Turban, Tore, Trubel: Viktoria-Joker David Philipp im Interview

Im Interview mit liga3-online.de liefert David Philipp Gründe für den Sechs Punkte-Start des FC Viktoria Köln nach der Winterpause und spricht darüber, warum er mit einer Kopfverletzung im Mannheim-Spiel nicht ausgewechselt werden wollte.

"Habe die Schmerzen kaum gespürt"

liga3-online.de: Auf das Torfestival gegen den SC Verl (5:2) ließ Viktoria Köln am Dienstag in Mannheim ein 1:0 der Marke "Zähne zusammengebissen" folgen. Welche Art von Siegen sind für Sie die Schönsten, Herr Philipp?

David Philipp: Torfestivals nimmst du als Offensivspieler immer gerne mit. Rein vom Gefühl bin ich hier jedoch beim umkämpften Mannheim-Spiel. Die Atmosphäre unter Flutlicht, die Qualität des Gegners, selbst das Siegtor zu erzielen und damit meinem Team zu helfen – das hat zusammen schon einen besonderen Charakter.

Sie blieben nach einem Zusammenprall bis zur Schlussphase mit "Turban" auf dem Platz. Wurde, bevor Sie zu Beginn der 2. Halbzeit den Siegtreffer erzielen konnten, in der Pause über eine Auswechslung nachgedacht?

Natürlich hat Trainer Olaf Janßen erstmal gefragt, wie ich mich fühle und ob ich weiterspielen könne. Durch die Umstände schoss mir so viel Adrenalin durch den Körper, dass ich die Schmerzen kaum gespürt habe und unbedingt weiterspielen wollte.

Als Kopfball-Ungeheuer erleben wir Sie in den nächsten Tagen nicht, oder?

Ich glaube, auch darüber hinaus nicht. Kopfbälle waren nie so meine allergrößte Stärke (lächelt). Aber mit so einem Sieg im Rücken fühlt sich der Brummschädel am Tag danach zumindest wieder besser an.

 

"Personallage macht wenig bis keinen Unterschied"

Zum Abschluss der Englischen Woche wartet der TSV 1860 München als Gegner. Ist trotz gewachsenem Lazarett eine Neun Punkte-Woche möglich?

Unser Kader ist groß, und alle sind so voneinander überzeugt, dass wir sagen: Die Personallage macht wenig bis keinen Unterschied. Die Partie gegen 1860 München gehen wir genauso an wie die letzten beiden Spiele und setzen alles daran, wieder drei Punkte mitzunehmen.

Woran machen Sie die starken Auftritte nach der Winterpause fest, nachdem die Viktoria zu Saisonbeginn komplett in den Startlöchern (vier Niederlagen in den ersten fünf Spielen) hängen geblieben war?

Die Mannschaft hat sich dazu entschlossen, über die eher kurze Winterpause komplett durchzutrainieren. Das trägt jetzt erste Früchte. Wir sind wirklich fit und legen eine hohe Laufbereitschaft an den Tag. Nur so war es möglich, den Kampf im Mannheim-Spiel in dieser Art anzunehmen.

Erleben wir Sie nun weiterhin als Joker mit eingebauter Tor-Garantie oder reicht die Luft bald wieder für 90 Minuten?

Nominell hätte ich nichts dagegen, von der Bank zu kommen und in diesem Rhythmus weiter zu treffen. Grundsätzlich muss der Trainer entscheiden, wie ich dem Team am besten helfen kann.

Wie haben Sie trotz langer Verletzungspause in der Hinrunde und Kontaktbeschränkungen in der Pandemie den Bezug zur Mannschaft gehalten?

Vielleicht ist das eine Sache, die unsere Mannschaft besonders auszeichnet. Der Kontakt zu den Jungs war immer da – entweder per Telefon oder wir waren in Zweier-Gruppen unterwegs. In dieser Kabine sind wirklich einige Freundschaften entstanden.

 
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