VAR in der 3. Liga "derzeit kein Thema" – 4. Offizieller ab 23/24?

Während der VAR in der Bundesliga und 2. Liga seit einigen Jahren fester Bestandteil ist, wird es in der 3. Liga vorerst keinen Videobeweis bei den Spielen geben. Dafür ist mit Beginn der kommenden Saison die Einführung eines vierten Offiziellen am Spielfeldrand geplant.

Infrastruktur nicht gegeben

Hinter den Schiedsrichtern der 3. Liga liegt kein gutes Wochenende: Von 14 Entscheidungen, die liga3-online.de-Experte Babak Rafati unter die Lupe genommen hat, waren sechs falsch – und damit fast die Hälfte. Um die Zahl der Fehlentscheidungen zu minimieren, war in den letzten Tagen vermehrt über die Einführung des VAR in der 3. Liga diskutiert worden. Dazu wird es – zumindest mit Blick auf die kommende Saison – allerdings nicht kommen. Wie Manuel Hartmann, DFB-Geschäftsführer Spielbetrieb, bei einer Medienrunde am Dienstag sagte, sehe der Verband derzeit "keinen akuten Handlungsbedarf".

Dabei stehe weniger der finanzielle Aspekt im Vordergrund, als vielmehr die Infrastruktur in den Drittliga-Stadien, die im Vergleich zu den Arenen in den beiden Bundesligen über weniger als die für den VAR notwendigen Kameras verfügen. Es herrsche aber Einigkeit, das Thema weiter zu beobachten. Derzeit sei der DFB "ganz zufrieden" mit den Leistungen der Schiedsrichter. Ähnlich hatte sich zuletzt auch Florian Meyer als Schiedsrichter-Chef der 3. Liga geäußert. Auch Tom Eilers als Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga betonte am Dienstag, dass der VAR "derzeit kein Thema" sei. Zudem gab er zu bedenken, dass man erstmal überlegen müsse, "bis zu welcher Klasse die absolute Durchleuchtung fortgeführt werden soll. Die 3. Liga ist Fußball pur. Dazu passt es, dass man sich den direkten Entscheidungen des Schiedsrichters auf dem Spielfeld unterwirft."

Vierter Offizieller ab 23/24 geplant

Dennoch sollen die Schiedsrichter ab der kommenden Saison Unterstützung erhalten – und zwar in Form eines vierten Offiziellen, der in der Bundesliga bereits zur Saison 2002/03 und in der 2. Liga mit der Spielzeit 2009/10 eingeführt worden ist. Ziel sei es, dass sich die Assistenten künftig besser auf das Spielgeschehen konzentrieren können. "Darüber hinaus haben wir dadurch ein Augenpaar mehr, dass die Situation im Blick hat", so Hartmann.

Die Einführung des vierten Offiziellen, die noch nicht endgültig beschlossen ist, wäre zwar mit Kosten von 10.000 Euro pro Klub und Saison verbunden, doch Eilers zufolge hätten sich die Vereine dagegen “überhaupt nicht geweigert". Gleichzeitig soll die Bezahlung der Schiedsrichter angehoben werden. "Wir sehen uns als Ausbilder der Schiedsrichter für die Lizenzliegen. Wichtig ist, dass wir die Schiedsrichter noch besser qualifizieren", so der Ausschuss-Vorsitzende. Auf Unterstützung aus dem Köllner Keller müssen sie dabei allerdings auch in der neuen Saison verzichten.

   
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