Van Lent: "Perspektivisch sollte Aufstieg der Anspruch sein"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings neuer Trainer Arie van Lent über die Rückkehr auf einen Cheftrainerposten, die Verletzung von Kapitän Josef Welzmüller, mögliche Neuverpflichtungen und den Saisonstart in Zwickau.

"Alle ziehen an einem Strang"

liga3-online.de: Zuletzt waren Sie sieben Jahre Nachwuchstrainer bei Borussia Mönchengladbach. Wieso haben Sie sich nach der Trennung nun für die Rückkehr auf einen Cheftrainerposten entschieden, Herr van Lent?

Arie van Lent: Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich mich auch in Gladbach wie ein Cheftrainer gefühlt habe. (lacht) Es war ja nun einmal keine U17, sondern eine U23, in der auch einige gestandene Fußballer und Ex-Profis gespielt haben. Nachdem mein Vertrag leider nicht verlängert wurde, wollte ich unbedingt Trainer bleiben und eine andere Herausforderung annehmen. In Haching bekomme ich eine schöne Möglichkeit, mich in der 3. Liga zu beweisen.

Mussten Sie sich beim Umgang mit den Spielern in den ersten Wochen etwas umgewöhnen?

Nein. Wie auch in Gladbach besteht das Team aus vielen jungen und wenigen erfahrenen Spielern. Es ist eine ähnliche Konstellation, sodass ich keine Umgewöhnungszeit brauchte.

Wie ist insgesamt Ihr erster Eindruck von Verein und Team?

Sehr positiv. Ich habe sofort gemerkt, dass in Haching alle an einem Strang ziehen. Außerdem gefällt mir das professionelle Umfeld. Ich bin voller Tatendrang und kann den Saisonstart kaum abwarten.

Obwohl Sie erst seit wenigen Wochen da sind, gab es bereits eine große Hiobsbotschaft. Kapitän Josef Welzmüller fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. Wie bitter ist das?

In erster Linie tut mir das für Josef leid, der in seiner Karriere schon viel Verletzungspech hatte und jetzt erneut mindestens ein halbes Jahr nicht zur Verfügung steht. Für uns ist das natürlich ein Riesenverlust. Er hätte uns mit seiner Erfahrung sehr geholfen. Vor allem, weil mit Verteidiger Marc Endres, Mittelfeldspieler Dominik Stahl und Stürmer Stephan Hain drei weitere Routiniers noch länger außer Gefecht sind.

Viele Zu- und Abgänge gab es bisher aber nicht, die Kaderveränderungen hielten sich in Grenzen. Wird noch etwas passieren bis zum Saisonstart nächste Woche?

Eventuell verpflichten wir wegen der Ausfälle von Marc Endres und Josef Welzmüller noch einen Innenverteidiger. Aktuell ist mit dem vereinslosen Robert Müller ein erfahrener Drittliga-Profi als Gastspieler dabei. Nach dem Wochenende und den Testspielen gegen die U23 des FC Bayern München und den Bayern-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim werden wir in Bezug auf ihn eine Entscheidung treffen.

 

"Bestenfalls Anschluss an das erste Drittel halten"

Haching peilt seit einigen Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga an und kommuniziert das auch öffentlich. Lautet Ihr Ziel, den Verein bis zu Ihrem Vertragsende 2022 ins Unterhaus zu führen?

Perspektivisch sollte der Aufstieg in die 2. Liga für die SpVgg Unterhaching auf jeden Fall der Anspruch sein. Dazu muss man aber sagen, dass es in der 3. Liga ungewöhnlich viele Vereine mit Aufstiegsambitionen gibt. Das liegt an der enormen Ausgeglichenheit, die die Liga speziell macht. Für die anstehende Spielzeit setzen wir uns erst einmal das Ziel, uns zu stabilisieren und bestenfalls Anschluss an das erste Drittel zu halten.

Welche Teams haben Ihrer Meinung nach die besten Karten, oben mitzuspielen?

Die beiden Absteiger Dynamo Dresden und der SV Wiesbaden haben genug Erfahrung und Qualität, um direkt oben anzugreifen. Aber auch dem 1. FC Kaiserslautern traue ich einiges zu. Der FCK konnte sich sehr gut verstärken.

Zum Saisonstart geht es für Haching am Samstag, 19. September, zum FSV Zwickau. Ein unangenehmer erster Gegner, oder?

Definitiv. Der Saisonauftakt ist ohnehin immer spannend. Keiner weiß so richtig, wo er steht, will optimal in die Spielzeit starten und sich direkt oben festsetzen. Genau wie wir rechnet sich auch Zwickau einen Sieg zu Beginn aus. Es wird eine interessante Partie.

   
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