Task Force nimmt Arbeit auf: "3. Liga als Profispielklasse stärken"

Um die 3. Liga wirtschaftlich und sportlich zu stärken und sie als Spielklasse weiterzuentwickeln, hatte der DFB-Bundestag im vergangenen Mai die Gründung einer Task Force "Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" beschlossen. Am Dienstag hat das aus 21 Personen bestehende Gremium nun seine Arbeit aufgenommen.

Drei Kernbereiche

Im Rahmen der fünfstündigen Sitzung verständigte sich die Task Force nach DFB-Angaben auf drei Kernbereiche: Struktur, Sport und Wirtschaftlichkeit. Diese sollen in den nächsten Monaten in kleineren Arbeitsgruppen "zielgerichtet bearbeitet werden, um anschließend die Ergebnisse zusammenzuführen und in mögliche Maßnahmen münden zu lassen", teilte der DFB mit. Neben den Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen sind bis Juli 2021 auch zwei weitere Sitzungen der kompletten Task Force vorgesehen. Aufgabe und Anspruch des Gremiums sei es, "bestehende Ansätze aufzugreifen, neue Ideen zu entwickeln und daraus konkrete Empfehlungen abzuleiten, die im Gesamtkontext zur Stärkung der 3. Liga beitragen und ihre nachhaltige Entwicklung fördern". Durch die umfassende Einbindung verschiedener Bereiche und Perspektiven sollen Potenziale der 3. Liga entdeckt, verbessert und langfristig optimiert werden.

Der Anfang ist nun gemacht, wie Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, betont: "Die Task Force ist breit aufgestellt, wir haben zahlreiche verschiedene Blickwinkel und Personen, die sich intensiv und leidenschaftlich mit der 3. Liga beschäftigen. Das sind gute Voraussetzungen, um die Zukunft der 3. Liga nachhaltig zu gestalten." Es gelte nun viele Meinungen und Ansätze unter einen Hut zu bringen. "Im Vordergrund sollte dabei immer die inhaltlich beste und nachhaltigste Lösung für die 3. Liga stehen. Ziel bleibt es, die 3. Liga als Profispielklasse zu stärken", so Eilers.

Auch Spieler und Fans mit dabei

Auch Erik Domaschke vom SV Meppen, der gemeinsam mit Sören Bertram (1. FC Magdeburg) in der Task Force die Spieler repräsentiert, sagt: "Als erfahrener Drittligaprofi und Vertreter der Spielergewerkschaft VdV freue ich mich, die Sichtweise meiner Kollegen einbringen zu können." Das sei "elementar", denn ohne Spieler würde es keinen Fußball geben. "Aus unserer Sicht muss es das Ziel sein, insbesondere die wirtschaftliche Stabilität zu erhöhen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern." Ein Wunsch sei unter anderem ein effektiverer Schutz vor Gehaltsausfällen und Klubinsolvenzen. "Auch Aspekte der sozialen Verantwortung sollten in den Fokus gerückt werden, um die 3. Liga noch attraktiver zu machen und ihr Image weiter zu verbessern", ergänzt Meppens Keeper.

1860-Fan Stephanie Dilba, die ebenso wie Oliver Manthey (MSV Duisburg), die Fan-Meinung vertritt, sieht sich derweil als "Sprachrohr vieler Fans und Vertreterin von Faninteressen. Durch regen Austausch mit Fußballfans aus ganz Deutschland kann ich nicht nur meine eigene Meinung, meine persönlichen Fähigkeiten und Erfahrungen, sondern auch das Know-how vieler anderer Personen aus dem Fußballumfeld einbringen." Vorrangiges Ziel müsse es sein, eine Chancengleichheit für alle Klubs anzustreben, die in der 3. Liga spielen oder aus sportlicher Sicht die Möglichkeit dazu haben. "Die Lücken zwischen der 2. Bundesliga auf der einen und den Regionalligen auf der anderen Seite müssen verringert werden – in struktureller und finanzieller Hinsicht. Darüber hinaus sollten die 3. Liga und ihre Klubs bestrebt sein, ihre Vorbildfunktion in gesellschaftlicher Hinsicht bestmöglich wahrzunehmen", so Dilba.

