Transfer-Check Duisburg: Grlic verdient eine Bestnote

Nach kräftezehrenden Wochen hat der MSV Duisburg an diesem Wochenende erstmal Drittliga-Pause. Am 15. November treten die Zebras dafür im Niederrheinpokal zur Neuauflage des Endspiels 2014 gegen Jahn Hiesfeld an. Die Länderspielpause nutzt liga3-online.de, um die Neuzugänge der vergangenen Transferperiode einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer überzeugte, wer enttäuschte und wo besteht noch Handlungsbedarf?

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Königstransfer: Zlatko Janjic

Der Angreifer wechselte vor Saisonbeginn aus Aue an die Wedau. Der Bosnier spielte vom Start weg eine zentrale Rolle in den Überlegungen seines Trainers Gino Lettieri. Ab dem ersten Spieltag rechtfertigte er seinen Stammplatz, traf in den ersten drei Partien zweimal und schoss den 1.FC Nürnberg per Elfmeter aus dem DFB-Pokal. Vor allem überzeugt Janjic jedoch durch seine spielerische Intelligenz und Leaderqualitäten. Dies bewies die Nummer 13 auch im letzten Spiel gegen Erfurt, als er seinem Team durch Einzelaktionen wieder Leben einhauchte und zum richtungsweisenden 1:0 traf. Auch auf dem Statistikbogen schlägt sich seine Wichtigkeit für das Duisburger Spiel nieder: Mit sieben Toren und drei Assists ist er der Topscorer der Zebras.

Guter Griff: Albutat, Meißner, Feltscher, Hajri und Scheidhauer

Vor allem die drei letztgenannten, kurz vor Ende der Transferfrist verpflichteten Spieler gaben dem MSV einen entscheidenden Push: Feltscher hatte nach zwei Wochen seinen Stammplatz inne, Scheidhauer traf im ersten Spiel und gab dem Team die dringend benötigte Spritzigkeit im Sturm, während Hajri als klassischer Abräumer und Ballverteiler primär im defensiven Mittelfeld überzeugte. Thomas Meißner bildet als Innenverteidiger die einzig echte Konstante in der Viererkette. Der Ex-Dortmunder agiert stets grundsolide und hatte nur in Rostock mal einen schwächeren Tag. Die größte Überraschung heißt jedoch Tim Albutat: Den aus Freiburg gekommenen Mittelfeldspieler hatte vor der Saison nicht einmal Lettieri auf dem Zettel für die erste Elf. Mittlerweile ist der 22-Jährige aus dem defensiven Mittelfeld nicht mehr wegzudenken und überzeugt mit konstant sehr guten Leistungen.

Mitläufer: Bohl, Schorch und Grote

Kapitän Bohl liefert, wenn er auf dem Platz steht, stets gute Leistungen ab. Genau da liegt aber das Problem: Der aus Cottbus gekommene Defensivmann hat immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und musste schon mehrfach früh ausgewechselt werden. Christopher Schorch konnte seinen Stammplatz, den er zu Saisonbeginn innehatte, nicht verteidigen. Nach seinem Platzverweis bei Fortuna Köln kam er nur noch teilweise zum Einsatz. Dennis Grote legte zu Saisonbeginn wie ein Königstransfer los. Seine Leistungen sind jedoch schlicht zu wechselhaft. Der Linksaußen hat ohne Zweifel die Qualität, Spiele zu entscheiden, muss das allerdings öfter unter Beweis stellen.

Ohne Glück: Erik Wille

Der Ex-Frankfurter hat einfach Pech: Vor dem Saisonbeginn verletzte sich der 22-Jährige schwer. Nach seiner Genesung meldete sich der variabel einsetzbare Verteidiger beeindruckend zurück, traf unter anderem beim Auswärtssieg in Mainz. Kurz danach erwischte es ihn aber wieder schwer. Doch es keimt Hoffnung: Wille konnte in der U23 des MSV bereits wieder über 90 Minuten spielen.

Fazit

Ivo Grlic verdient eine Bestnote: Die MSV-Legende verpflichtete fast ausschließlich Spieler, die der Mannschaft sofort helfen konnten. Das sollen sie auch langfristig tun, denn bis auf Tim Albutat (zwei Jahre ausgeliehen inklusive Kaufoption) wurden alle Spieler fest verpflichtet. Es scheint, als würde sich an der Wedau an Team bilden, an dem die Fans der Zebras mal etwas länger als ein Jahr Freude haben dürfen. Akuter Handlungsbedarf besteht auf keiner Position. Ein klassischer Linksaußen als Back-Up für Grote, würde der Mannschaft jedoch auch nicht schaden.

FOTOef-pixx.de

   
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