Sicht nicht vertretbare Forderungen gestellt worden. Es seien hohe "Zahlen aufgerufen" worden, zudem hätten andere Klubs "irgendwelche verrückten Sachen" verlangt. Für den FCH sei das kein gangbarer Weg gewesen.  Der 43-Jährige betonte, dass der Verein trotz aktuell stabiler Lage weiterhin Verantwortung tragen müsse.

"Man darf nicht vergessen, wie es vor knapp zwölf Jahren aussah, als der Verein kurz vor der Insolvenz stand“, erinnerte der Sportchef und verwies auf bestehende Verbindlichkeiten. Gerade bei den im Raum stehenden Summen habe der Klub daher "eine gewisse Verantwortung". Ziel sei es, den F.C. Hansa langfristig noch stabiler aufzustellen und perspektivisch schuldenfrei zu werden. Statt einer kurzfristigen Lösung setzt Hansa nun auf den vorhandenen Kader und die Arbeit des Trainerteams. Ziel sei es, intern Lösungen zu finden und die vorhandenen Optionen bestmöglich zu nutzen – damit der Aufstieg ohne Naderi gelingt.

   

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