Waldhof feiert Pokal-Coup: "Der schönste Sonntag meines Lebens"

Zum zweiten Mal in Folge hat der SV Waldhof Mannheim die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht, nachdem die Kurzpfälzer im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Holstein Kiel die besseren Nerven hatten (5:3). Nach Spielende war wurde ausgiebig gefeiert.

"So stellt man sich ein Pokalspiel vor"

Um 20:48 Uhr war es vollbracht: Mit dem fünften verwandelten Elfmeter schoss Fridolin Wagner den Waldhof ins Glück und erschütterte das mit über 13.000 Fans besetzte Carl-Benz-Stadion in seinen Grundfesten. Minutenlang kannte der Jubel auf den Tribünen keine Grenzen, während Wagner von seinen feiernden Mitspielern umringt wurde. "Das war der schönste Sonntag meines Lebens", sagte der 24-Jährige gegenüber dem "Mannheimer Morgen", während die Fans das Team bei den obligatorischen Feierlichkeiten gar nicht mehr gehen lassen wollten.

"So stellt man sich ein Pokalspiel vor", frohlockte Trainer Christian Neidhart. Über 120 Minuten habe seine Mannschaft "Vollgas gegeben" und sei "bis an ihre Grenze" gegangen. Angesichts der starken kämpferischen Leistung bescheinigte der Waldhof-Coach seiner Mannschaft eine "überragende Mentalität", den "puren Willen" und befand: "Alle haben sich durchgebissen." Der unbedingte Wille, dieses Spiel trotz der hochsommerlichen Temperaturen gewinnen zu wollen, sei da gewesen, lobte Neidhart. Am Ende habe der SVW das "Quäntchen Glück" gehabt, wobei es seine Mannen "ein Tick mehr gewollt" hätten als die Kieler, meinte der 53-Jährige. "Die Jungs haben das richtig gut gemacht. Wir sind sehr stolz auf sie."

"Freue mich aber brutal"

Vor allem in der ersten Halbzeit sprühte der Waldhof vor Offensivlust, aber auch die Kieler waren zu einigen guten Chancen gekommen. "Zur Halbzeit hätte es auch 2:2 oder 3:3 stehen können", so Neidhart. Es blieb allerdings torlos – genau wie in der zweiten Halbzeit sowie in der Verlängerung. Also ging es in das Elfmeterschießen, wo alle fünf Mannheimer Schützen verwandelten, während die Störche einmal scheiterten. Torhüter Morten Behrens musste dabei nicht mal angreifen, denn Unglücksrabe Marvin Schulz schoss über den Kasten. Dennoch war der Keeper nach aufreibenden 120 Minuten "kaputt", wie er im Vereins-TV sagte. "Ich freue mich aber brutal, wir haben absolut verdient gewonnen und wurden von den Fans getragen." Auch Alexander Rossipal war bester Laune: "Sau geil. Besser geht es nicht. Das macht mich stolz."

Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht, denn schon am Mittwoch steht das Landespokalspiel gegen die SpG Götzingen /​ Eberstadt an. "Wir werden nur so feiern, dass wir am Mittwoch wieder spielen können", so Behrens. Auf einen Wunschgegner für die zweite Runde (Auslosung am 4. September) wollten sich die Beteiligten derweil nicht festlegen, wobei Neidhart zumindest sagte: "Bayern oder Dortmund müssen es nicht sein." Lieber hätten die Kurpfälzer einen Gegner, den sie vor heimischer Kulisse schlagen können, um erstmals seit 2002/03 wieder ins Achtelfinale einzuziehen.

 

   
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