Waldhof Mannheim: Chefscout vorerst gekündigt

Während der SV Waldhof Mannheim für seine Spieler und Trainer Kurzarbeit beantragt hat, wurde der Vertrag mit Chefscout Anthony Loviso gekündigt – zumindest vorerst.

Kritik an Kommunikation

Über zwei Jahre lang fungierte Loviso beim SV Waldhof als Assistent von Chefcoach Bernhard Trares, beobachtete den nächsten Gegner und gab Tipps für neue Spieler – nun wurde ihm gekündigt. "Mein Minijob wurde zum 18. März beendet", berichtet der 29-Jährige im "Mannheimer Morgen". Von der Art und Weise, wie ihm die Entscheidung von Sportchef Jochen Kientz übermittelt worden sei, zeigt sich Loviso wenig begeistert: "Es geht überhaupt nicht darum, dass wir nicht verzichten wollen. Aber manchmal ist die Art und Weise der Kommunikation ausschlaggebend."

Zwar sei ihm mitgeteilt worden, dass es nach der Liga-Pause weitergehen soll, "aber das wurde nicht schriftlich festgehalten. Das war nicht gewünscht", beklagt der gebürtige Mannheimer. "Wenn man mehr als zwei Jahre so viel investiert hat, große Erfolge gemeinsam gefeiert hat, und so eng als Trainerteam und mit der Mannschaft zusammengewachsen ist, dann ist es natürlich sehr schade, dass man von einem auf den anderen Tag da herausgerissen wird", sagt Loviso.

Kientz verteidigt Entscheidung

Auch Kientz bescheinigt dem Chefscout einen "fantastischen Job", erklärt aber: "Derzeit ist die Lage (…) so, dass wir seine Tätigkeit ausgesetzt haben, weil beispielsweise das Scouting bei den Spielen komplett ausfällt." Loviso sieht das anders: "Es wäre (…) aktuell viel zu tun in Sachen Kaderplanung und Video-Scouting und ich hätte natürlich gerne weiter meinen Teil dazu beigetragen." Ob er die Gelegenheit dazu bekommen wird, ist offen – und dürfte auch von den Entwicklungen der kommenden Wochen abhängen.

Während auch die Zukunft von Trares weiterhin offen ist (Vertrag läuft Ende Juni aus), verteidigt Kientz das Kurzarbeiter-Modell, welches die Mannschaft beim Gehalt komplett auf null gesetzt hat: "Die Mannschaft hat das vorbildlich angenommen. Es gibt auch andere Vereine, die das Null-Prozent-Modell gewählt haben, wir stehen da nicht allein. Es gibt auch andere Modelle, aber das Finanzielle dominiert momentan eben alles." Den ausgefallenen Lohn übernimmt nun die Agentur für Arbeit, allerdings maximal zu 67 Prozent.

   
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