90.+1! Saarbrücken verliert in letzter Minute beim SV Meppen

Im ersten Sonntagsspiel des 33. Spieltages musste sich der 1. FC Saarbrücken in letzter Minute mit 0:1 bei Schlusslicht SV Meppen geschlagen geben. Aufgrund des Last-Minute-Treffers von Meppens Pourié (90.+1.) verpassen die Saarbrücker wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg und fallen auf den 6. Platz mit drei Punkten Rückstand auf den 4. Rang. Der SVM bleibt Tabellenletzter und verkürzt den Rückstand zum rettenden Ufer auf acht Punkte.

Pourié zielt vor der Pause über das FCS-Tor

Mit satten elf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer war der heimische SV Meppen gegen den favorisierten und um den Aufstieg mitspielenden 1. FC Saarbrücken eigentlich zum Siegen verdammt, bevor auch rechnerisch die Lichter im Emsland ausgehen. Nach der 0:1-Pleite gegen Dortmund II – der dritten in Serie – setzte SVM-Coach Ernst Middendorp gleich auf sechs Neue Kräfte und stellte Ballmert, Soares, Dombrowka, Risch, Evseev und Janssen anstelle von Vogt, Puttkammer, Prasse, Käuper, Pepic und Blacha von Beginn an aufs Feld. Bei den Saarbrückern ließ Trainer Rüdiger Ziehl nach dem 2:0-Sieg im Topspiel gegen Dresden zwei Neue von Beginn an ran: Thoelke und Rizzuto ersetzten Becker und Zeitz. Von der ersten Sekunde an hielten die Meppener gut dagegen und waren körperlich präsent, während der Favorit aus dem Saarland etwas schläfrig wirkte. Entsprechend verhalten gestaltete sich der Start in die Partie.

Eine erste Annäherung erfolgte in der 7. Spielminute, als der FCS einen Freistoß aus dem Halbraum zugesprochen bekam, den Rabihic gut vor das Gehäuse brachte, wo Keeper Harsman aber aufpasste und das Leder entsprechend aus der Luft schnappte. Generell war die Anfangsphase von viele Fouls und kleineren Verletzungen geprägt, was zulasten der Flüssigkeit des Spiels ging. Aus einem folgenden Freistoß erfolgte dann auch die erste Annäherung der Hausherren, als die Kugel über Umwege bei Ametov landete, der einen Abschluss verzeichnete, der allerdings zu harmlos geriet (12.). Es folgte sehr viel Leerlauf in den Folgeminuten. Aus dem Nichts wurde es dann aber trotzdem gefährlich. Genau 20 Minuten waren gespielt, als Kraulich mit einem langen Ball wieder Ametov fand, welcher das Spielgerät gut verarbeitete und erneut abschloss. Diesmal wurde es deutlich knapper, doch war das Resultat dasselbe: Der Abschluss flog am Saarbrücker Kasten vorbei.

Auf der Gegenseite wurde es dann ebenfalls enger. Nach einer guten Passstafette tauchte Neudecker im SVM-Strafraum auf, wo er für Grimaldi querlegen wollte, was Meppens Soares jedoch erahnte und so dazwischengrätschen konnte (22.). Turbulent wurde es auch kurz darauf, als Rizzuto einen Meppener Konter sehr unsanft bremste, wofür er die erste Verwarnung des Nachmittags sah, jedoch regte sich SVM-Trainer Middendorp so sehr auf, dass er gleich nach gelben Karten gleichzog (25.). Auf dem Platz passierte erstmal wieder weniger – und wenn, dann nur über Standards. So auch bei einer Saarbrücker Ecke, die von Rabihic getreten den Kopf von Kerber fand, dessen Kopfball dann allerdings zu zentral geriet und von Harsman gefangen werden konnte (33.). Auch ein Freistoß von Neudecker in der 37. Spielminute fand einen Mitspieler, welcher in diesem Falle Thoelke war, der das Leder aber ebenfalls nicht gefährlich auf den Kasten brachte. Der Schlusspunkt gehörte dann wieder dem SVM, da Ametov sich gut im Sechzehner durchsetzte und perfekt für Pourié auflegte, der aus 14 Metern aber zu hektisch abschloss und so über den Kasten schoss (42.). Anschließend ging es somit ohne Treffer in die Pause.

