"Uns wurden zwei Tore geklaut": Schiri-Frust beim DSC – Kniat bleibt

Eigentlich sollte der Sieg in Freiburg vor einer Woche das Ende der Krise für Arminia Bielefeld bedeuten, doch mit der 1:2-Niederlage gegen Unterhaching mussten die Ostwestfalen nun einen neuerlichen Rückschlag sowie die sechste Pleite in den letzten sieben Spielen hinnehmen. Groß war der Frust auch über zwei Schiedsrichter-Entscheidungen, während es von den Rängen wieder "Kniat-raus"-Rufe gab. Eine Trainerdiskussion erstickte Sportchef Michael Mutzel aber direkt im Keim. 

"Das hat uns das Spiel gekostet"

Es war nach Spielende mächtig sauer, als er zum Interview mit "MagentaSport" kam, Nassim Boujellab. "Ich muss mir erstmal im Klaren darüber werden, dass ich in der 3. Liga bin", sagte der 24-Jährige. Gemeint waren die Schiedsrichter-Entscheidungen, die in der 3. Liga "sehr oft falsch sind. Heute hat man es wieder gesehen. Und das ärgert mich zutiefst". Was war passiert? Gegen den Aufsteiger sahen sich die Ostwestfalen in gleich zwei Szenen benachteiligt. Zunächst in der 67. Minute, als Boujellab nach einer Vorlage von Shipnoski das vermeintliche 2:2 erzielt hatte. Das Schiedsrichter-Team um Mario Hildenbrand wollte den Ball beim Zuspiel jedoch bereits im Aus gesehen haben, sodass sie dem Treffer die Anerkennung verwehrten. Gänzlich auflösen lässt sich die Szene anhand der TV-Bilder zwar nicht, dennoch legen die Kameraeinstellungen den Verdacht nahe, dass der Ball nicht im Aus war.

Erneut gegen den DSC entschied Hildenbrand in Minute 83, nachdem Boujellab bei einem Duell mit Schifferl im Strafraum zu Fall gekommen war. "Bei aller Liebe, aber klarer geht es nicht", schimpfte der 24-Jährige bei Ansicht der TV-Bilder. "Er stellt mir den Weg zu, ich habe keinen anderen Ausweg. Er trifft mich ganz klar. Somit ein klarer Elfmeter." Das Fazit des Mittelfeldspielers zu der Niederlage fiel entsprechend eindeutig aus: "Wir können zwar darüber reden, dass ich eine Riesenchance nicht gemacht habe, aber nichtsdestotrotz wurden uns zwei Tore geklaut. Das hat uns das Spiel gekostet." Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Großer in Minute 63 Glück hatte, nach einer Grätsche gegen Keller nicht mit Rot vom Platz zu fliegen, sondern stattdessen nur mit Gelb bedacht wurde.

Boujellabs Plädoyer auf Kniat

Nur allein am Schiedsrichter wollte Boujellab die vierte Heimpleite in Folge aber ohnehin nicht festmachen. "Es wird allerhöchste Zeit, dass sich jeder mal hinterfragt, wie es sein kann, dass wir in der ersten Halbzeit immer einem Rückstand hinterherlaufen. Da müssen wir uns echt mal zusammenraufen." Denn nicht zum ersten Mal in dieser Saison geriet der DSC früh in Rückstand (10.), kassierte vor der Pause sogar noch einen zweiten Treffer (35.) und wachte erst mit dem Anschluss durch Biankadi (58. / Elfmeter) wieder auf. Allein Keeper Kersken, der in der Nachspielzeit sogar noch einen Elfmeter parierte, war es zu verdanken, dass es bei zwei Gegentreffern blieb. Am Trainer liege es aber nicht, betonte der 28-Jährige – und hielt ein Plädoyer auf Kniat: "Er hat überhaupt keine Schuld, sondern gibt uns den perfekten Plan mit an die Hand. Wir bekommen es einfach nicht hin und machen die Dinger nicht rein. Es tut mir Leid für das Trainerteam, dass sie so angegriffen werden." Damit spielte Boujellab auf die "Kniat-raus"-Rufe und Pfiffe nach Spielende an, die es in dieser Form bereits vor zwei Wochen nach der Niederlage gegen Köln gegeben hatte.

Kniat selbst sprach davon, den Gegner eingeladen zu haben, nachdem die Abwehr bei beiden Gegentore alles andere als gut aussah. "Die Einstellung kann ich den Jungs nicht absprechen, aber die individuellen Fehler nerven schon das ganze Jahr. Das war wieder der Genickbruch. Dann steht es 0:2, und du läufst der Musik hinterher. Das ist hammerhart." Hinten raus war Arminia dem Punktgewinn zwar nahe, doch es reichte nicht mehr. "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, weil uns die einfachen Dinge Punkte kosten. Das ist extrem bitter." Anstatt sich weiter von den Abstiegsplätzen zu distanzieren, könnte Mannheim am Sonntag wieder auf einen Punkt ranrücken. "Wir müssen uns weiter gegen alle Widerstände wehren", forderte Kniat. "Das Spiel in Freiburg sollte uns eigentlich Auftrieb geben, hat es leider nicht. Jetzt fangen wir wieder bei Null an. Das war eine harte Saison", war Kniat spürbar resigniert, betonte aber: "Wir bekommen das hin, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt."

Mutzel erstickt Trainerdiskussion

Die nächste Bewährungsprobe ist das Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken am kommenden Sonntag – weiterhin mit Kniat auf der Bank: "Der Trainer war für diese Niederlage nicht verantwortlich", stärkte Sportchef Michael Mutzel dem 38-Jährigen in der "Neuen Westfälischen" unmittelbar nach der Partie den Rücken und erstickte eine Trainerdiskussion damit im Keim. "Der Trainer hat eine klare Anweisung gegeben, wie die Dinge zu machen sind, und die wurde heute nicht umgesetzt", sagte Mutzel, laut dem die Niederlage "vermeidbar und unnötig" gewesen sei. "Wenn wir keine Fehler mehr machen, dann holen wir die Ergebnisse – in dieser Konstellation."

   
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