Darmstadt hängt im Keller fest: Nur 1:1 gegen Chemnitz

In einer intensiven und zeitweise nervenaufreibenden Drittligapartie holt der Chemnitzer FC einen Punkt in Darmstadt. Danny Latza brachte die Hausherren früh in Führung (3.Minute), Benjamin Förster konnte aber noch vor der Pause ausgleichen (35.Minute). In der zweiten Halbzeit überschlugen sich dann die Ereignisse: Darmstadt 98 erzielte die zwei Abseitstore, die nicht gegeben wurden und CFC-Torjäger Anton Fink sah nach grobem Foulspiel die rote Karte. Jedoch konnten die „Lilien“ kein Kapital aus der numerischen Überlegenheit ziehen und so blieb es beim 1:1. liga3-online.de war vor Ort und analysiert die Partie.

 

SV Darmstadt 98: Jan Zimmermann (C) – Stefan Hickl, Benjamin Gorka, Aytac Sulu, Michael Stegmayer – Benjamin Baier, Elton Da Costa (66. Marcus Steegmann) – Preston Zimmerman, Danny Latza (82. Hanno Behrens), Uwe Hesse (82. Sebastian Zielinsky) – Freddy Borg

Chemnitzer FC: Phillip Pentke (20. Stefan Schmidt) – Pierre le Beau, Marcel Wilke, Toni Wachsmuth, Phillip Stenzel – Sascha Pfeffer (46. Josip Landeka), Maik Kegel, Carsten Sträßer (C), Anton Makarenko – Benjamin Förster (67. Tino Semmer), Anton Fink

Tore: 1:0 Danny Latza (3.Minute), Benjamin Förster (35.Minute)

Zuschauer: 4300

Schiedsrichter: Christian Leicher

Gelbe Karten: Sebastian Zielinsky (SV Darmstadt 98) – Benjamin Förster (Chemnitzer FC)

Rote Karte: Anton Fink (Chemnitzer FC)

 

Szenen des Spiels:

 

3.Minute: Tor für den SV Darmstadt 98 (1:0)! Traumstart für die „Lilien“! Torwart Jan Zimmermann schlägt den Ball lang und weit auf den linken Flügel, wo Uwe Hesse den Ball behauptet und in den Strafraum auf Danny Latza legt. Die Nummer 18 der Darmstädter bleibt cool und versenkt im langen Eck.

23.Minute: Erste gute Gelegenheit für den Chemnitzer FC. Anton Fink treibt den Ball durch die Mitte nach vorne, es entsteht eine 4 gegen 3 Situation. Fink könnte auf die mitgelaufenen Pfeffer oder Förster spielen, entscheidet sich jedoch für den Schuss aus gut und gerne 25 Metern. Jan Zimmermann fliegt und lenkt den gefährlichen Ball zur Ecke.

26.Minute: Nach einem Eckball legt Da Costa zurück auf Linksverteidiger Michael Stegmayer, der von der linken Strafraumkante abzieht und den Ball knapp einen Meter am Chemnitzer Tor vorbei scheißt.

29.Minute: Größte Chance für den CFC bislang! Ein Eckball von der rechten Seite kommt scharf in den „Lilien“-Strafraum und Anton Fink köpft den Ball technisch perfekt auf die linke Ecke, doch Torhüter Zimmermann macht sich ganz lang und kommt noch mit der rechten Hand an den Ball!

35.Minute: Tor für den Chemnitzer FC (1:1)! Große Aufregung nach dem Treffer von Benjamin Förster! Im Mittelfeld bleibt Freddy Borg nach einem harten Einsteigen von Wachsmuth liegen. Die Chemnitzer spielen weiter und der Ball kommt auf den linken Flügel zu Anton Makarenko, der fast von der Grundlinie aus flanken kann. Torwart Zimmermann verschätzt sich und springt unter dem Ball hindurch. Am langen Pfosten steht Förster und köpft ein, Aytac Sulu kommt einen Moment zu spät.

39.Minute: Der Ball liegt im Chemnitzer Tor, aber der Treffer zählt nicht. Nach einer langen Flanke von rechts setzt sich Preston Zimmerman gegen zwei Chemnitzer Spieler durch und spitzelt den Ball weiter zu Elton Da Costa, der den Ball aus 6 Metern ins rechte Eck schießt. Aber der Linienrichter hebt die Fahne.

