Trapp: "In dieser Liga muss man mit allem rechnen"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Maurice Trapp von Spitzenreiter VfL Osnabrück über den Vorsprung auf die Konkurrenz, die Defensivstärke des VfL und seinen ersten Doppelpack im Profibereich.

[box type="info"]"Sind nicht so blauäugig, um uns in Sicherheit zu wiegen"[/box]

liga3-online.de: Der VfL Osnabrück hat sieben Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz drei, ist seit neun Spieltagen durchgängig Tabellenführer. Was kann auf dem Weg zum Aufstieg noch schief gehen, Herr Trapp?

Maurice Trapp: Wir sind natürlich froh, dass wir uns so ein Polster erspielen konnten. Aber noch sind zehn Partien zu spielen und 30 Punkte zu vergeben. In dieser ausgeglichenen Liga, in der jedes Spiel wahnsinnig intensiv und schwer ist, sind wir nicht so blauäugig, um uns in Sicherheit zu wiegen. Um den Vorsprung ins Ziel zu bringen, wartet noch viel harte Arbeit auf uns.

Beeindruckend ist vor allem die Abwehrleistung, zu der Sie als Verteidiger ja auch einen Teil beitragen. Nur viermal kassierte der VfL mehr als ein Gegentor, in 13 Partien spielte Osnabrück zu Null, gerade einmal 20 Gegentreffer sind Ligabestwert. Was ist der Grund für diese enorme Stabilität?

Es reicht nicht, nur unsere Abwehr dafür zu loben. Wir arbeiten insgesamt ordentlich gegen den Ball und schließen die Räume gut. Entscheidend ist vor allem, dass uns unser Trainerteam auf jeden Gegner perfekt einstellt. Wir haben immer einen exakten Plan, der uns schlussendlich zum Erfolg führt. Außerdem kommunizieren wir auf dem Platz viel miteinander, die Abstimmung funktioniert hervorragend.

Die starke Defensive ist für den VfL definitiv der Schlüssel zum Erfolg, oder?

Auf jeden Fall. Aber das ist ja nicht nur bei uns so. Wie heißt es so schön: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Auf internationaler Ebene ist Juventus Turin ein Vorbild. Dass es zuletzt im Champions League-Achtelfinale trotz des 0:2 im Hinspiels gegen Atletico Madrid noch zum Weiterkommen gereicht hat, lag nicht bloß am Dreierpack von Cristiano Ronaldo. Die Hintermannschaft hat nichts zugelassen und damit den Weg ins Viertelfinale geebnet.

Beim letzten Heimsieg gegen den FSV Zwickau (3:0) glänzten Sie auch offensiv, schnürten einen Doppelpack. Zwei Tore in einem Spiel waren Ihnen zuvor auch nicht allzu oft gelungen, oder?

Im Profibereich sogar noch überhaupt nicht. Es war für mich definitiv ein besonderes Spiel.

Besonders Ihr Freistoßtor zum 3:0-Endstand war sehenswert!

Das kam aber nicht von ungefähr. Freistöße habe ich im Training oft geübt und ich denke schon, dass ich ganz gut mit dem Ball umgehen kann. (lacht) Ich bin froh, dass ich das jetzt auch endlich einmal in einem Spiel beweisen konnte.

 

[box type="info"]"Keine Pflichtaufgabe" gegen Jena[/box]

Unter der Woche folgte dann ein torloses 0:0 bei Fortuna Köln. Wie bewerten Sie die Partie?

Es war ein typisches Spiel für die 3. Liga, sehr umkämpft. Wie mittlerweile viele Mannschaften gegen uns, wollte auch Fortuna Köln erst einmal die Null halten. Es haben sich für uns wenige Räume ergeben und die Partie war insgesamt chancenarm. Eine hochkarätige Tormöglichkeit bekommt man aber in der Regel immer – und das war auch in Köln so. Die konnten wir aber leider nicht nutzen und daher mussten wir uns mit dem torlosen Unentschieden zufrieden geben. Defensiv war es wieder einmal ein starker Auftritt von uns, offensiv gab es sicher Luft nach oben. Durch die Niederlagen der Konkurrenz war es aber im Endeffekt sogar ein Punktgewinn und kein Punktverlust.

Karlsruhe verlor 0:3 gegen Schlusslicht Aalen, Halle musste sich gegen Cottbus 2:3 geschlagen geben. Wie sehr haben Sie diese Ergebnisse überrascht?

Um ehrlich zu sein, gar nicht so groß. In dieser Liga muss man wirklich mit allem rechnen. Beim liga3-online.de-Expertentipp sieht man ja jede Woche, dass Drittliga-Spiele unfassbar schwer zu tippen sind. Gefühlt sind nie Ergebnisse richtig. (lacht)

Samstag geht es für Osnabrück mit der Begegnung gegen den FC Carl Zeiss Jena weiter, der seit neun Spielen auf einen Sieg wartet. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Wir sind als Spitzenreiter Favorit, von einer Pflichtaufgabe spreche ich aber auf keinen Fall. Jena ist ein extrem unangenehmer Gegner, der seinen Negativlauf unbedingt beenden will. Die Mannschaft ist zweikampf- und laufstark und wird sich zerreißen. Dennoch zählt für uns als heimstärkste Mannschaft der Liga nichts anderes als ein Sieg. Durch die besondere Atmosphäre an der Bremer Brücke entwickeln wir immer eine enorme Power, mit der wir auch am Samstag wieder drei Punkte holen wollen.

   
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