"Unfassbar": Großer Arminia-Frust nach erneutem Nackenschlag

120 Sekunden fehlten Arminia Bielefeld am späten Sonntagnachmittag zum Auswärtssieg in Saarbrücken, so stand der DSC nach einem Gegentor in der vierten Minute der Nachspielzeit nur mit einem Punkt da. Der Frust nach dem erneuten Nackenschlag war groß, gleichzeitig sprach Trainer Mitch Kniat aber von einer "richtig guten Leistung" seiner Mannschaft. 

"Vielleicht fehlte ein Stück weit die Reife"

Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als der FCS nochmal einen Einwurf bekam und diesen in den Strafraum brachte. Dort war Simon Stehle im Rückraum völlig unbewacht, traf aus 14 Metern zum ganz späten Ausgleich und entriss der Arminia damit wichtige Punkte im Abstiegskampf. "Ich dachte, das Ding war durch und habe mich schon gefreut. Dann bekommen wir wieder so ein Ei – unfassbar", fehlten Nicklas Shipnoski bei "MagentaSport" zunächst die Worte.

Zuvor hatte der 26-Jährige die Ostwestfalen nach 63 Minuten in Führung gebracht, danach verpasste es Bielefeld jedoch mehrfach, den zweiten Treffer nachzulegen. "Wir müssen das 2:0 machen", ärgerte sich der Torschütze. Im Vorfeld hätte Arminia ein Unentschieden beim FCS womöglich angenommen, "aber nach dem Spielverlauf müssen wir drei Punkte holen", befand Shipnoski. "Zumal wir alles auf dem Platz gelassen haben. Aber vielleicht fehlte ein Stück weit die Reife." Auch Trainer Mitch Kniat machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Erstmal ist es ein Scheiß-Gefühl, wenn du in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassierst. Wie hätten den Sack zu machen müssen, dann wäre alles gut gewesen. Es wäre auch verdient gewesen." Selbst nach dem Gegentor hatte Bielefeld nochmal eine Chance.

Kniat sah "richtig gute Leistung"

Doch bei allem Frust über den verpassten Sieg hob der 38-Jährige hervor, eine Mannschaft gesehen zu haben, die "sehr überlegen" gewesen sei. "Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat gefruchtet. Es waren viele spielerische Elemente drin, auch kämpferisch war das gut." Insgesamt habe Kniat eine "richtig gute Leistung von der ersten bis zur letzten Minute" gesehen. "Die Jungs haben voll mitgezogen. Damit bin ich sehr zufrieden." In der Tat präsentierten sich die Ostwestfalen gegenüber dem 1:2 gegen Unterhaching am vergangenen Spieltag verbessert.

Und hatten nach drei Minuten zudem Pech, dass es keinen Elfmeter gab, nachdem Boujellab gegen Gaus zu Boden gegangen war. "Ich weiß nicht, wie er das begründet, dass er den Körper reinstellt. In meinen Augen will er ihn wegblocken und hindert ihn am freien Schuss", sagte Kniat nach Ansicht der TV-Bilder. "Wenn einer so fliegt, ist es schwer zu sagen, dass er den Körper reinstellt. Aus meiner Sicht ist es ein Elfmeter." Sich daran aufhängen wollte Arminias Coach aber nicht. "Es macht keinen Sinn, sich über Schiri-Entscheidungen zu unterhalten. Die sind die Profis. Wenn sie meinen, dass es keiner war, dann akzeptiere ich das."

"Gegen Verl müssen definitiv drei Punkte her"

Nach nur vier Punkten aus den letzten acht Partien bleibt Bielefeld weiter im unteren Tabellenmittelfeld hängen und droht weiter an Vorsprung auf die Abstiegsplätze einzubüßen, sollte Waldhof Mannheim am Abend in Freiburg gewinnen. Dennoch geht Kniat fest davon aus, auch beim Heimspiel gegen den SC Verl am kommenden Sonntag auf der Bank zu sitzen: "Mir wurde nichts anderes gesagt."

Klar ist: "Gegen Verl müssen definitiv drei Punkte her", gab Shipnoski die Richtung vor – und stärkte seinem Coach den Rücken: "Wenn man das Spiel gesehen hat, erklärt das einiges. Mehr muss ich dazu nicht sagen." Für Kniat wird es das Duell mit einem Ex-Klub, doch für Emotionen sei kein Platz. Zu wichtig ist die Partie gegen den Nachbarn, die unbedingt gewonnen werden muss. "Wir müssen immer weitermachen", machte Arminias Coach klar.

   
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