Top-Virologe: Geisterspiele bis Frühjahr 2021 wahrscheinlich

Den Klubs der 3. Liga drohen aufgrund der Corona-Krise möglicherweise deutlich einschneidendere Folgen als bislang schon befürchtet. Der deutsche Spitzen-Virologe Professor Christian Drosten jedenfalls erwartet für gut ein Jahr zumindest Beschränkungen von Zuschauerzahlen und gar Geisterspiele.

Fußball "schön, aber nicht systemrelevant"

Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen“, sagte Drosten in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin stern: "Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben."

Aus Sicht des Experten von der Berliner Charité hat die Wiederherstellung von Normalität nach der momentanen Krisensituation für die Gesellschaft keine Priorität: "Das ist überflüssig. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.“ Zuletzt hatte Jonas Schmidt-Chanasit, ein Kollege des Wissenschaftlers, aus ähnlichen Gründen einen Wiederbeginn des Spielbetriebs in bereits einigen Wochen ausgeschlossen und für reguläre Begegnungen ebenfalls 2021 als realistische Größe genannt.

Zuschauereinnahmen existenziell

Sollte sich alleine Drostens Einschätzung bestätigen, stünden insbesondere die Drittligisten vor absolut existenziellen Problemen. Anders als für die Vereine der beiden oberen Ligen sind die Klubs aus der 3. Liga ganz erheblich auch von Zuschauereinnahmen zur Finanzierung ihrer Etats angewiesen. Durchschnittlich machen die Einkünfte aus den Ticket-Verkäufen 21 Prozent aus.

Vor Drostens Aussagen waren Geisterspiele ohne Zuschauer zur Beendigung der laufenden Saison oder gar ein vorzeitiger Abbruch der Spielzeit als "Worst Case“-Szenarien im Gespräch. Seit Freitag sind zudem drei weitere Szenarien für einen schnellen Abschluss der Saison in der Diskussion. Schon die derzeitige Unterbrechung, die vorerst bis Ende April gilt, bringt die Drittligisten finanziell in Schwierigkeiten, bereits neun Klubs haben Kurzarbeit beantragt.

   

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