Das ist die Task Force:

  • DFB-Vertreter: Dr. Friedrich Curtius (Generalsekretär), Dr. Stephan Osnabrügge (Schatzmeister), Peter Frymuth (DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung), Dr. Holger Blask (Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der DFB GmbH), Oliver Bierhoff (Direktor Nationalmannschaften und Akademie)
  • Vertreter der Regional- und Landesverbände: Dr. Rainer Koch (1. DFB-Vizepräsident)
  • DFL-Vertreter: Peter Peters (1. Stellvertretender Präsidiumssprecher), Steffen Schneekloth (KSV Holstein Kiel)
  • Klub-Vertreter: Dr. Markus Merk (1. FC Kaiserslautern), Manfred Schwabl (SpVgg Unterhaching), Christian Seiffert (1. FC Saarbrücken), Frank Strüver (KFC Uerdingen)
  • Regionalliga-Vertreter: Markus Uhlig (Rot-Weiss Essen)
  • Fan-Vertreter: Oliver Manthey (MSV Duisburg, Unsere Kurve), Stephanie Dilba (TSV 1860 München, Netzwerk Frauen im Fußball)
  • Spieler-Vertreter: Erik Domaschke (SV Meppen), Sören Bertram (1. FC Magdeburg)
  • Externer Experte: Steffen Busch (ehemaliger Leiter strategisches Marketing der DFL)
  • Vertreter der Politik: Dr. Markus Kerber (Staatssekretär im Bundesministerium des Innern)
  • Vertreter der TV-Partner: Henning Stiegenroth (Telekom Deutschland)
  • Ausschuss-Vertreter: Tom Eilers (SV Darmstadt 98)

   
  • Matthias Mewes

    @Redaktion: Wie wurde denn die Task Force zusammengestellt? Gab es da Bewerber oder wurden die Leute angesprochen?

    Ich finde dieses wichtige Thema zu beiläufig diskutiert…

    • liga3-online.de

      Die Besetzung der Task Force war am 11. September vom DFB-Präsidium beschlossen worden. In einer DFB-Mitteilung hieß es dazu: "Dieser Entscheidung waren umfassende Gespräche und Abstimmungen mit den Fachabteilungen des DFB, der DFL, den Regional- und Landesverbänden, den Klubs der 3. Liga sowie den weiteren Bereichen und Interessensgruppen vorausgegangen."

  • Luzifer98

    Mit Markus Merk ist ein ausgewiesener Fachmann in der Taskforce. Er weiß, wie man mit Finanzen umgeht und wird der 3. Liga das Maximum rausholen. So wie er es auch beim FCK gemacht hat, seit seinem Amtsantritt ist unser Kontostand im Prinzip von -24 Millionen auf +11 Millionen Euro gestiegen. Das macht ihm keiner so schnell nach.

    • Matze

      Klasse, du wählst doch auch die Grünen weil sie unsere Regenwälder retten!!!
      Aber ohne den FCK hast du wohl recht, weil sie dann verdient in der Regionalliga spielen!

    • Sa Si

      Deine Rechnung stimmt zwar nicht, weil der e V immer noch 7 Millionen Schulden hat und wenn Ende Saison nicht aufgestiegen wird, ist man wieder bei Null. Ich würde mir wünschen, dass dieser Club maximal noch Regionalliga spielt. Den Merk wird man im Auge haben, weil der sicher nichts anderes im Sinn hat, als dass der FCK am meisten profitiert. Siehe Aussetzung der 9 Punkte Abzug Regel: Niemand ausser dieser Pleite Club hat davon profitiert !

  • Matthias Mewes

    Die Task Force ist ja toll zusammengestellt! Vertreter aus dem Osten = 0, und kommt jetzt nicht mit Sören Bertram…
    Dafür mit dem Kenner des Ostens, Herrn Oliver Bierhoff; Herrn Koch der ausschließlich Bayern vertritt, Dr. Markus Merk, der wohl Kaiserslauterns Kontakte in die Zentrale halten soll…
    Sorry, für mich keine ausgewogene Zusammensetzung! Demokratie ist anders.

    • Lodenhool Lodenkai

      Genau meine Meinung!

    • Günther1987

      Ich Hätte gerne Marien (FC Hansa) oder Kompp (Waldhof) in dieser Task Force gesehen, die hätte zum Wohle der Vereine und der Finzanzen gehandelt, diese Sprechen auch aus was sie denken und nicken nicht einfach nur ab was Hr. Koch von sich lässt.

    • Angemerkt

      Wie immer in solchen Fällen werden dann wieder nur die eigenen Interessen vertreten. Zu viele Köche verderben den Brei. 21 Vertreter – 22 Meinungen aber wir haben es ja mal versucht. Wo ist übrigens der Osten geblieben?

  • ironimus

    Bin mal gespannt, ob die Task Force sich auch an die beiden heißen Eisen, die der 3.Liga seit Jahren auf dem Magen liegen, herantraut. Da ist zum einen die unsinnige Teilnahme von Zweitmannschaften der BL-Vereine, die den Wettbewerb verfälscht. Dazu kommt die dubiose Abstiegs-/Aufstiegsregelung mit den RL. Auch scheint mir ein Gremium von 21 (!!) Personen zuviel. Man kann nur hoffen, dass die vielen Köche nicht den Brei verderben.

  • Stefan K

    Erhalten würde ja aktuell schon reichen, stärken kann man dann nach der Pandemie.

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