VfR-Coach Rico Schmitt ruft den Überlebenskampf aus

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Sieben Punkte! Diesen Rückstand muss der VfR Aalen um Neu-Trainer Rico Schmitt auf das rettende Ufer aufholen. Dementsprechend rief der 50-Jährige bei seiner Vorstellung am Mittwoch den Überlebenskampf aus, gab sich aber zuversichtlich, den Klassenerhalt trotz aller Umstände schaffen zu können.

"Jeden einzelnen verdammten Punkt holen"

"Mission Impossible", "Herkulesaufgabe" und "Monsteraufgabe" – im Laufe der knapp 30-minütigen Pressekonferenz steigerte der neue Trainer des VfR Aalen seine Wortwahl für die aktuelle Situation beim Tabellenletzten mehrfach. Einfach sei die Aufgabe keinesfalls, wie der 50-Jährige einräumte, doch gerade die scheinbar unmögliche Mission habe ihn gereizt, das Angebot des VfR anzunehmen. In den verbleibenden 16 Spielen gehe es nun darum, "jeden einzelnen verdammten Punkt zu holen", gab sich Schmitt kämpferisch. Etwa 24 bis 26 Zähler, also sieben bis acht Siege, wird der VfR Aalen für den Klassenerhalt wohl benötigen. Ein durchaus ambitioniertes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass der Verein von der Ostalb aus den bisherigen 22 Spielen gerade mal 17 Punkte geholt hat.

"Es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern zwei oder gar eins vor Zwölf", weiß Schmitt, der nun die "passende Werkzeuge aus der Werkzeugkiste" holen will. "Wir müssen Galligkeit, Gierigkeit und Besessenheit auf das Feld bringen", gibt der frühere Trainer des Halleschen FC die Richtung vor und erwartet von seiner neuen Mannschaft, "dass sie die absolute Überzeugung haben, das Tor machen zu wollen." Es müsse ein Ruck durch das Team gehen, nimmt Schmitt die Spieler in die Pflicht – das müsse deutlich zu sehen sein. "Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie sich Gedanken machen", appellierte der 50-Jährige, der erstmal keinen eigenen Co-Trainer mitbringen wird, sondern die Zusammenarbeit mit den bisherigen Assistenten Sandro Stuppia und Erol Sabanov fortsetzt. Im Fokus stehen aber die Spieler: "Für 80 Prozent wird es nicht einfach, bei einem Abstieg einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Sie tragen deshalb die Verantwortung für ihre Familien. Denn keiner ist gerne ein Absteiger."

Regionalliga? "Daran denken wir nicht"

Klare Worte des neuen VfR-Trainers, der sich nun zunächst einen Überblick verschaffen will und auch die Fans mit ins Boot nimmt: "Wir brauchen die Anhänger, um die Herkulesaufgabe bewältigen zu können." Bereits am Montagabend steht mit dem Auswärtsspiel bei 1860 München die erste Bewährungsprobe an. Drei Punkte sind angesichts von zwölf sieglosen Spielen in Folge Pflicht – auch, um das rettende Ufer nicht endgültig aus den Augen zu verlieren. "Wir müssen vier Teams wegbeißen", unterstreicht Schmitt. "Und dafür müssen wir Gas geben."

Warum die Wahl auf Rico Schmitt gefallen ist, begründete Präsidiumsmitglied Hermann Olschewski so: "Er weiß alles über die 3. Liga, das ist ein unschätzbarer Wert für uns. Rico war von Anfang an unser Wunschkandidat." Es sei zudem keine Selbstverständlichkeit, dass ein Trainer dieses Risiko eingehe, ergänzte Olschewski. Doch warum gilt der bis 2020 geschlossene Vertrag nur für die 3. Liga? "Wir denken nicht an die Regionalliga. Da sträubt sich bei mir alles", stellte das Präsidiumsmitglied klar. Auch Schmitt betonte, "kein Sicherungsseil" zu benötigen: Ich bin ein Chancen-Denker und fokussiere mich nur auf den Klassenerhalt."

 

 

   

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