Ulms Reichert über Aufstieg: "Kommt einem Wunder gleich"

Am letzten Samstag hat der SSV Ulm 1846 den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga perfekt gemacht. Eine besondere Figur in diesem Fußballmärchen ist Kapitän Johannes Reichert, der schon rund 25 Jahre für die Spatzen kickt. Im Interview mit "dfb.de" sprach er über das Fußballwunder, die Feierlichkeiten und die Erfolgsfaktoren.

"Was wir geschafft haben, kommt einem Wunder gleich"

Für den gebürtigen Ulmer Reichert ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Als mit dem Abpfiff der Heimpartie gegen Viktoria Köln der Aufstieg feststand, war ihm sofort klar: "Wir haben etwas ganz Großes und Historisches erreicht." Denn nach 23 Jahren ist der SSV wieder zweitklassig. Zu jener Zeit war Reichert schon im Verein, dem er in der jüngsten Altersklasse, den Bambinis, beitrat und ihm dadurch besonders verbunden ist: "Der Verein ist Heimat, Familie und Lebensmittelpunkt in einem. Bei uns zu Hause sind alle SSV-Fans."

Sogar die bislang einzige Bundesliga-Saison 2000/01 erlebte er hautnah mit, war bei jedem Heimspiel im Stadion und manchmal sogar als Balljunge im Einsatz. "Die Euphorie im Stadion und das Funkeln in den Augen der Menschen hat mich als kleiner Junge gepackt, das werde ich nie vergessen." Nun hat er den Ulmer Fans innerhalb von zwölf Monaten zwei Aufstiege beschert, ein unglaublicher Lauf. "Wir haben das Unmögliche möglich gemacht. Was wir in Ulm geschafft haben, kommt einem Wunder gleich. Niemand hätte diese Entwicklung vorhersehen können."

"Jeder Spieler hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt"

Doch dass dieser Triumph kein Zufall ist, weiß auch der Abwehrchef. Eine Zutat für das Erfolgsrezept liegt für ihn darin, dass die Mannschaft nach dem Aufstieg aus der Regionalliga zusammen geblieben ist. "Der Kern des Teams war schon eingespielt und wurde mit den Zugängen noch gezielt verstärkt." Nicht nur auf dem Platz harmonieren die Ulmer miteinander, auch der Zusammenhalt ist intakt. "Jeder Spieler hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Der Teamgeist ist bei uns extrem stark ausgeprägt. Auch die Spieler, die hinten dran waren, haben immer alles für den Erfolg getan."

Darüber hinaus hat eine ausgeprägte Heimstärke den Unterschied ausgemacht, nur zwei Heimspiele gingen verloren. "Selbst als wir während der Wintermonate unsere Heimspiele in Aalen austragen mussten, hat uns das nicht vom Kurs abgebracht", bemerkte Reichert. Diese Zielstrebigkeit wird allen voran von Trainer Thomas Wörle vorgelebt, der seine Schützlinge zu Höchstleistungen antreibt: "Fleiß, Disziplin, Demut und der Wille, jeden Spieler besser zu machen. Darauf legt er großen Wert."

"Ich sprühe vor Ehrgeiz"

Die Früchte dieser harten Arbeit kosten die Akteure nun mit reichlich Feierei aus. "Die gesamte Mannschaft hat sich nach dem Spiel noch mit den Fans auf den Rathausplatz getroffen. Danach haben wir es in zwei verschiedenen Clubs krachen lassen, haben die Nacht zum Tag gemacht", verriet der 32-jährige. Nach dem letzten Heimspiel gegen Verl und der Meisterehrung im Stadion soll noch auf einer großer Bühne auf dem Rathausplatz gefeiert werden. Schon jetzt freut sich das Urgestein auf die Duelle mit vielen großen Traditionsvereinen in der zweiten Liga und möchte auch dort als Führungsspieler vorangehen: "Definitiv traue ich mir das zu. Ich weiß, was ich kann. Ich sprühe vor Ehrgeiz, spüre die Leidenschaft und habe den unbedingten Willen."

   

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