SVE-Keeper Kristof im Interview: "Man spürt die Euphorie"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Nicolas Kristof, Torhüter der SV Elversberg, über das zweite große Highlight der Saison in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten VfL Bochum, die Vorbereitung auf ein mögliches Elfmeterschießen und die Ziele nach seiner Vertragsverlängerung bis Sommer 2025.

"Freuen uns riesig auf die Begegnung"

liga3-online.de: Exakt 75 Tage nach dem beeindruckenden 4:3-Erfolg gegen den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen geht es mit der 2. Runde im DFB-Pokal weiter. Mal Hand aufs Herz: Wie häufig haben Sie an das kommende Spiel gegen den VfL Bochum gedacht, Herr Kristof?

Nicolas Kristof: Tatsächlich nicht allzu häufig. Dafür lag der Fokus zu sehr auf unseren Spielen in der Liga. Seit dem Abpfiff bei Viktoria Köln (2:0, d. Red.) dreht sich aber nun alles um die Begegnung gegen den VfL Bochum.

Wie groß ist nun die Vorfreude auf das Duell?

Wir freuen uns riesig auf die Begegnung. Als Drittligist haben wir es geschafft, uns für die zweite Runde zu qualifizieren. Es kommt sicherlich nicht häufig vor, als unterklassiger Verein einen ambitionierten Bundesligisten wie Bayer 04 Leverkusen auszuschalten. Nun haben wir erneut ein Heimspiel gegen einen Erstligisten und freuen uns auf eine tolle Kulisse an der Kaiserlinde.

Es könnte eine ganz einfache Rechnung sein: Wer Leverkusen schlagen kann, sollte auch den VfL Bochum besiegen können. Wie sehen Sie das?

Das ist leichter gesagt als getan. Auf dem Papier könnte man vielleicht so eine Theorie aufstellen. Es ist aber so, dass wir gegen Leverkusen einen absoluten Sahnetag erwischt hatten. Gefühlt haben wir jeden Angriff effizient vollendet. Außerdem haben uns die Leverkusener als Aufsteiger in die 3. Liga wohl etwas unterschätzt. Ich gehe davon aus, dass der VfL Bochum gewarnt ist und sich akribisch auf die Partie vorbereiten wird. Außerdem scheint der VfL seit dem Trainerwechsel immer mehr in Form zu kommen. Nicht zu vergessen, dass der VfL zwei Klassen über uns spielt.

Worauf wird es ankommen, dass Sie auch das Achtelfinale erreichen?

Es ist wichtig, dass wir das Highlight im Pokal genauso angehen wie ein Ligaspiel. Wir wollen zeigen, was wir draufhaben und es den Bochumern schwer machen. Unsere Stärke ist es, dass wir nicht auf die individuelle Klasse eines einzelnen Spielers hoffen müssen. Nur als Team können wir etwas bewirken. Also bauen wir auf unser bewährtes Modell. Vorne effizient unsere Möglichkeiten nutzen und hinten den Kasten so gut es geht sauber halten.

Der 1. FC Saarbrücken hat es vor einigen Jahren geschafft: Lässt nun die SV Elversberg das Saarland im Fußballglanz leuchten?

Man spürt förmlich die Euphorie im Saarland. Schließlich hat man in der Region nicht allzu häufig Bundesligisten zu Gast. Das sind Highlights, auf die sich die fußballbegeisterten Menschen rund um Elversberg freuen.

Haben Sie sich auf eine mögliche Verlängerung oder gar ein Elfmeterschießen vorbereitet?

Gemeinsam mit dem Torwarttrainer werden wir uns bis zum Anpfiff so gut es geht vorbereiten. Dazu zählt sicherlich auch, ein Blick auf die Bochumer Elfmeterschützen zu werfen. Es kann nicht schaden, wenn man sich die zurückliegenden Strafstöße des VfL vor Augen führt und dadurch vielleicht bei dem einen oder anderen Gegenspieler die Ecke erahnen kann.

 

2. Liga mit der SVE? "Wäre traumhaft"

Nicht nur im DFB-Pokal hat die SVE bislang eindrucksvoll ihr Können unter Beweis gestellt, sondern mischt als Aufsteiger auch die 3. Liga mächtig auf. Überrascht Sie der bisherige Saisonverlauf mit 28 Punkten nach zwölf Spieltagen und der Tabellenführung?

Um ehrlich zu sein, haben wir uns am Anfang schon gefragt, wohin die Reise führen kann. Ich denke, dass uns das Auftaktspiel mit dem 5:1-Erfolg bei Rot-Weiss Essen bereits in diese Richtung gelenkt hat. Gegen einen Mitaufsteiger in die Saison zu starten, ist für beide Teams nicht ganz einfach. Wir haben aber schon in dieser Begegnung ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Diesen Weg wollen wir gerne fortsetzen und die guten Ergebnisse auch in den kommenden Wochen bestätigen.

Worin liegt das Geheimnis, dass die SV Elversberg so dominant auftritt?

Puh, wenn ich das wüsste (lacht). Aber im Ernst: Wir haben eine Mannschaft, in der jeder für jeden sein letztes Hemd geben würde. Kämpferisch sind wir eine gute Einheit. Und wie schon bereits erwähnt, am besten funktionieren wir im Gesamtkonstrukt als Mannschaft.

Sie haben erst kürzlich Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängert. Wie wichtig war es Ihnen, sich frühzeitig Klarheit zu verschaffen?

Auf jeden Fall sehr wichtig. Für einen Spieler ist es immer schön zu wissen, in welche Richtung es gehen wird. Ich freue mich, meine Zeit bei der SV Elversberg fortsetzen zu können. Die Mannschaft hatte mich nach meinem Wechsel vor über einem Jahr hervorragend aufgenommen. Und nachdem ich mir auch den Platz zwischen den Pfosten erkämpft habe, will ich nun auch zeigen, was in mir steckt. Hinzu kommt, dass ich hier bei der SVE die Möglichkeit habe, mich in Ruhe weiterzuentwickeln.

Sie stehen also mindestens noch zwei weitere Spielzeiten bei der SVE zwischen den Pfosten. Was wollen Sie in Elversberg erreichen?

In erster Linie liegt unser Fokus darauf, so viele Begegnungen wie möglich zu gewinnen. In Zukunft könnte es mit dem Klub das gemeinsame Ziel sein, an den nächsten Schritt zu denken und den erneuten Aufstieg ins Auge zu fassen. Ich für meinen Teil bin ehrgeizig genug, um eines Tages auch in der 2. Bundesliga spielen zu wollen. Es wäre traumhaft, wenn dies mit der SVE der Fall wäre.

   
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