SVM gelingt der Lucky Punch

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, in den die Saarbrücker nun scheinbar aktiver starten wollten. Ein Steilpass fand auch gleich Grimaldi, der sich in guter Position gegen Mazagg allerdings unfair durchsetzte und zurückgepfiffen wurde (47.). Meppens Ballmert verhinderte dann einen weiteren FCS-Anlauf unsanft und sah entsprechend Gelb (50.). Der Freistoß in der Folgeminute sorgte dann für mächtig Gefahr, denn Rabihic zirkelte das Leder stark über die Mauer, ehe er sich Richtung linkes unteres Eck senkte, wo Harsman gut reagierte und den Einschlag gerade so verhinderte. In der Folge rettete Soares mit großem Einsatz vor dem einschussbereiten Kerber. Aufregend wurde es dann auch kurz darauf, wenngleich nicht unbedingt sportlicher Natur. Bei einem Zweikampf gerieten Saarbrückens Gnaase und Meppens Janssen aneinander, wobei es zu einer mittelgroßen Schubserei kam, wofür beide Streithähne verwarnt wurden (57.).

Für den Schiedsrichter blieb es knifflig, als es in der 64. Spielminute zu lauten Aufschreien der Emsländer kam. Nach einer Flanke aus dem Halnfeld stieg Pourié am zweiten Pfosten am höchsten und legte das Leder an den Elfmeterpunkt, wo Saarbrückens Grimaldi mit seinem Unterarm an den Ball ging. Schiedsrichter Ballweg sagte, dieser sei angelegt gewesen, was aus SVM-Sicht eher bedingt der Realität entsprach. Auf der Gegenseite zeigte Grimaldi dann, dass er es auch per Kopf kann, als er nach einer Ecke aufs lange Eck köpfte, wo Ballmert gerade noch so vor der Linie rettete (68.). Es folgten diverse Wechsel auf beiden Seiten. Etwas Unordnung entstand, was der Gastgeber mit einem schnellen Einwurf zu nutzen versuchte. Uaferro verschätzte sich dabei und griff zum taktischen Foul, was eine weitere Gelbe nach sich zog (69.). Die Emsländer wollten in der Schlussphase unbedingt den erlösenden Treffer. Dafür sorgen sollte ein langer Ball auf Pourié, der auch frei durchstarten konnte, aber dennoch zu spät kam, weil Keeper Batz gut mitspielte und sich die Kugel aus der Luft pflückte (72.). Doch auch der FCS war nicht inaktiv. In der 79. Minute setzte der aufgerückte Thoelke nach einem Stockfehler zum sehenswerten Solo an, an dessen Ende er Joker Cuni am Fünfer suchte, der aber gegen Soares nur zweiter Sieger war und die Kugel nicht mehr auf den Kasten bringen konnte.

Etwas glücklich kam der eingewechselte Faßbender im FCS-Strafraum an den Ball, wo er es aus spitzem Winkel versuchte, seinen Schuss aber neben den langen Pfosten platzierte (86.). Kurz vor dem Schluss sollte es aus FCS-Sicht dann richtig ärgerlich werden. Bei einem Ball am Rande des Sechzehners kam Saarbrückens Ernst zu Fall. Eigentlich ein klarer Elfmeter, doch verortete Schiedsrichter Ballweg das Foul einen Meter vor den Strafraum. Den Freistoß setzte Neudecker in die Mauer. Kurz darauf schlenzte auch Rabihic nochmal über den Kasten (90.). Als alles nach einer Punkteteilung aussah, sollte der Super-GAU für die Saarbrücker folgen. Als alle FCS-Akteure aufgerückt waren, konterten die Emsländer mit einem langen Ball von Alvarez auf Pourié, der zu viel Platz bekam, zum Tor zog und eiskalt zum 1:0 für den SVM vollendete (90.+1.). Dies ließen sich die Meppener nicht mehr nehmen. Dank des ersten Sieges nach drei Pleiten in Serie kann Meppen noch einmal ganz leise hoffen, bleibt aber Letzter. Der FCS verpasst eigentlich eingerechnete Punkte im Kampf um den Aufstieg und fällt auf Rang 6. Unter der Woche spielen die Saarländer im Landespokal beim FC Homburg, ehe es am Wochenende gegen 1860 weitergeht. Meppen gastiert in Wiesbaden.

   
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