Trotz Crowdfunding-Erfolg: Angespannte Lage beim VfL

Es war kurz vor 23 Uhr, als die außerordentliche Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück am Freitagabend nach gut 4,5 Stunden beendet wurde. Immerhin ging sie schneller über die Bühne als noch im November, als die Mitglieder sogar acht Stunden ausgeharrt hatten. Eine der Botschaften des Abend: Es ist lange noch nicht alles Gold, was in diesen Tagen bei den Lila-Weißen glänzt. Der Crowdfunding-Erfolg, bei dem die VfL-Fans innerhalb von drei Tagen bisher rund 465.000 Euro gezeichnet haben, wurde vom ursprünglich ausgegebenen Plan B zum letzten rettenden Strohhalm. Auch die am Montag bevorstehende Verlängerung der Bürgschaften des Landes Niedersachsen für städtische VfL-Kredite ist für die Lizenzierung noch notwendig. Zudem wird nach dem Ausscheiden von ,,Kaffee Partner" weiterhin ein neuer Trikotsponsor gesucht.

Wortgefechte unter den Mitgliedern

Ein weiterer große Einnahmefaktor werden vier Freundschaftsspiele gegen namenhafte Gegner in der kommenden Spielzeit darstellen. Neben den bereits festen Zusagen von Schalke 04, Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf befindet man sich auch in guten Verhandlungen mit Borussia Dortmund. Geschäftsführer Jürgen Wehlend lüftete ebenfalls die Rückkehr von Stürmer und Ex-VfLer Addy-Waku Menga, der bereits im Jahr 2007 mit den Osnabrückern in die 2. Bundesliga aufgestiegen war. Auch Linksverteidiger Alexander Dercho konnte für drei weitere Saisons gebunden werden, trotz finanziell besser dotierten Angeboten anderer Klubs. Auf der Mitgliederversammlung wurden neben einigen genehmigten Anträgen, die in Zukunft unter anderem eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder über Geschäftsführungsangelegenheiten des Vereins beschlossen. Bei der Abstimmung über die Auswahl zweier Kandidaten für den Beirat der Geschäftsführungs-GmbH kamen einige Turbulenzen zum Vorschein. Neben Wortgefechten unter den Mitgliedern und einem aufgebrachten Versammlungsleiter wurde musste die Abstimmung wiederholt werden. Es waren zuvor zu viele Stimmzettel im Umlauf, sodass bei der Auszählung mehr abgegebene Stimmen als Anwesende ausgemacht wurden. Diese Unprofessionalität hat sich der Verein selbst zuzuschreiben. Es ist schon verwunderlich, dass ein ambitionierter Drittligist kein vernünftiges Wahlverfahren gewährleisten kann, zumal nach dem kurzfristigen Rückzug der Kandidatur von Herrn Heine auch noch der Stimmzettel per Hand von den Mitgliedern abgeändert werden musste. Letztendlich wurden Olaf Becker als Vertreter der Stadt Osnabrück und Stephan Kinasch aus den Reihen der Fans in den Beirat gewählt. Am Ende des Tages war jedenfalls allen Beteiligten klar, dass fundierte Aussagen über die Lizenzerhaltung erst Anfang nächster Woche getroffen werden können – man sei noch lange nicht am Ziel hieß es.

FOTO: Flohre Fotografie

   

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