Unterhaching ringt Karlsruhe nieder – Osnabrück geht unter

Zum Auftakt des 2. Spieltages musste sich der Karlsruher SC am Freitagabend mit 2:3 bei der SpVgg Unterhaching geschlagen geben – das Siegtor für den Aufsteiger fiel dabei erst in der 89. Minute. Der VfL Osnabrück kassierte vor heimischen Publikum derweil eine 0:4-Klatsche gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Unterhaching dreht Spiel gegen Karlsruhe

Der Aufsteiger aus der Münchener Vorstadt begann frech und kam bereits nach wenigen Sekunden zur ersten Chance: Nach einem Ballverlust von Föhrenbach kam das Leder von Müller zu Kiomourtzolgou, der aus zehn Metern jedoch klar verzog. Erst nach knapp acht Minuten konnten sich die Gäste aus der Umklammerung der Bayern befreien und erhielten vier Zeigerumdrehungen später einen Elfmeter – Fink wurde von Dombrowka zu Fall gebracht. Der Gefoulte trat selbst an und brachte den KSC etwas glücklich mit 1:0 in Führung. Unterhaching war um eine schnelle Antwort bemüht, in Minute 16 verpasste Müller um Zentimeter. Auf der Gegenseite hätte kurz danach bereits das 2:0 fallen können, Stroh-Engel scheiterte jedoch an Haching-Keeper Korbinian Müller (19.). Fünf Zeigerumdrehungen später zeigte Schiedsrichter Robert Schröder erneut auf den Punkt – dieses Mal auf der anderen Seite, nachdem Pisot den heranstürmenden Hain abgeräumt hatte. Wieder trat der Gefoulte selbst an und netzte zum verdienten 1:1 ein (24.). Unterhaching drückte nun auf die Führung, Karlsruhe wirkte sichtlich angeschlagen. Dennoch ging der KSC nach 38 Minuten durch David Pisot wieder in Führung. Nach einer Ecke bekam Unterhaching den Ball nicht geklärt, sodass Pisot aus acht Metern einschweißen konnte – keine Chance für Müller. Die Antwort der Hausherren ließ aber nicht lange auf sich warten: Vom Anstoßpunkt kam der Aufsteiger direkt nach vorne, eine Vorlage von Kiomourtzolgou verwertete Sascha Bigalke zum 2:2-Pausenstand (39.).

Nach dem Seitenwechsel trat der KSC zunächst deutlich präsenter auf und erhöhte den Einsatz, Fink (46.) und Piost (48.) hatten früh erste Chancen. Kurz danach hatten die Badener aber gleich doppelt Glück: Erst verpasste Steinherr den Kasten nur knapp (51.), dann erkannte Schiedsrichter Schröder einen Treffer von Steinherr aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht an (53.) – eine klare Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder zeigten. Unterhaching reagierte mit wütenden Angriffen, Bigalke (von der Mittellinie / 58.) und Müller (59.) verpassten das Ziel jeweils nur knapp. Das 3:2 für die Spielvereinigung lag in der Luft, Karlsruhe konnte nur noch reagieren. So auch in der 66. Minute, als KSC-Keeper Uphoff einen Schuss von Steinherr erst im Nachfassen hatte. In der Schlussphase rannten die Gäste noch einmal an, das Tor fiel kurz vor dem Ende aber auf der anderen Seite: Der vier Minuten zuvor eingewechselte Stefan Schimmer nahm sich in der 89. Minute ein Herz und nagelte den Ball in den Winkel – Wahnsinn! Im Anschluss warf Karlsruhe alles nach vorne, konnte die erste Niederlage im zweiten Spiel aber nicht mehr verhindern. Unterhaching feierte derweil den ersten Saisonsieg.

0:4! Osnabrück geht gegen Wiesbaden unter

Vor 7.790 Zuschauern an der Bremer Brücke erwischten die Gäste einen Blitzstart und gingen bereits nach fünf Minuten mit dem ersten Angriff in Führung. Nach einem schnellen Konter kam der Ball zu Manuel Schäffler, der VfL-Keeper Marius Gersbeck keine Chance ließ – 1:0 für Wiesbaden. Mit der Führung im Rücken spielte der SVWW stark auf, Osnabrück wirkte ideenlos. So war das 2:0 für Wiesbaden nur eine Frage der Zeit – nach 21 Minuten war es dann auch so weit: Steven Ruprecht stand nach einer Ecke von Alf Mintzel vollkommen frei und konnte problemlos einnetzen. Wie einfach ging das denn? Osnabrück war nun völlig von der Rolle und hätte nur zwei Zeigerumdrehungen später beinahe das 0:3 kassiert – Schäffler bekam aber keinen Druck hinter seinen Schuss. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zogen sich die Gäste zurück, was Osnabrück Räume öffnete. Wirklich nutzen konnte die Enochs-Elf diese aber nicht – wenn es gefährlich wurde, dann über die Außenbahn. Echte Torchancen sprangen dabei jedoch nicht heraus, sodass es mit dem 2:0 für Wiesbaden in die Pause ging.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte Enochs um und brachte mit Halil Savran einen Stürmer für Abwehrspieler Zorba. Und in der Tat trat der VfL nun druckvoller auf, wirklich zwingend waren die Aktionen aber immer noch nicht. Ein Beispiel: In Minute 51 knallte Reimerink einen Ball auf das Stadiondach – ohnehin waren die Standards der Niedersachsen stark verbesserungswürdig. Mit zunehmender Spieldauer wurde es auf dem Platz immer hitziger, mehrere gelbe Karten waren die Folge. Dem VfL fehlte es unterdessen weiterhin an Ideen, um die Abwehr der Hessen auszuhebeln. 15 Minuten vor Schluss hätte Schäffler alles klar machen können, wurde aber bedrängt. Wenig später verpasste Danneberg den Anschlusstreffer, als ihm das Leder über den Spann rutschte (78.). Kurz vor dem Ende machte der SVWW dann kurzen Prozess: Erst erhöhte Funk nach einem Konter auf 3:0 (88.), dann traf Andrist per Nachschuss noch zum 4:0 (90.). Ein bitterer Tag für den VfL, ein überaus erfolgreicher Freitagabend für den SV Wehen Wiesbaden, der vorerst die Tabellenführung übernimmt.

 
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