Halbzeit

 

49.Minute: Freddy Borg legt im Strafraum des CFC gut ab auf Elton Da Costa, der mit seinem wuchtigen Schuss aber an Torwart Stefan Schmidt scheitert.

65.Minute: Rote Karte für Anton Fink! Rudelbildung nach einem heftigen Foul an Stefan Hickl, der es den Chemnitzern nachtut und den Ball nach einer Verletzungsunterbrechung nicht zum Gegner zurückspielt. Daraufhin stürzen sich Fink und Landeka auf den Rechtsverteidiger der Lilien und Fink holt Hickl brutal von den Beinen.

69.Minute: Wieder ein Abseitstor der Darmstädter! Ein schöner Angriff von links, Stegmayer gibt den Ball flach in die Mitte, wo Steegmann herangerauscht kommt und den Ball in den Maschen versenkt, aber auch hier entscheidet das Schiedsrichtergespann auf Abseits.

 

 

Analyse:

Gerd Schädlich, der Trainer des Chemnitzer FC, musste im Vergleich zum 0:2 in Saarbrücken fast seine komplette Viererabwehkette umstellen: Für Birk, Bankert und Hazaimeh sowie Florian Hörnig, Josip Landeka und Tino Semmer spielten Toni Wachsmuth, Pierre le Beau, Marcel Wilke, Anton Makarenko, Maik Kegel und Benjamin Förster. Dirk Schuster baute seine „Lilien“ auf zwei Positionen um: Während am letzten Samstag in Dortmund (0:1) noch Sebastian Zielinsky und Hanno Behrens begannen, starteten nun Uwe Hesse und Elton Da Costa. Die Partie begann mit einem Paukenschlag, nach nur drei Minuten erzielte Danny Latza die Führung für den SV Darmstadt 98. Dieses Tor gab den Hausherren viel Selbstvertrauen, doch Chemnitz hielt kämpferisch ebenfalls gut dagegen. Es entwickelte sich in der Folge ein intensives Spiel mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten, was zumindest die Fans der Darmstädter gewundert haben sollte, waren doch gelungene Offensivaktionen in den letzten Spielen eher die Ausnahme. Nicht so am heutigen Abend, immer wieder rollten Angriffswellen auf das CFC-Tor, doch wirklich zählbares sprang nicht dabei heraus. Nach 20 Minuten musste Chemnitz dann seinen Torhüter wechseln, Philipp Pentke verletzte sich an der linken Schulter, für ihn kam Ersatzkeeper Stefan Schmidt. In der 23.Minute dann deutete Anton Fink seine Torgefährlichkeit an: Der 18-Tore-Mann zog aus der Entfernung ab und zwang Torwart Jan Zimmermann zu einer Parade, wie auch in der 29.Minute, als er den „Lilien“-Keeper mit einem Kopfball zu einer noch glanzvolleren Rettungstat bewog. In der 35.Minute fiel dann das 1:1, welches in der Entstehung allerdings höchst umstritten war: „Fair Play wurde heute mit Füßen getreten“, ärgerte sich Darmstadts Coach Dirk Schuster (übrigens gebürtiger Chemnitzer) auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, während auch CFC-Trainer Gerd Schädlich ein „gewisses Verständnis“ für den Frust äußerte.

Nach einem harten Einsteigen blieb Darmstadts Freddy Borg auf der Höhe des Mittelkreises liegen, Chemnitz spielte jedoch weiter, während die Darmstädter eigentlich darauf warteten, dass der Ball ins Aus gespielt wird. Stattdessen flankte Makarenko von links, Zimmermann flog unter dem Ball hindurch und Benjamin Förster köpfte das 1:1. Darmstadt versuchte es in der Folge oftmals mit langen Bällen auf den schnellen Hesse, was ja bereits beim 1:0 gut funktionierte, in der Folge fehlte jedoch oftmals die Genauigkeit. Die Ausnahme bildete da die 39.Minute, als Zimmerman gut den Ball behauptete und Da Costa seine Vorlage im Chemnitzer-Tor unterbrachte, dem Treffer jedoch wegen Abseits die Anerkennung seitens des Schiedsrichters verweigert wurde.

