Titz im Interview: "Hatte ein großes Vertrauen in die Mannschaft"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Magdeburg-Trainer Christian Titz über die Erfolgsserie von elf Spielen ohne Niederlage, den Wendepunkt und seine vorherigen Stationen Rot-Weiss Essen und Hamburger SV.

"Ein Schlüsselerlebnis war die Niederlage in Wiesbaden"

Sie haben den 1. FC Magdeburg am 24. Spieltag auf dem 19. Platz übernommen. Nun kann der FCM die Saison sogar auf dem achten Rang beenden. Hätten Sie vor Ihrem Amtsantritt mit so einem Lauf gerechnet, Herr Titz?

Christian Titz: Wir haben von Anfang an nicht in Tabellenregionen gedacht. Es war klar, dass wir einige Spiele für uns entscheiden müssen, um den Klassenerhalt zu erreichen. Ich hatte aber ein großes Vertrauen in die Mannschaft.

An welchen Stellschrauben haben Sie genau gedreht, dass der Erfolg wieder zurückkehrt?

Wir haben der Mannschaft klar gesagt, dass es für alle bei null losgeht. Es war wichtig, dass wir nicht so sehr auf die Konkurrenz schauen, sondern bei uns bleiben. In den Trainingseinheiten und in den Partien haben wir uns über die Inhalte im Spiel mit als auch gegen den Ball definiert und stetig verbessert. Die Qualität innerhalb der Mannschaft war von Beginn an gegeben.

Sie sind mit drei Niederlagen in Folge gestartet. Wie erklären Sie sich, dass die Mannschaft dann den Hebel umgelegt hat?

Es war nicht ausgeschlossen, dass die ersten Partien schwierig sein könnten. Wir hatten kaum Zeit zu trainieren. Ein Schlüsselerlebnis war die 0:1-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden. Nach dem Spiel waren die Spieler nicht enttäuscht, sondern vielmehr verärgert. Denn die Mannschaft hat dort ein gutes Spiel gemacht, die Inhalte gut umgesetzt, sich nur nicht durch ein Tor belohnt. Man hat gemerkt, dass der Glaube an die eigenen Fähigkeiten wieder zurückgekehrt ist. Die darauf folgenden, gemeinsamen Tage vor dem Spiel bei Viktoria Köln haben uns zudem geholfen.

Die Serie von elf Spielen in Folge ohne Niederlage ist gegen den KFC Uerdingen (0:1) gebrochen. Woran hat es gelegen?

Hauptsächlich daran, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Im zweiten Durchgang haben wir dann nach einem Konter das Gegentor kassiert. Danach war es schwierig, weil der KFC tief verteidigt hat. Das ist schade, weil wir unseren positiven Lauf fortsetzen wollten. Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, weil sie bis zum Schluss alles gegeben hat.

 

"Wollen nicht gegen den Abstieg spielen"

Nun steht der Saisonabschluss gegen die als Absteiger feststehende SpVgg Unterhaching auf dem Programm. Wie gehen Sie die Partie an?

Zum einen ist es unser letztes Heimspiel in dieser Saison. Das wollen wir unbedingt erfolgreich bestreiten. Auf der anderen Seite steht eine Woche später noch das DFB-Pokal-Quali-Spiel gegen den Halleschen FC auf dem Programm. Dafür wollen wir den Rhythmus aufrechterhalten. Sicherlich wird es aber die Möglichkeit geben, einige Spieler, die den Verein verlassen werden, auf dem Rasen zu verabschieden.

Die Mannschaft hat bewiesen, welches Potenzial in ihr steckt. Sie haben noch einen Vertrag für die nächste Spielzeit. Was ist in der nächsten Saison drin?

Aktuell geht es für uns zunächst darum, die Saison bestmöglich mit einem Erfolg im letzten Ligaspiel und der Qualifikation für den DFB-Pokal abzuschließen. Wir führen bereits Gesprächen mit einigen Spielern, um für die kommende Spielzeit vorbereitet zu sein. Wir denken zwar nicht zu weit voraus. Natürlich ist es aber so, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen wollen.

Ihr Ex-Klub Rot-Weiss Essen hat noch die Möglichkeit, in dieser Saison den Aufstieg zu realisieren. Würden Sie sich auf ein direktes Duell in der kommenden Saison freuen?

RWE ist ein großer Verein, der sich seit vielen Jahren den Aufstieg in die 3. Liga wünscht. Beide Fanszenen würden sich sicherlich über ein solches Duell freuen.

Der Hamburger SV, bei dem Sie auch tätig waren, muss dagegen weiter in der 2. Bundesliga bleiben. Fühlen Sie mit dem HSV mit?

Ich habe beim HSV sehr viele tolle Menschen kennengelernt und finde es für den Verein sehr schade. Das zeigt aber einmal mehr, wie stark die 2. Bundesliga ist.

   
Back to top button