"Unter aller Kanone": VfL hadert mit Anfangsphase

Der VfL Osnabrück erkämpfte sich am Samstag gegen Fortuna Köln nach einer desolaten Anfangsphase und einem 0:2-Rückstand in einer guten zweiten Hälfte ein 2:2-Unentschieden. In der Schlussphase wäre sogar durchaus noch der Sieg möglich gewesen.

Katastrophaler Beginn

Bereits zum sechsten Mal in dieser Saison geriet die Mannschaft des VfL Osnabrück innerhalb der ersten fünf Minuten in Rückstand und lag nach grade mal 19 Sekunden Spielzeit mit 0:1 zurück. Hamdi Dahmani überwand Torhüter Marius Gersbeck, der zu weit vor dem Tor stand, mit einem Heber. Dabei wurde Dahmani von der Osnabrücker Hintermannschaft allerdings auch sträflich allein gelassen. Die Verunsicherung in der Mannschaft war in der Folge deutlich zu spüren. Die defensive Leistung aus der ersten Halbzeit bei Wehen Wiesbaden vergangene Woche (1:4 zur Pause), wurde sogar noch einmal unterboten. Die Spieler des VfL standen zu weit vom Gegenspieler weg, gingen gar nicht erst in die Zweikämpfe rein und ließen vor allem die von ihrem Trainer Daniel Thioune geforderte „Galligkeit“ in jeder Aktion vermissen.

"Man hat gemerkt, dass wir nach dem Rückstand eine gewisse Verunsicherung hatten. Grade auch mit dem 1:5 aus Wiesbaden im Rücken“, versucht Tim Danneberg die Anfangsphase im Anschluss an die Partie bei "VfL-TV" zu erklären. Der zentrale Mittelfeldspieler versuchte sich aber nicht mit Ausreden, sondern ging auch knallhart mit der Mannschaftsleistung ins Gericht. "Die ersten 20 Minuten waren unter aller Kanone. So dürfen wir uns grade in der Situation, in der wir uns befinden nicht präsentieren." Auch sein Trainer empfand die "ersten 15 Minuten" als absolut "nicht ausreichend". Das zweite Gegentor war symptomatisch für die Anfangsphase. Daniel Keita-Ruel konnte in aller Seelenruhe an drei Osnabrücker Spielern vorbeilaufen. Das Pech kam für die Osnabrücker noch dazu, dass der zunächst von Torhüter Gersbeck gehaltene Ball zum Nachschuss wieder vor den Füßen Keita-Ruels landete. Köln war auch in den folgenden Minuten dem 3:0 näher als die Osnabrücker dem Anschluss.

Osnabrücker Anschluss vor der Pause

Gefahr konnten die Gastgeber in der ersten Halbzeit wenn überhaupt nur über Standardsituationen erzeugen. So legten die Osnabrücker durch einige gute Eckbälle und Freistöße getreten von Marcos Alvarez etwas an Selbstvertrauen zu und hielten die Kölner Südstädter aus der eigenen Hälfte fern. Eine Freistoßvariante, in der Kapitän Christian Groß per Kopf vom zweiten Pfosten auf den in der Mitte völlig freistehenden Tim Danneberg vorlegte, führte so zum zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden Anschluss. Auf einmal waren sowohl Publikum, als auch Mannschaft wach und hätten sogar noch vor der Pause durch Sebastian Klaas den Ausgleich erzielen können. "Wir haben ab dem 1:2 gut gespielt und gekämpft. Den Punkt haben wir uns verdient“, analysierte der Osnabrücker Jules Reimerink.

Tatsächlich wirkte der VfL nach der Pause viel frischer und aggressiver in den Zweikämpfen. Die Defensive konnte so merklich stabilisiert werden. "Wie wir die zweite Halbzeit angegangen sind, so müssen wir unsere Heimspiele mit aller Macht bestreiten“, so Danneberg und ergänzt verärgert: "Wenn man sieht was möglich gewesen wäre, wenn wir so von Anfang an wach gewesen wären, ist das sehr ärgerlich". Nach einigen guten Ansätzen, meist wieder über Standardsituationen, gelang der zu dem Zeitpunkt verdiente Ausgleich durchaus kurios. Der Kölner Innenverteidiger schlug bei einem Klärungsversuch dank miserabler Platzverhältnisse über den Ball, der so bei Reimerink landete. Zum Schluss wäre sogar noch mehr drin gewesen für die Niedersachsen. "Mit etwas Glück hätten wir die drei Punkte mitnehmen können“, gibt sich Reimerink enttäuscht. Er selbst hatte dabei die Riesenchance freistehend per „Hinterkopfball“. Dies wäre dem Spielverlauf aber nicht gerecht gewesen. Für das nächste Spiel beim Halleschen FC nehmen sich die Osnabrücker um Tim Danneberg vor, "die positiven Dinge aus dem Spiel mitzunehmen, aber auch kritische Dinge anzusprechen“. Das nächste Heimspiel am 9.2. gegen den Chemnitzer FC wird dann auf neuem Rasen ausgetragen werden.

   
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