Überraschungen der Saison: Darmstadt, Erfurt und Unterhaching

Die Hinrunde sowie zwei Partien der Rückrunde sind bereits absolviert. Während sich die Drittligisten derzeit im Urlaub befinden und erst Anfang Januar wieder ins Training einsteigen, wirft liga3-online.de in einer mehrteiligen Serie einen Blick zurück auf besondere Ereignisse in der Spielzeit 2013/2014. Im ersten Teil geht es um die Überraschungen der bisherigen Saison. Ganz oben auf dieser Liste steht ohne Abstriche der SV Darmstadt 98. Die Lilien, die in der vergangenen Saison sportlich eigentlich abstiegen waren und nur durch den Lizenz-Entzug des Rivalen aus Offenbach doch noch in der 3. Liga geblieben sind, übertrafen bisher selbst die größten Erwartungen. Der Grundstein für den Erfolg wurde bereits im vergangenen Sommer mit einigen geschickten Transfers gelegt, als unter anderem die derzeitigen Erfolgsgaranten Dominik Stroh-Engel (kam aus Wiesbaden), Jérome Gondorf (Stuttgarter Kickers) sowie Marcel Heller (Alemannia Aachen) verpflichtet worden sind. Insgesamt wurden zehn neue Spieler unter Vertrag genommen und 14 Akteure abgegeben.

Topscorer Dominik Stroh-Engel

Das neue Personal fand schnell zusammen, brauchte am Saisonstart jedoch drei Spiele, um in Fahrt zu kommen. Nach nur zwei Zählern aus den ersten drei Partien legte der Lilien-Express ab dem 4. Spieltag dann aber richtig los: Es folgten glanzvolle Siege gegen den MSV Duisburg (4:0) und Hansa Rostock (6:0), mit denen sich der SV98 in der Tabelle nach oben katapultierte. Vor allem Dominik Stroh-Engel deutete seine Qualitäten mehrfach an und erzielte gegen den F.C. Hansa gar vier Tore an einem Stück. Schon am elften Spieltag fand man sich auf dem vierten Platz der Rangliste wieder. Bis dorthin musste man sich lediglich gegen Osnabrück und Regensburg geschlagen geben. Zwischen dem 15. und 18. Spieltag lief es dann mit drei Niederlagen in Folge zwar nicht mehr optimal, doch zum Ende des Jahres gelang mit drei Siegen in Serie der Sprung auf den Relegationsplatz. Den größten Anteil am Erfolg hat neben Trainer Dirk Schuster ohne Zweifel Dominik Stroh-Engel, der in 20 Spielen 15 Tore erzielte und sieben weitere vorlegte. Spielen die Darmstädter weiterhin so konstant, winkt am Ende der Saison vielleicht sogar auf der Aufstieg. Und das obwohl man vor der Saison mit dem sicheren Klassenerhalt zufrieden gewesen wäre.

Erfurt mit jungem Team in Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen

Ebenfalls überraschen konnte auch der FC Rot-Weiß Erfurt. Die Thüringer, die in der vergangenen Saison lange um den Klassenerhalt zittern mussten und im Finale des Thüringen-Pokals mit einer Niederlage gegen den Fünftligisten Schott Jena die DFB-Pokal-Teilnahme sowie Einnahmen von über 100.000 Euro verpassten, spielen bislang eine starke Saison. Grundstein für den Erfolg war, ähnlich wie bei Darmstadt 98, der personelle Umbruch in der Sommerpause: Zehn Spieler wurden abgegeben, 15 neue und vor allem junge Akteure wurden verpflichtet. Alleine sieben Spieler schafften den Sprung aus der eigenen U19. Ohnehin scheint die deutliche Verjüngung des Kaders das Erfolgsrezept zu sein. Mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren belegen die Thüringer im ligaweiten Vergleich den dritten Rang – nur die beiden Reserveteams der Bundesligisten und die SpVgg Unterhaching treten mit einem noch jüngeren Kader an. Auch mit Trainer Walter Kogler, der vor der Saison aus Österreich kam, ist ein Glücksgriff gelungen. Ihm gelang es, die Mannschaft trotz zahlreicher Ausfälle während der Saison auf Kurs zu halten. Zwischenzeitlich standen die Rot-Weißen einmal auf dem zweiten und vier Mal auf dem dritten Platz. Für eine noch bessere Platzierung fehlte insgesamt die Konstanz: Zwar gab es gleich zwei Mal eine Serie von drei Siegen in Folge zu feiern, doch nach diesen Phasen folgten jeweils drei bzw. zwei Niederlagen in Folge. Ob es am Ende für den Aufstieg reicht, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz ist in dieser Saison jedenfalls sehr stark.

Unterhaching macht aus der Not eine Jugend

Zu den Aufstiegskandidaten gehörte über weite Strecken der Hinrunde auch die SpVgg Unterhaching, doch die junge Mannschaft aus der Peripherie Münchens konnte das hohe Niveau der ersten Partien nicht halten. Holte man aus den ersten neun Spielen noch 14 Punkte, wartet die SpVgg nun seit fünf Partien auf einen Sieg. Dennoch ist der derzeitige zehnte Tabellenplatz mehr als respektable. Aufgrund von finanziellen Engpässen sind die Unterhachinger Jahr für Jahr gezwungen, auf junge Spieler zu setzen. In der Sommerpause wurden 14 Spieler verpflichtet, die bis auf eine Ausnahme alle 23 Jahre oder jünger sind. Zudem stießen alle Akteure von unterklassigen Vereinen zur SpVgg. Für den Aufstieg wird es am Ende sehr wahrscheinlich nicht reichen, doch mit 28 Punkten nach 21 Spielen ist die Basis für das sichere Erreichen des Klassenerhaltes mehr als gut gegeben.

FOTO: Claus Krentscher

 

   
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