Türkgücü München klagt sich wohl in den DFB-Pokal

Pokal-Hammer! Das Landgericht München hat am Freitag einer Klage von Türkgücü München gegen den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) stattgegeben, wonach der Verband dazu verpflichtet wird, Türkgücü anstelle des 1. FC Schweinfurt für die 1. Runde im DFB-Pokal zu melden. Rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht.

Landgericht kippt BFV-Beschluss

Wie es in einem Beschluss, den der Klub am Nachmittag öffentlich machte, heißt, werde der BFV verpflichtet, die Meldung des 1. FC Schweinfurt für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals vom 6. September 2020 "vorläufig zu widerrufen" und stattdessen Türkgücü München "vorläufig zu melden". Der DFB werde demnach verpflichtet, den Widerruf der Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 und die Meldung von Türkgücü München "vorläufig zuzulassen". Heißt: Statt dem 1. FC Schweinfurt muss nun offenbar Türkgücü für den DFB-Pokal gemeldet werden, wo der Drittliga-Aufsteiger auf den FC Schalke 04 treffen würde. Klar ist aber: An diesem Wochenende wird die Partie definitiv nicht stattfinden. Das ursprünglich für Sonntag geplante Spiel zwischen Schalke und Schweinfurt hat der DFB abgesetzt. "Über die Neuansetzung der Partie wird der DFB entscheiden, sobald die juristische Klärung herbeigeführt ist", teilte der Verband mit. Näher äußerte sich der DFB nicht.

Hintergrund der Klage: Grundsätzlich meldet der BFV neben dem Landespokal-Sieger auch die beste bayrische Amateurmannschaft für den DFB-Pokal – dies war bis zur Saison-Unterbrechung Anfang März Türkgücü München als Tabellenführer der Regionalliga Bayern. Doch nachdem Türkgücü vom BFV zum Aufsteiger in die 3. Liga erklärt wurde, strich der Verband den Klub aus der Wertung der Bayern-Staffel, die nicht wie die übrigen Regionalligen abgebrochen wurde, sondern in Kürze fortgesetzt wird. So belegte Schweinfurt (vormals Zweiter) zum Zeitpunkt der Meldefrist am 6. September den ersten Tabellenplatz und wurde entsprechend vom BFV für den Pokal gemeldet. 

Verband kündigt Widerspruch an

Zu Unrecht aus Sicht von Türkgücü, das nun erfolgreich dagegen klagte: "Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis des Bayerischen Fußballverbandes die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB Pokal teilnehmen zu lassen", erklärt Geschäftsführer Max Kothny. Die kurzfristige Satzungsänderung des BFV, die Schweinfurt 05 zum DFB Pokal zugelassen hätte, zeige "dass die ursprüngliche und stets von Türkgücü München verteidigte Position rechtmäßig ist", so Kothny. "Unsere Teilnahme an der 3. Liga war von Anfang an auch mit der geplanten Teilnahme am DFB Pokal verbunden."

Ob es aber tatsächlich dazu kommen wird, steht noch nicht endgültig fest. "Das Gericht hat sich nicht mit den notwendigen Anforderungen an die Durchführung eines Spielbetriebs auseinandergesetzt. Die Überlegungen und Verantwortungen, die sich der BFV seit Monaten fortwährend macht, um allen Vereinen in der Covid-19-Krise gerecht zu werden, wurden vom Gericht nicht verstanden. Dem werden wir im Widerspruchsverfahren entgegentreten", erklärte Reinhold Baier, für Rechtsfragen zuständiger Vize-Präsident beim BFV. An diesem Wochenende wird aber keine Entscheidung fallen.

