War es das? In Würzburg gehen langsam die Lichter aus

Zehn Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, aber nur noch fünf Spiele: Bei den Würzburger Kickers gehen langsam die Lichter aus. Vieles deutet darauf hin, dass die Unterfranken in die Regionalliga runter müssen – und sich einen unrühmlichen Platz in den Drittliga-Geschichtsbüchern sichern. 

Lage allmählich aussichtslos

Mindestens vier Siege aus den letzten sechs Partien: Diese Rechnung hatte Trainer Ralf Santelli vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern aufgestellt. Nach den 90 Minuten stand jedoch die zweite Niederlage in Folge zu Buche. Und weil Viktoria Berlin tags darauf bei Borussia Dortmund II gewinnen konnte, ist der Rückstand zum rettenden Ufer vor den letzten fünf Spielen auf satte zehn Punkte angewachsen – wenn auch bei einem Spiel weniger.

Man muss kein großer Prophet sein, um zu erkennen: Die Lage im Kampf gegen den Abstieg wird für den FWK allmählich aussichtslos. Schon am nächsten Spieltag könnte der bittere Gang in die Regionalliga so gut wie besiegelt werden, wenn die Kickers auch in Braunschweig gegen Aufstiegstrainer Michael Schiele verlieren sollten und die Konkurrenz erneut gewinnt. Bis auf zwölf Punkte kann der Rückstand dann anwachsen, was bei anschließend nur noch vier Spielen wohl endgültig nicht aufzuholen wäre.

13 bis 15 Punkte notwendig

Es braucht schon einen Sieg beim BTSV, um dann am 23. April im direkten Duell mit Viktoria Berlin ein echtes Endspiel zu haben. Danach warten mit Meppen (A), Halle (H) und Zwickau (A) noch drei Gegner, für die es im Optimalfall um nicht mehr viel gehen wird. Mindestens 13, möglicherweise aber auch alle 15 Punkte aus den letzten fünf Spielen dürften nötig sein, um das Wunder Klassenerhalt zu schaffen. Eine Niederlage können sich die Kickers nicht mehr erlauben – sie wäre wohl gleichbedeutend mit dem Aus.

Die aktuellen Zahlen lesen sich bereits wie die eines Absteigers: Gerade mal fünf Siege und erst 26 Tore. Nur der TSV Havelse schneidet noch schlechter ab. Sollte es tatsächlich in die Regionalliga gehen, wären die Kickers nach Ahlen (2011), Oberhausen (2012), Aachen (2013) und dem FSV Frankfurt (2017) der fünfte Verein in der Drittliga-Historie, der direkt vom Bundesliga-Unterhaus in die 4. Liga durchgereicht werden würde.

Nur zwei Spieler unter Vertrag

Amateurfußball soll es in der kommenden Saison am Dallenberg aber selbst im Abstiegsfall nicht geben. Der zukünftige Vorstandsvorsitzende Benjamin Hirsch hatte zuletzt bereits angekündigt, dass auch in der Regionalliga unter Profibedingungen gearbeitet werden soll. Ein neuer Sportvorstand ist mit Jürgen Kost bereits gefunden. Auf den 56-Jährigen würde bei einem Abstieg viel Arbeit warten: Laut der "MainPost" verfügen bislang nur Peter Kurzweg und der an den FC Flyeralarm Admira verliehene Aksu Taha über einen Vertrag für die Regionalliga. Ob Santelli – Trainer Nummer 3 in dieser Saison – ab Sommer noch auf der Bank sitzen wird, scheint ungewiss.

Ebenso offen ist, inwiefern ein direkter Wiederaufstieg realistisch ist. Dass der Meister der Bayern-Staffel in der kommenden Serie zunächst in die Relegation gegen den Nordost-Meister muss, würde die Angelegenheit gewiss nicht leichter machen. Von den übrigen vier Teams, die aus der 2. Liga in die Regionalliga abgestützt sind, hat es übrigens noch keiner wieder zurückgeschafft. Die TuS Koblenz spielt derzeit sogar nur in der Oberliga. Damit den Kickers ein ähnliches Schicksal erspart bleibt, muss die seit Beginn der Zweitliga-Saison 2020/21 anhaltende Talfahrt spätestens mit Beginn der kommenden Saison gestoppt werden. Dass das noch in dieser Serie gelingt, ist hingegen kaum noch wahrscheinlich. Zuletzt spielten die Kickers in der Saison 2014/15 viertklassig – ehe es auf direktem Wege in die 2. Liga ging.

   
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