Nach der Pause hatten die Gastgeber die erste gute Gelegenheit, aber Da Costa scheiterte nach guter Vorlage von Borg (49.). Hoch her ging es in der 65.Minute, da sich Darmstadts Rechtsverteidiger Stefan Hickl revanchierte und seinerseits den Ball nicht an die Chemnitzer zurückgab. Daraufhin grätsche ihn Anton Fink brutal um, worauf sich eine große Spieltraube bildete. Schiedsrichter Leicher zeigte Fink in der Folge die rote Karte. Chemnitz zog sich fortan zurück, spielte zeitweise ein 5-4 System und hoffte auf schnelle Konter über die eingewechselten Landeka und Semmer. bDarmstadt erzielte durch Marcus Steegmann in der 69.Minute wiederum ein Tor, welches aber zum zweiten Male wegen Abseits nicht gegeben wurde. Darmstadt rannte bis zum Ende an, doch das Chemnitzer Tor konnte nicht mehr wirklich in Gefahr gebracht werden. Unterm Strich steht ein 1:1 Unentschieden, dass Darmstadt im Abstiegskampf auf der Stelle treten lässt, während Chemnitz den 6.Platz hält. Im Vergleich zu den vorigen Partien entwickelte Darmstadt viel Torgefahr, mit ein wenig mehr Glück, hätte am Ende der Sieg stehen können. Chemnitz wird in jedem Fall mindestens im nächsten Spiel auf Anton Fink verzichten müssen.

 

Schiedsrichter:

Schwierige Partie für den Schiedsrichter, der einige knifflige Situationen zu lösen hatte. Zwei Tore der Darmstädter wurden wegen Abseits aberkannt, auch sonst pfiff er viele Situationen zu ungunsten der Hausherren und brachte so das Publikum gegen sich auf.

 

Spieler des Spiels: Michael Stegmayer (SV Darmstadt 98)

Der Linksverteidiger initiierte immer wieder Angriffe über seine Seite, zeigte hohen kämpferischen Einsatz und kluge Flanken und Pässe. Hatte in der 26.Minute das 2:0 auf dem Fuß.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Gerd Schädlich (Trainer Chemnitzer FC): "Wir wussten schon, dass das heute ein ganz schwieriges Spiel wird, Darmstadt hat unbedingt den Dreier gebraucht. Wir hatte nicht die Absicht die Darmstädter ins Spiel kommen zu lassen, haben dann aber nach einem Eckball schlecht verteidigt. Wir haben auf diesem schlechten Boden trotzdem versucht Fußball zu spielen. Dann haben wir meiner Meinung nach verdient den Ausgleich erzielt. Mein Kollege wird sicher sauer sein, kann ich auch verstehen. Aber wir standen nicht weit weg, dass war kein Foul. Das ist eine Unart, dass die Spieler so lange liegen bleiben. Hätte ich auch so gesehen, wenn das bei uns so gewesen wäre. Zweite Halbzeit war es ein Kampfspiel, die Situation Fink kann ich nicht einschätzen, da war ich zu weit weg. Ich denke aber, dass die Mannschaft gut gekämpft hat und sich den Punkt verdient hat."

 

Dirk Schuster (Trainer SV Darmstadt 98):"Es war ein sehr emotionales Spiel. Für mich gehört Chemnitz zu den 5 besten Teams der Liga, wir wollten mutig und schnell nach vorne spielen. Das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt und Chemnitz hat gezeigt, warum wir sie so stark eingeschätzt haben. Fink und Förster haben sehr gut harmoniert, einer ist immer zurück ins Mittelfeld und hat am Spiel teilgenommen. Beim 1:1 kann man dann auch alles schönreden, aber es ist halt so. Hier wurde heute Fairplay mit Füßen getreten. Dann ist uns nach der Halbzeit noch ein Tor gelungen, was uns leider abgepfiffen wurde. Ich denke, wir gehen hier mit 2 Punkten zu wenig raus. Unabhängig davon hat die Mannschaft ein geiles Spiel gezeigt. Wenn ich mir das Spiel anschaue, macht das Mut. Heute haben wir es besser gemacht als in Dortmund, es gilt nun darauf aufzubauen.

  

FOTO: Flohre Fotografie

   

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