"Tut im Herzen weh": Krise bei Erzgebirge Aue verschärft sich

Statt des erhofften Befreiungsschlags im Derby gegen Dynamo Dresden setzte es für Erzgebirge Aue eine überaus bittere Niederlage, wodurch sich die Krise bei den Veilchen weiter verschärft. Dennoch sah Trainer Timo Rost ein "unglaublich gutes Spiel" seiner Mannschaft und machte ihr – abgesehen von der Chancenverwertung – keinen Vorwurf.

Chancenverwertung als großes Manko

Wie konnte Erzgebirge Aue dieses Spiel verlieren? Eine Frage, auf die beim FCE direkt nach Abpfiff niemand so recht eine Antwort hatte. "Meine Mannschaft weiß, dass sie über beide Hälften besser war als der Gegner", sagte Rost bei "MagentaSport". In der Tat gaben die Veilchen über nahezu die komplette Spieldauer den Ton an und hätten mindestens ein Remis verdient gehabt. Bis fünf Minuten vor dem Schluss sah auch alles danach aus, ehe Dynamo ein guter Angriff reichte, um durch einen Treffer von Christian Conteh als Sieger vom Platz zu gehen. "Dass wir durch den ersten Torschuss des Gegners in der zweiten Halbzeit das Gegentor fressen, ist sehr schade für die Mannschaft und einfach bitter", war Aues Coach sichtlich niedergeschlagen. Sein Team habe ein "unfassbar gutes Spiel" gemacht, lobte der 43-Jährge. "Wir haben ganz wenig zugelassen und können uns nichts vorwerfen."

Einziges Manko: die Chancenverwertung. "Die Möglichkeiten haben für zwei, drei Spiele gereicht", haderte Rost. Allein zweimal landete der Ball am Aluminium, eine Viertelstunde vor dem Schluss war zudem Dynamo-Keeper Drljaca mit einer Glanzparade zur Stelle. So bleibt Aue nach sechs Spieltagen bei gerade mal drei Treffern stehen. Damit stellen die Veilchen zusammen mit der SpVgg Bayreuth und Dortmund II den schwächsten Angriff der Liga. "Wenn du so viele Chancen hast und besser bist als der Gegner, ist die Enttäuschung riesig. Wir müssen uns jetzt schnellstens belohnen", fasste Rost zusammen.

"Leere" bei Klewin

Torhüter Philipp Klewin verspürte unmittelbar nach der Partie "Leere" und gab offen zu: "Es tut im Herzen weh, so ein wichtiges Spiel in der 85. Minute zu verlieren." Es sei "alles dabei gewesen, was wir uns vorgenommen haben. Über 90 Minuten haben wir alles reingeschmissen", sprach der Keeper seinen Mitspielern ein Lob aus. Dennoch als Verlierer vom Platz zu gehen, zumal Dynamo in der Offensive kaum stattfand, "ist ein kleiner Rückschlag, darüber müssen wir nicht reden".

Doch trotz aller Niedergeschlagenheit war Klewin darum bemüht, das Positive aus dem Spiel zu ziehen: "So ein Auftritt gibt Mut und Kraft. Irgendwann werden wir das Tor treffen." Der 28-Jährige sprach von einem "Lernprozess" und forderte: "Wir müssen jetzt alles invertieren, damit wir mal der glückliche Sieger sind." Dass das schon bald der Fall sein wird, davon zeigte sich Klewin überzeugt: "Der Sieg muss jetzt kommen und der wird jetzt kommen." Am besten schon am Freitag, wenn die Veilchen beim ebenfalls noch sieglosen Schlusslicht Rot-Weiss Essen gastieren. Ein Sieg ist eigentlich Pflicht, hat sich die Krise durch die Derby-Pleite doch weiter verschärft – unabhängig davon, dass die spielerische Leistung überzeugend war.

Legt Aue nochmal nach?

Denn am Ende zählen nur die Ergebnisse. Und mit nur drei Punkten aus sechs Spielen den vorletzten Tabellenplatz zu belegen, damit kann in Aue trotz des großen Umbruchs im Sommer wahrlich niemand zufrieden sein. Möglich daher, dass der FCE personell nochmal nachlegen wird: "Wenn uns ein Spieler qualitativ noch verbessern kann, werden wir mit Sicherheit noch was tun", ließ Rost durchblicken. Noch bis Donnerstag hat das Transferfenster geöffnet.

   
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