SVWW-Pleite: Chancenverwertung macht den Unterschied

Am 14. Spieltag musste der SV Wehen Wiesbaden mit dem 0:3 gegen den Chemnitzer FC seine zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Damit sind die Hessen seit vier Spielen ohne Sieg und seit drei Spielen ohne eigenen Treffer. Gegen den Chemnitzer FC verkaufte sich die Mannschaft von Torsten Fröhling deutlich unter Wert.

Standardsituationen als Achillesferse

Im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Erfurt nahm Fröhling gleich fünf personelle Veränderungen vor: für Niklas Dams, Alf Mintzel, Robert Andrich, Philipp Müller und Marc Lorenz begannen Daniel Wein, Vladimir Kovac, Jules Schwadorf, Patrick Mayer und Manuel Schäffler. Hinzu kamen zahlreiche taktische Veränderungen: so rückte Sertan Yegenoglu von der Innen- in die Außenverteidigung, Kevin Pezzoni vom Mittelfeld ins Abwehrzentrum, Patrick Funk von der Abwehr ins Mittelfeld, David Blacha vom Sturm ins zentrale Mittelfeld und Stephane Mvibudulu vom Sturm auf die rechte Außenbahn. Ein taktischer Plan, der bereits nach fünf Minuten einen herben Rückschlag erlitt. Nach einer kurz ausgeführten Ecke fand die Flanke von Dennis Mast den am langen Pfosten völlig blanken Daniel Frahn, der mühelos zur Chemnitzer Führung einköpfen konnte. Nach einer Viertelstunde schienen sich die Hessen vom Schock des frühen Rückstandes allmählich zu erholen. Erst köpfte Mayer knapp am Tor vorbei, dann wurde der Versuch von Yegenoglu knapp am Tor vorbeigelenkt.

Ebenso hätte Chemnitz aber auch das 2:0 erzielen können. Eine missglückte Grätsche von Schwadorf spielte Anton Fink den Ball in den Lauf, der aber allein vor Torhüter Markus Kolke vergab. Nach 25 Minuten reagierte Torsten Fröhling auf die vehementen Platzverweisforderungen der Chemnitzer und nahm seinen gelb vorbelasteten Verteidiger Yegenoglu vom Feld. Für ihn kam Alf Mintzel. Fünf Minuten später erhöhte Chemnitz auf 2:0. Erneut nach einer Standardsituation landete der Ball im Netz. Kevin Pezzoni hatte den Ball unglücklich verlängert. Ein weiterer Rückschlag, zumal die Hessen immer mehr die Spielkontrolle übernommen hatten. Die Gäste zogen sich nun noch weiter zurück und lauerten auf Konter. Dennoch hatte der SVWW noch zwei gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Erst wurde ein Kopfball von Funk auf der Linie geklärt, dann ging ein abgefälschter Schuss des Mannschaftskapitäns knapp am Tor vorbei.

David Blacha: "Das Ergebnis klingt scheiße und ist scheiße"“

Den zweiten Durchgang begannen die Hessen mit viel Tempo und Einsatz und konsequenteren Spiel über die Flügel. Nach einer Ecke fand ein Kopfball von Funk den Weg ins Tor, Schiedsrichter Asmir Osmanagic verweigerte dem Treffer allerdings die Anerkennung, da er ein Offensivfoul gesehen haben wollte. Die Hessen ließen sich davon nicht unterkriegen und hatten fünf Minuten später die nächste dicke Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Nach einem Torwartfehler von Kevin Kunz traf Mayer aber nur die Latte. Auf der Gegenseite zeigten die Chemnitzer, wie eine effektive Chancenverwertung aussieht. Viel zu einfach konnten sich die Gäste auf dem linken Flügel durchspielen und in der Mitte Frahn bedienen, der seinen zweiten Treffer erzielte. Spätestens jetzt war das Spiel entschieden. Sinnbildlich für das fehlende Quäntchen Glück beim Abschluss war eine weitere Chance der Hessen. Der Schuss von Manuel Schäffler wurde aber im letzten Moment per Grätsche geblockt. "Wir haben es hinten leichtfertig vergeben und vorne auch“, fasste SVWW-Trainer Torsten Fröhling das Spiel seiner Mannschaft zusammen. "Wie sagt man so schön: wir hätten noch ewig weiterspielen können und hätten trotzdem kein Tor gemacht“, so Fröhling weiter. „Ich kann der Mannschaft vom Einsatz und der Einstellung keinen Vorwurf machen. Wir haben uns heute auch selbst geschlagen.“ Ähnlich sah das auch David Blacha: "Wir schießen im Moment keine Tore. Spielerisch war das wieder ein Schritt nach vorne, aber unter dem Strich stehen null Punkte. […] Ich glaube an die Mannschaft, ich glaube, dass wir eine gute Truppe haben, ich hoffe, dass wir wieder Punkte einfahren werden. Und glaube, dass wir heute eigentlich ebenbürtig waren. Das Ergebnis klingt scheiße und es ist scheiße.“

 
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