Topspiel in Osnabrück: Selbstbewusstsein auf beiden Seiten

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Die Favoritenrolle ist vorab nicht eindeutig zu klären. Zwar spielt Tabellenführer Osnabrück eine hervorragende Runde, Gegner im Topspiel am Montagabend ist jedoch kein geringerer als der mit namhaften Akteuren gespickte KFC Uerdingen. Nur vier Punkte trennen die Kontrahenten im Klassement, auch an Selbstbewusstsein mangelt es beiden nicht. 

Favoritenrolle? "Tut uns momentan ganz gut"

Auch medial herrscht keine Einigkeit: Mal ist der defensivstarke Tabellenführer aus Osnabrück der klare Favorit, dann wird wieder der teure Uerdingen-Kader als Argument für die Gäste herangezogen. Einer nimmt die Mutmaßungen vor der Partie indes mit großer Gelassenheit: Der Osnabrücker Cheftrainer Daniel Thioune. Auch für den Übungsleiter ist die Sachlage nicht eindeutig – genau so wenig ist sie jedoch entscheidend. Er könne lediglich sagen: "Das tut uns momentan ganz gut – so eine Favoritenrolle."

Letztlich ist dem 44-Jährigen allerdings klar, dass die Entscheidung unabhängig von allem Geplänkel vor Spielbeginn erst auf dem Platz fallen wird. Dort erwartet der Übungsleiter eine Mannschaft, die "mit sehr viel Qualität zusammengestellt" wurde. Ähnlich schätzte VfL-Angreifer Steffen Tigges den Gegner ein – um im gleichen Zuge anzufügen, dass den Osnabrückern alles andere als "Angst und Bange" ist. Denn der KFC spielt "auch 3. Liga, sie sind nicht vor uns – das heißt, sie haben ungefähr die gleiche Qualität wie wir." Stichwort Qualität: Auf die Qualitäten von Mittelfeldabräumer Ulrich Taffertshofer wird der VfL am Montagabend nicht zählen können. Der 26-Jährige fällt mit einer Muskelverletzung definitiv aus.

Krämer: "Der beste Gegner, den wir jetzt kriegen können"

Beim KFC Uerdingen ist die Stimmung momentan nicht ganz so locker wie beim Tabellenführer: Die Krefelder verloren die letzten beiden Liga-Partien und zeigten sich spielerisch wahrlich nicht von ihrer besten Seite. Als Reaktion hat Trainer Stefan Krämer laut einem Bericht der "Rheinischen Post" viele Gespräche mit seinen Spielern geführt. "Es gab Einzelgespräche, Gruppengespräche und Gespräche mit der Mannschaft", berichtete Krämer – ohne jedoch Details nennen zu wollen. "Die Trainerkabine ist wie eine Kapelle. Wenn ich dort mit einem Spieler spreche, ist das wie ein Gespräch mit einem Priester."

Der Übungsleiter macht sich nach den letzten Niederlagen jedenfalls keine Sorgen um seine Mannschaft. So zeigte diese im Training offenbar eine deutliche Reaktion. Krämer: "Das waren die besten Trainingstage, seit ich im März gekommen bin. Und ich bin davon überzeugt, dass eine Mannschaft so spielt, wie sie trainiert." Überhaupt erkennt der 51-Jährige in der Schwächephase seines Teams nichts Besorgniserregendes: "Kein Team marschiert souverän durch die 3. Liga", so der Cheftrainer. "30 Spiele geht es darum, sich möglichst gut zu positionieren." Diese Zielsetzung gilt demnach auch für die Partie in Niedersachsen. Von Angst also keine Spur beim KFC: "Das ist der beste Gegner, den wir jetzt kriegen können", ist sich Krämer sicher. "Ein Spitzenspiel unter Flutlicht vor großer Kulisse – was gibt es Schöneres?"

 

   

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