"Total stolz, total beeindruckt": Ulm ganz dicht vor Durchmarsch

Mit dem Sieg im Spitzenspiel gegen Jahn Regensburg scheint nun klar: Der Aufstieg wird dem SSV Ulm 1846 angesichts von sieben Punkten Vorsprung auf Platz 3 in den verbleibenden vier Partien nicht mehr zu nehmen sein. Schon am kommenden Wochenende könnte alles klar sein. 

Wörle gerät ins Schwärmen

Die Euphorie, sie kannte beim SSV Ulm 1846 am späten Sonntagabend keine Grenzen. Erst schwappte unter lautem Jubel eine La-Ola-Welle durch das vollbesetzte Donaustadion, dann sprangen Spieler und Fans bei den gemeinsamen Feierlichkeiten nach Abpfiff zu "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Gesängen auf und ab. Mit dem 1:0-Erfolg im Spitzenspiel blieb der SSV zum 14. Mal in Folge ungeschlagen und erneut ohne Gegentor – zum achten Mal in den letzten neun Spielen. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Regensburg, zu Preußen Münster (3.) sind es gar sieben Zähler. Langsam wird es unheimlich. "Ja, das muss ich fast zugeben", sagte auch Trainer Thomas Wörle im Interview mit "MagentaSport", nachdem er den Sieg zuvor – für seine Verhältnisse ungewöhnlich – ausgelassen gefeiert hatte. Der 42-Jährige kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

"Das ist unglaublich, was die Mannschaft wieder auf den Platz bekommen hat. Das war ein bärenstarkes Spiel von uns, in jeder Hinsicht." Sein Team sei physisch "sehr gut" aufgetreten, sei "sehr dominant" gewesen und habe sich den Sieg gegen einen starken Gegner "hart erarbeitet", so Wörle. "Mir fehlen auch fast die Worte für diese super Leistung der Mannschaft." Er sehe ein Team auf dem Platz, in dem einer für den anderen alles gebe. "Das lässt mich auch draußen total stolz sein. Ich bin total beeindruckt von der Art und Weise, wie die Mannschaft auf dem Platz agiert hat. Und wie sie füreinander und miteinander gekämpft hat."

Scienza ragt wieder heraus

Überragender Mann war einmal mehr Leo Scienza, der das Tor des Tages von Felix Higl in der 70. Minute auf eine Art und Weise vorbereitet hatte, dass man nur mit der Zunge schnalzen konnte. Erst ließ er Kother an der Seitenlinie mit einem Lupfer alt aussehen, dann spielte er Bulic mit einer geschickten Körpertäuschung aus, ehe er den Ball perfekt in den Lauf von Higl legte. "Er ist unfassbar wichtig für uns und hat eine ganz besondere Qualität", lobte Wörle.

Der Brasilianer selbst gab sich indes ganz bescheiden. "Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft helfen kann. Aber ohne die Mannschaft würde gar nichts gehen." Es mache derzeit "enorm viel Spaß", zumal der SSV die Tore "immer in den richtigen Momenten" erziele. Mit dieser Leistung gehören die Ulmer in die 2. Liga, oder? "Auf jeden Fall. Wir haben allen gezeigt, dass das stimmt", konnte auch Scienza nicht widersprechen, trat aber noch ein wenig auf die Bremse. "Wir sind fast da, sollten im Moment aber ruhig bleiben. Wenn wir fertig sind, können wir feiern."

Aufstieg schon nächsten Sonntag fix?

Auch Wörle blieb auf dem Boden und wollte das Wort Aufstieg immer noch nicht in den Mund nehmen. "Erst, wenn es soweit ist." Der Sieg gegen Regensburg sei zwar ein "großer Schritt" gewesen, "aber aktuell fehlen uns Punkte. Der Fokus gilt dem nächsten Spiel gegen Freiburg". Dort gastieren die Spatzen am kommenden Sonntag – und könnten den Aufstieg mit einem Sieg bereits klarmachen. Zumindest, wenn Saarbrücken oder Essen, die sich am Mittwoch noch im Nachholspiel gegenüberstehen, in dieser Woche maximal vier Punkte holen und Münster am Samstag in Köln verliert. Aus eigener Kraft könnte Ulm dann in zwei Wochen zuhause gegen Köln aufsteigen. Mit zwei Siegen wären die Spatzen in jedem Fall durch. Was für ein Wahnsinn!

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