Türpitz bereut Ellbogenschlag, ist aber sauer auf Bohl

Bislang gehörte Magdeburgs Philip Türpitz zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Ausgerechnet im Sachsen-Anhalt-Derby gegen den Halleschen FC (2:1) aber lagen bei ihm die Nerven blank: Nur 90 Sekunden nach seiner Einwechslung flog der 26-Jährige nach einem Ellbogenschlag gegen Daniel Bohl vom Platz. Im "Bild"-Interview bereut er die Aktion.

"Das war dumm von mir"

Die Szene, die Philip Türpitz ziemlich sicher noch einige Zeit verfolgen wird, spielte sich in der 71. Spielminute der Begegnung ab (Video unten). Türpitz, der erst Sekunden zuvor eingewechselt worden war, sagt bis heute, er sei von seinem Gegenspieler Daniel Bohl gebissen worden, der aber streitet genau das vehement ab. "Ich habe das nicht aus einer Laune heraus gemacht. Er hat mich gebissen. Die TV-Bilder sind eindeutig", äußert sich der Offensivspieler, gibt aber auch zu: "Trotzdem hätte ich mich schlauer verhalten müssen."

Unstrittig ist nur, was dann passierte: Türpitz holte zum Ellbogenschlag gegen Bohl aus und wurde folgerichtig vom Platz gestellt. "Das war dumm von mir", räumt Türpitz ein. Unabhängig davon hat Türpitz sich und seiner Mannschaft mit dieser Aktion einen Bärendienst erwiesen. Er sei deshalb "heilfroh, dass die Jungs das Ding trotzdem noch gewonnen haben."

Türpitz ist sauer auf Bohl

Auch wenn sich Türpitz nun selbstkritisch zeigt, sauer auf seinen Gegenspieler ist er trotzdem. Vor allem, weil der auf Nachfrage von Schiedsrichters Sven Jablonski einen Biss abgestritten habe. "Wenn man Mist baut, sollte man auch dazu stehen", sagte Türpitz, der nun mit einer wochenlangen Sperre rechnen muss. Zwar habe er direkt nach dem Spiel das Gespräch mit dem Schiedsrichter gesucht und sich für die "blöde Aktion" entschuldigt, sagte Türpitz, um eine Sperre werde er aber kaum herumkommen.

"Ich rechne mit vier Spielen Sperre", so Türpitz, der aber auf die Unterstützung seines Vereins bauen kann. Sollte er mit seiner Prognose Recht behalten, dann wäre das Fußball-Jahr 2017 für ihn gelaufen. Die drei noch ausstehenden Spielen gegen seine Ex-Klubs Chemnitz und Lotte würde er dann genauso verpassen wie die Partien gegen Großaspach und Erfurt. "Aber wenn es so kommt, werden wir sicher in Berufung gehen. Es ist schließlich auch die erste Rote Karte meiner Karriere", hofft der 26-Jährige auf ein mildes Urteil. Nun liegt der Ball beim DFB, ein Urteil wird in Kürze fallen.

Die Szene im Video:

 
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