TSV 1860 vor Insolvenz-Frist: Entscheidung fällt noch heute
Bei Drittliga-Absteiger TSV 1860 München läuft die Zeit ab. Nach Angaben der "Bild" müssen sich die Gesellschafter bis Dienstagabend über die Zukunft der KGaA einigen. Kommt keine Lösung zustande, müsste anschließend der bereits angekündigte Insolvenzantrag für die ausgelagerte Fußballgesellschaft beim Amtsgericht München eingereicht werden.
Millionen-Summe notwendig
Wie die "Abendzeitung" berichtet, wurde die Frist inzwischen auch intern kommuniziert. Demnach soll der Antrag am Dienstag um 18 Uhr gestellt werden, sofern bis dahin keine belastbare Finanzierung des Spielbetriebs vorliegt. Laut einer internen Mitteilung, die der Zeitung vorliegt, wären davon sowohl die KGaA als auch deren Komplementärgesellschaft betroffen. Etwa sieben bis acht Millionen Euro sind nötig, um den Finanzierungsbedarf abzudecken. Nach Angaben der "Abendzeitung" wurden zuletzt verschiedene Modelle diskutiert, um die Finanzierung sicherzustellen. Noch vor der Mitgliederversammlung habe es Signale gegeben, dass sich die Gesellschafter bei einer Lösung annähern könnten. Eine Einigung mit Ismaik kam jedoch nicht zustande. Der Jordanier soll ein Fünf-Millionen-Euro-Angebot des e.V. zur Übernahme seiner Anteile abgelehnt haben.
Wie ein mögliches Insolvenzverfahren verlaufen könnte, ist derzeit offen. Ein denkbares Szenario wäre laut der "Bild", dass ein Insolvenzverwalter Gespräche mit Ismaik aufnimmt, um eine Fortführung der KGaA zu ermöglichen. Der Jordanier hatte in der Vergangenheit grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, weiteres Kapital bereitzustellen, allerdings an Bedingungen geknüpft. Bislang konnten sich die Parteien darüber nicht einigen.
Eine weitere Möglichkeit wäre demnach die Suche nach neuen Investoren. In einem solchen Fall könnte der Insolvenzverwalter versuchen, eine neue Gesellschafterstruktur zu schaffen, um die Gesellschaft langfristig zu stabilisieren. Ebenso wäre denkbar, dass zusätzliche finanzielle Mittel von den bisherigen Gesellschaftern eingefordert werden. Sollte keine tragfähige Lösung gefunden werden, droht letztlich die Liquidation der KGaA. In diesem Fall würden die Vermögenswerte verwertet und die Gläubiger bedient. Dabei könnten neben anderen Forderungen auch Ansprüche von Dauerkarteninhabern sowie offene Verbindlichkeiten aus früheren Transfergeschäften eine Rolle spielen.
Planungen für die Regionalliga laufen
Unabhängig von der Zukunft der KGaA treiben die Münchner ihren Neustart in der Regionalliga weiter voran. Auf der Mitgliederversammlung am Wochenende hatten die Mitglieder die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft geschaffen. Diese soll den künftigen Spielbetrieb der Löwen absichern. Allerdings ist auch hier noch nicht alles geklärt. Offen bleibt unter anderem, ob Ismaik rechtlich gegen die Pläne des Vereins vorgehen wird. Damit stehen die Löwen vor weiteren entscheidenden Tagen – sowohl auf gesellschaftsrechtlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene.
Bemerkenswert war zudem die Reaktion vieler Mitglieder auf der Versammlung. Wie die "Abendzeitung" berichtet, wurde die Aussicht auf eine Insolvenz der KGaA von Teilen der Anhängerschaft mit Applaus aufgenommen. Viele Fans verbinden damit die Hoffnung auf ein Ende der Zusammenarbeit mit Investor Hasan Ismaik und einen Neustart des Vereins ohne das bisherige Investorenmodell.