   
  • ironimus

    Eigentlich geht es ja gar nicht um Türkgücü, sondern um die Machenschaften des BFV. Auf Betreiben von Koch werden diesem seit Jahren Extrawürste gebraten. Man denke nur an die "Beförderung" der Bayernliga zur Regionalliga, ohne dass dem jemand widersprach. Man braucht nicht viel Fantasie, um anzunehmen, dass auch der aktuelle Fall auf seinem Mist gewachsen ist. Während andere Regionalverbände die Saison wegen Corona vorzeitig beendet haben, wurde sie in Bayern nur unterbrochen. Aber um den Aufstiegsplatz nicht zu verlieren, hat man einfach den aktuellen Tabellenführer Türkgücü zum Aufsteiger "ernannt" und den Zweiten (Schweinfurt) für den DFB-Pokal gemeldet. Ich bezweifle, dass diese Vorgehensweise überhaupt regulär ist. Denn man spielt ja ab Ende September bis ins kommende Frühjahr (ohne Türkgücü) die Saison zu Ende und schickt den dann ermittelten "Meister" zusätzlich in die Aufstiegsrelegation zur 3. Liga. Wenn es gut läuft, hat man dann zwei Aufsteiger. Es ist mir unerklärlich, dass die anderen Verbände diese Trickserei unwidersprochen hinnehmen. Im DFB-Pokal fällt dem BFV seine unfaire Praxis nun auf die Füße. Die Kritik von Schalke ist berechtigt. Es ist aber nicht zu erwarten, dass viel passiert. Der DFB (Koch) wird es schon richten.

  • Philipp Schramm

    Mit dem Aufstieg in die 3. Liga ist Türkgücü München aber keine Amateurmannschaft mehr, also hätte Schweinfurt das Recht, im DFB-Pokal spielen zu dürfen.

    • DM von 1907

      Und warum hat der BFV die Spielordnung ausgerechnet einen Tag vor der Meldung für den DFB-Pokal so geändert, dass die Meldung von Schweinfurt überhaupt möglich war? Das stinkt doch zum Himmel!

      Ich bleibe dabei: Der BFV hat durch seinen unlogischen Schlingerkurs ohne Not diejenigen unklaren Rechtsverhältnisse geschaffen, die ihm jetzt auf die Füße fallen. Ich glaube nicht, dass der Widerspruch des BFV Erfolg haben wird.

      • Philipp Schramm

        Junge, lies doch mal richtig. Der BFV meldet den Landespokalsieger und die beste Amatuermannschaft. Die beste Amateurmannschaft war bei der Meldung eben der 1. FC Schweinfurt.
        DaTürkgücü München ja in die 3. Liga aufgestiegen ist, sind damit KEINE Amateurmannschaft mehr.
        Also hat Türkgücü München m.M. nach zu Unrecht geklagt.

  • egal

    Hey, damit wird dieser "sympathische" Verein ja noch sympathischer…

  • Doppelherz

    Aber warum erst jetzt?
    Oder ist es nur das Urteil, welches so kurz vor der 1.Runde gefällt wurde?

  • ChemieWalzer

    Keine Ahnung was ich von dem Club halten soll aber das ist der einzig richtige Weg und dann viel Glück gegen Schalke

  • Alvar Fågel

    Schuld hat hier der bayerische Verband, da kann man von dem Verein halten was man möchte. Anstatt wie alle anderen Regionalligen abzubrechen, wollte man hier wieder ne Extrawurst sein und lässt die Saison ohne den eigentlichen Meister fort führen. Einfach nur bekloppt.

    • Skis76

      Noch dazu ist die Saison in Bayern ja noch gar nicht zuende gespielt….

    • YumeNaito

      Dann hätte man aber auch die nicht als Meister aufsteigen lassen dürfen, weil wie du ja sagst die Saison nicht fertig gespielt ist

    • DM von 1907

      Der bayerische Landesverband hat erst ein großes Eigentor geschossen, indem er zunächst ohne Not unklare Rechtsverhältnisse geschaffen hat (die freuen immer Juristen und Gerichte!), um jetzt vor einem Scherbenhaufen zu stehen: Entweder man bricht ab und hat dann einen Meister (die bessere Lösung), oder man spielt weiter und logischerweise kann dann jetzt noch keiner aufsteigen. Aber einen Aufsteiger schon mal festlegen und dann trotzdem weiterspielen, ist Unsinn hoch 10, denn worum spielt man jetzt denn noch? Um die goldene Ananas – dann kann man’s lassen. Oder um die Meisterschaft? Dan gibt es irgendwann einen zweiten Meister? Darf der dann auch 3. Liga spielen?

      Lieber bayerischer Fußballverband: Beim nächsten Mal erst denken und dann entscheiden!

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