"Unerklärlich": 1860 zurück im Krisenmodus – Wackelt Köllner?

Nur eine Woche nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen den FSV Zwickau ist der TSV 1860 München durch die Niederlage gegen Dynamo Dresden zurück im Krisenmodus. Zwar hat sich der Rückstand auf den Relegationsplatz nicht verändert, allerdings haben die Löwen eine große Chance verpasst, ranzurücken. Die Zukunft von Trainer Michael Köllner scheint einmal mehr ungewiss.

"Es ist auch ein bisschen meine Schuld"

Weil sich der 1. FC Saarbrücken am Samstag beim SC Verl geschlagen geben musste, hätte der TSV mit drei Punkten gegen Dresden gleichziehen können. Und nach fünf Minuten, als Albion Vrenezi die frühe Führung erzielte, sah es diesbezüglich auch gut aus. Doch danach gab 1860 die Partie aus der Hand, kassierte nach der Pause zwei Gegentore und stand am Ende mit leeren Händen da. Warum seine Mannschaft nach dem Führungstor derart nachgelassen hat, darauf hatte Trainer Michael Köllner unmittelbar nach Schlusspfiff keine Antwort: "Das ist eine gute Frage", sagte er am "MagentaSport"-Mikrofon. "Wir haben furios begonnen, aber schon nach einer halben Stunde war ein Bruch drin."

Dabei hatten die Löwen durchaus aussichtsreiche Angriffe, ließen viele dieser Umschaltmomente jedoch liegen, was auch Köllner bemängelte. Und während vorne der "Killerinstinkt" fehlte, wie es der Oberpfälzer formulierte, schalteten die Löwen hinten einfach ab. So wie beim Ausgleich in der 56. Minute, als Tim Rieder nach einem Zweikampf mit Christian Conteh am Boden liegenblieb und die Löwen in der Annahme waren, der Schiedsrichter würde die Partie unterbrechen. Tat er aber nicht, sodass Stefan Kutschke ohne große Probleme einköpfen konnte. "Das darf nicht passieren, das muss man sauber zu Ende verteidigen", kritisierte Köllner.

Und auch Raphael Holzhauser, der Vorlagengeber Ahmet Arslan unbedrängt flanken ließ, zeigte sich selbstkritisch: "Es ist auch ein bisschen meine Schuld. Ich verhalte mich da nicht gut, wir verhalten uns da nicht gut bei der Flanke. Und dann macht der Gegner das Tor." 20 Minuten später legte Dynamo sogar noch eines nach, sodass die Löwen als Verlierer vom Platz gingen. "Es ist ein bisschen unerklärlich. Wir machen 20-30 Minuten ein gutes Spiel, dann verpassen wir es, den Schwung mitzunehmen. In der zweiten Halbzeit kriegen wir zu einfach die Tore. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da!“

Wie geht es für Köllner weiter?

Sehr zum Ärger der Fans, die das Team nach Spielende mit Pfiffen in der Kurve begrüßten. Den Frust der Anhänger könne Köllner verstehen, wie er auf der Pressekonferenz sagte, betonte aber gleichzeitig: "Es ist kein Automatismus, gegen einen Zweitliga-Absteiger, der als klarer Favorit in die Saison gegangen ist, zu gewinnen." Problem nur: Von den letzten sieben Partien konnte 1860 nur das Spiel gegen Zwickau gewinnen. Und das ist viel zu wenig für die Aufstiegsambitionen. Der Relegationsplatz bleibt durch die Saarbrücker Niederlage zwar nur drei Punkte entfernt, bis zum SV Wehen Wiesbaden, der Rang 2 belegt, sind es dagegen nun schon sieben Zähler.

Entsprechend wird auch die Luft für Köllner, der bereits vor dem Spiel gegen Zwickau angezählt war, wieder dünner. Die "Bild" spekuliert bereits, dass der Oberpfälzer nun "gewaltig wackelt". Angeblich sollen hinter den Kulissen sogar schon Gespräche mit möglichen Nachfolgern laufen. Ein ganz heißer Kandidat sei Ex-Bayern-Profi Thorsten Fink, heißt es. Köllner gab sich derweil kämpferisch: "Die indirekte Konsequenz ist jetzt, dass wir eine konstante Serie hinlegen und am besten aus den beiden kommenden Auswärtsspielen in Oldenburg und Meppen sechs Punkte holen."

Diese Ausbeute ist in der Tat Pflicht, wenn man oben dran bleiben will. "Wir müssen einfach konsequenter spielen. Dann braucht uns nicht bange sein", meinte der 53-Jährige, der in Oldenburg auf den gesperrten Yannick Deichmann verzichten muss (fünfte gelbe Karte). Holzhauser sagte: "Wir dürfen nicht auf die Tabelle gucken, sondern müssen in den nächsten 18 Spielen Gas geben." Gelingt das in den kommenden Spielen nicht, könnte der Aufstiegszug bald ohne die Löwen abfahren.

   
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