Taffertshofer: "Vielleicht esse ich ein paar Schnitzel weniger"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Osnabrücks Neuzugang Ulrich Taffertshofer über die kuriose Tabellenkonstellation in der 3. Liga, sein neues Leben in einem anderen Bundesland, seinen jüngeren Brüder Emanuel, Besuche auf dem Münchner Oktoberfest und die heutige Partie gegen Fortuna Köln.

"Für die Persönlichkeitsentwicklung eine gute Sache"

liga3-online.de: Für den VfL Osnabrück läuft es in dieser Saison rund – nach acht Spieltagen steht Platz drei zu Buche! Und Ihr Ex-Klub SpVgg Unterhaching ist sogar Tabellenzweiter. Hand aufs Herz: Mit einer solchen Tabellenkonstellation hätten Sie vor Saisonbeginn nicht gerechnet, oder Herr Taffertshofer?

Ulrich Taffertshofer: Ich sage es mal so: Man konnte insgesamt nicht gut einschätzen, wie die Saison starten wird, weil die Liga so ausgeglichen ist und jeder jeden schlagen kann. Aber wir sind natürlich glücklich, dass es für uns bisher so gut lief und wir derzeit oben mitmischen können. Und meinem Ex-Klub Unterhaching habe ich übrigens einen solchen Saisonstart zugetraut. Ich weiß noch ganz gut, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt. (lacht)

Zuletzt gab es für den VfL einen 1:0-Erfolg beim FSV Zwickau, der zuhause vorher unbesiegt war. Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?

Wir haben hochverdient gewonnen und hätten sogar noch das eine oder andere Tor mehr erzielen müssen. Im Endeffekt ist aber nur wichtig, dass wir drei Punkte geholt haben. Das ist in Zwickau nicht einfach, weil der FSV sehr eklig zu bespielen ist. Zwickau schlägt viele lange Bälle und ist bei Standards brandgefährlich. Da kann immer mal einer durchrutschen.

Es scheint, als hätten Sie sich als Neuzugang in kurzer Zeit bereits gut eingelebt. In allen bisherigen Partien waren Sie über die volle Distanz am Ball. Wie gefällt es Ihnen beim VfL Osnabrück?

Sehr gut. Die Stadt ist klein, aber gemütlich. Man bekommt alles, was man braucht. (lacht) Und auch im Verein passt bisher alles perfekt.

Zuvor hatten Sie ausschließlich in Bayern Fußball gespielt. Wie groß ist der Unterschied, was den Lebensstil in Osnabrück und Bayern betrifft?

Was den Lebensstil angeht, hat sich nichts groß verändert. Vielleicht esse ich ein paar Schnitzel weniger. Aber selbst das Weißwurstfrühstück organisiere ich mir in Osnabrück. (lacht) Was meinen bayerischen Dialekt angeht, muss ich mich allerdings zusammenreißen. Wenn ich mich nicht konzentriere, versteht mich niemand.

Auch Ihr jüngerer Bruder Emanuel Taffertshofer (23) ist im Sommer erstmals zu einem Verein außerhalb von Bayern gewechselt, spielt jetzt in der 2. Liga für den SV Sandhausen. War das Zufall oder hatten Sie gemeinsam den Entschluss gefasst, weiter weg von zuhause eine neue Herausforderung anzunehmen?

Wir haben unabhängig voneinander den Schritt in ein anderes Bundesland gewagt. Bei Emanuel war es so, dass er nun einmal ein Angebot aus der 2. Bundesliga hatte und diese Chance ergreifen musste. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, die Wohlfühloase in der Heimat zu verlassen und in Osnabrück etwas Neues zu erleben. Auch für die Persönlichkeitsentwicklung ist das eine gute Sache.

 

"Liegt an uns, ob wir auch noch in ein paar Monaten in der Spitzengruppe stehen"

Wie eng ist der Kontakt zwischen Emanuel und Ihnen?

Wir schreiben zwar nicht täglich, aber mehrmals in der Woche miteinander. Vor und nach Spielen tauschen wir uns aus und erkundigen uns, wie es beim anderen läuft. Aber nicht nur zu Emanuel, sondern zu meiner gesamten Familie habe ich regelmäßig Kontakt – auch, wenn ich leider kaum Zeit für Besuche in der Heimat finde. Seit meinem Wechsel nach Osnabrück war ich erst ein einziges Mal bei meinen Eltern. Aber ich wusste ja vorher, auf was ich mich einlasse und dass es schwierig wird, meine Familie oft zu sehen.

Das heißt auch, dass das Oktoberfest erstmals für Sie flach fällt?

Ich hoffe nicht. (lacht) Geplant ist, dass ich am letzten Oktoberfest-Tag (7. Oktober, Anm. d. Red.) dort bin. Nach dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag, 6. Oktober, ist Länderspielpause und ich habe die Möglichkeit, nach Hause zu fahren.

Vor der Wiesn-Gaudi ist aber erst einmal Liga-Alltag angesagt. Bereits am heutigen Mittwochabend geht es für den VfL Osnabrück mit der Partie gegen Fortuna Köln weiter. Wie gehen Sie das Spiel an?

Wie gegen jede andere Mannschaft in der 3. Liga auch, müssen wir gegen Fortuna Köln an unsere absolute Leistungsgrenze gehen, um erfolgreich zu sein. Und unabhängig davon, wie der Gegner heißt, wollen wir nach der jüngsten Heimniederlage gegen den Karlsruher SC (0:1, Anm. d. Red.) vor eigenem Publikum wieder einen Sieg einfahren.

Glauben Sie, dass der VfL die ganze Saison über oben mitspielen kann?

Grundsätzlich ist das sicher nicht unmöglich. Wir haben einen guten Teamgeist und wir sind eine Einheit. Das ist die Basis, um in der 3. Liga eine Top-Mannschaft zu werden. Bis jetzt haben wir darüber hinaus sehr gut abgeliefert. Es liegt an uns, ob wir auch noch in ein paar Monaten in der Spitzengruppe stehen.

   

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