Trotz Pokal-Blamage: MSV hält wohl an Hagen Schmidt fest

Mit der Pokal-Blamage bei Viertligist SV Straelen hat der MSV Duisburg am Mittwochabend einen neuen Tiefpunkt in der jüngeren Vergangenheit erreicht. Trainer Hagen Schmidt wird aber wohl im Amt bleiben.

Trainer ohne Schuld

"Wir werden uns morgen mit den Gremien zusammensetzen und alles auf den Prüfstand stellen." Das hatte Präsident Ingo Wald am Mittwochabend unmittelbar nach der Pleite in Straelen angekündigt. Was die Gespräche ergeben haben, ist bislang nicht bekannt. Ebenfalls am Donnerstag setzte sich Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp mit dem Trainerteam zusammen. "Wir machen uns Gedanken, welche Spieler uns in den letzten drei Spielen am besten weiterhelfen", berichtet der 56-Jährige in der "WAZ". Auch über Systeme sei gesprochen worden. "Wir verlassen uns nicht darauf, dass Viktoria Berlin verliert. Wir brauchen noch Punkte, und die wollen wir am Montag in Mannheim holen."

Auf der Trainerbank wird dann weiterhin Hagen Schmidt sitzen – und das wohl auch in der kommenden Saison. Auf die Frage, ob Schmidt auch in der neuen Spielzeit die Verantwortung tragen werde, sagte Heskamp gegenüber der Zeitung: "Davon gehe ich aus." Den Trainer treffe keine Schuld an der Situation. Vielmehr sollen sich die Spieler hinterfragen, so der 56-Jährige. Dass Schmidt im Amt bleibt, kommt durchaus überraschend. Schließlich hatte der MSV-Coach unmittelbar nach der Partie eine Bankrotterklärung abgegeben und von einer leblosen Mannschaft ohne Willen berichtet. "Es gibt sicher zwei, drei Leute, wo du siehst, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten."

Abfindungen? "Kann sich der MSV finanziell nicht erlauben"

Dass es nicht mehr waren, spricht für sich – und könnte dazu führen, dass es im Sommer doch einen größeren Umbruch gibt. Angesichts von 17 laufenden Verträgen dürfte das allerdings kein einfaches Unterfangen werden. "Wenn wir uns von Spielern trennen wollten, müssten wir sie auszahlen. Das kann sich der MSV finanziell nicht erlauben", weiß Heskamp. "Ganz sicher werden wir aber auch mit dem einen oder anderen Gespräche führen, wie er sich seine Zukunft beim MSV vorstellt." Das gilt wohl insbesondere für Spieler wie Marvin Bakalorz und Rolf Feltscher, die deutlich hinter den Erwartungen blieben.

Was die Fans von den schwachen Auftritten gegen 1860 und Straelen hielten, machte sie nicht nur nach den Partien mit Gesängen wie "Wir sind Duisburger, und ihr nicht" deutlich, sondern auch mit einem Plakat am Trainingsgelände: "Schämt euch, Versager" war darauf zu lesen. Dass der Klassenerhalt am anstehenden Spieltag, möglicherweise schon am Freitag, wenn Viktoria Berlin gegen Saarbrücken verliert, perfekt gemacht werden kann, wird die Stimmung in der Anhängerschaft indes kaum aufhellen. Zu enttäuschend lief die Saison wieder einmal.

 
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