Unterhaching trifft auf Darmstadt: Junge Wilde auf der Überholspur

Am morgigen Freitag eröffnen die SpVgg Unterhaching und der SV Darmstadt 98 die Rückrunde der diesjährigen Drittliga-Saison. Die Spielvereinigung kann mit einem Sieg im Heimspiel gegen „die Lilien“, zumindest bis zum Samstagnachmittag, den zweiten Platz der 3. Liga erklimmen und Ligaprimus VfL Osnabrück bis auf zwei Punkte auf die Pelle rücken. Auf dem Papier sieht es beim Aufeinandertreffen des Tabellenvierten Unterhaching gegen Schlusslicht Darmstadt nach einer klaren Sache aus.

Zuletzt nur sieben Punkte aus sieben Spielen

Die Spielvereinigung grüßt nach einer überraschend starken Vorrunde aus dem oberen Tabellendrittel. Mit aktuell einem Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz sind die Münchner Vorstädter zum Kreis der Ligafavoriten zu zählen. Nach einer längeren Durststrecke und lediglich sieben Punkten aus sieben Partien, konnte die Talfahrt beim 4:3-Heimsieg gegen den Chemnitzer FC jüngst gestoppt und die Hinrunde zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Hohen Anteil am Sieg in einer hart umkämpften und packenden Partie, hatte Florian Niederlechner. Der Angreifer steuerte bereits in der ersten Hälfte drei Treffer für sein Team bei und erzielte einen lupenreinen Hattrick. „Ich soll als Stürmer Tore schießen, das habe ich gemacht. Dass es gleich drei in einem Spiel wurden, ist natürlich das Schönste, was einem Stürmer passieren kann“, sagte der 22-Jährige gegenüber dem Online-Portal Fussball-Vorort.de. Vor der Partie gegen Darmstadt kann das Trainerduo Baum/Schromm indes personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den Langzeitverletzten Roland Sternisko (Reha nach Kreuzbandriss) sind alle Spieler einsatzbereit.

„Wir werden die Spieler nicht herschenken"

Es ist davon auszugehen, dass der zuletzt rot-gesperrte Maximilian Drum anstelle von Jonas Hummels in der Innenverteidigung, an die Seite von Daniel Hofstetter, rücken wird. Weitere personelle Veränderungen gegenüber der Partie gegen den Chemnitzer FC sind unwahrscheinlich. Trotz aller positiver Nachrichten im sportlichen Bereich gibt es auch Sorgen am Unterhachinger Sportpark: Da sich die Suche nach einem Hauptsponsor nach wie vor schwierig gestaltet, räumte Präsident Manfred Schwabl kürzlich in einem Interview mit dem Münchner Merkur ein, dass es möglicherweise schon in der Winterpause zu Verkäufen von Leistungsträgern kommen könne. Gleichzeitig schränkte er allerdings ein: „Wir werden die Spieler nicht herschenken. Wir würden die Saison ja auch so überstehen. Der Preis muss passen.“ Ob der Aufwärtstrend der Spielvereinigung gegen den SV Darmstadt 98 anhält und man auch in der Rückrunde aktiv um die ersten drei Plätze mitspielen kann, wird sich zeigen. Präsident Schwabl allerdings, will vom Aufstieg vorerst nichts wissen: „Absolute Priorität hat, und das muss ich allen Träumern in aller Deutlichkeit bewusst machen, die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins“, erklärte er gegenüber dem Münchner Merkur.

 

 Auswärtsschwache Lilien

Beim SV Darmstadt 98 hingegen wurde die Hinrunde, ganz im Gegensatz zum morgigen Gegner, gehörig verpatzt. Waren die Hessen im Vorfeld der Saison noch mit dem hehren Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“ gestartet, stellen sie nun mit 15 Punkten das Schlusslicht der Liga dar. Aus den letzten neun Spielen konnten lediglich fünf Punkte errungen werden. Einen dieser Zähler erspielte man beim Aufeinandertreffen mit den Stuttgarter Kickers, wo man gehöriges Pech hatte: Bis kurz vor Schluss hatte das Team, durch den 1:0-Führungstreffer von Danny Latza, wie der sichere Sieger auf des Gegners Platz ausgesehen. Doch dann besorgte Stuttgarts Toptorjäger Marco Grüttner in der 89. Spielminute den Ausgleichstreffer. Aufgrund der größeren Spielanteile wäre ein Auswärtssieg in Stuttgart zwar durchaus verdient gewesen, eklatant ist die Auswärtsschwäche „der Lilien“ allerdings trotzdem. Momentan stehen vier Auswärtspunkte zu Buche (null Siege, vier Remis, sechs Niederlagen). Die Lilien haben überdies ein Torverhältnis von 17 Gegentreffern bei sieben erzielten Toren.

"Im Team zum Erfolg"

Immer weiter in die Kritik gerät daher Trainer Jürgen Seeberger. Man wirft ihm ein zerrüttetes Verhältnis zur Mannschaft und fachliche Fehler vor. „Fast besessen versucht er der Mannschaft sein Defensivkonzept aufzudrücken, obwohl die es wie ein transplantiertes Organ abstößt“, berichtete beispielsweise die Frankfurter Rundschau in ihrer Online-Ausgabe. Außerdem fallen wenig nachvollziehbare Personalwechsel auf. So stellte er beispielsweise zur Drittligapartie gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund, Spielmacher Elton da Costa in den Sturm – ohne Erfolg. Das Spiel ging mit 1:2 verloren. Gegen die SpVgg Unterhaching sind keine Personalwechsel im Vergleich zur Partie in Stuttgart zu erwarten. Nicht im Kader sein, werden definitiv die Verletzten Benjamin Maas (Mittelfußbruch) und Benjamin Gorka (muskuläre Probleme). Coach Seeberger erklärte laut Vereinshomepage gestern auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Partie: "Unterhaching hat eine offensiv ausgerichtete Mannschaft, die eine bemerkenswerte Vorrunde gespielt hat.“ Weiterhin forderte er, dass man als Team zum Erfolg kommen müsse. Ein potentieller Neuzugang befindet sich laut Angaben des Dieburger Anzeigers derzeit im Probetraining. Der zuletzt vereinslose Verteidiger Stefan Hickl spielte vor und hinterließ einen guten Eindruck. „Er ist wegen seiner Zweitliga-Erfahrung interessant für uns“, so Seeberger.

Nicht klar ist, ob die Partie am morgigen Freitag überhaupt stattfinden kann. Der Wetterbericht für München und Umgebung prognostiziert starke Schneefälle und Frost. Sollte der Wettergott beiden Mannschaften keinen Strich durch die Rechnung machen, ist um 18 Uhr Anpfiff im Unterhachinger Sportpark. Schiedsrichter der Partie ist Tim Sönder aus Kiel.

FOTO: Cello Klettermaxe / fototifosi.de

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button