Stuttgart II empfängt den Halleschen FC: Duell der Torwarttalente

Bereits am kommenden Freitag um 18.30 Uhr treffen sich die Zweitvertretung des VfB Stuttgart und der Hallesche FC, um den sechsten Spieltag der laufenden Drittligasaison einzuläuten. Es ist ein Duell zweier Teams, die schlecht in die Saison starteten, in den letzten Wochen aber Erfolgserlebnisse sammeln konnten. Während die Stuttgarter nach drei sieglosen Spielen zu Beginn nun zwei Siege gegen Saarbrücken und die Stuttgarter Kickers einfahren konnten, sicherte sich der HFC am vergangenen Wochenende gegen die SV Elversberg den ersten Dreier der Saison. So sind beide Mannschaften bestrebt, den Weg des Erfolges weiterzuverfolgen und möglichst wieder drei Punkte zu sichern.

Vlachodimos gegen Müller

Während es in der ersten Mannschaft des VfB Stuttgart zurzeit gefährlich rumort und man im Laufe der Woche gar Trainer Bruno Labbadia entließ, ist die Stimmung in der U23 der Schwaben bestens. Nach den im Saisonübergang üblichen Wechselspielen innerhalb von Zweitvertretungen gelang es den Stuttgartern, eine Achse aus spielstarken und erfahrenen Spielern zu errichten, die den jungen Talenten den Weg weist. Wichtigster Mann ist, neben Kapitän und Identifikationsfigur Tobias Rathgeb, Marco Grüttner. Vom Lokalrivalen Stuttgarter Kickers gekommen, soll der 27-jährige Ludwigsburger für die nötigen Tore sorgen. In der vergangenen Saison schoss er im Trikot des Nachbarn 18 in 37 Spielen. Zweiter wichtiger Neuzugang ist Torhüter Kevin Müller. Zwar verfügen die Stuttgarter, die für ihre Torwartschule bekannt sind, mit Odisseas Vlachodimos bereits über einen der talentiertesten jungen Keeper Deutschlands, allerdings ist bei Müller die Erfahrung Trumpf. 27 Zweit- und 38 Drittligaspiele stehen auf dem Konto des Ex-Rostockers, zudem absolvierte er sieben Spiele für die U20-Nationalmannschaft. Da Vlachodimos langsam an die Bundesligamannschaft herangeführt werden soll, steht mit Müller und ihm im Grunde eine „doppelte Nummer Eins“ im Tor des VfB. Doch auch auf dem Rasen tummelt sich geballtes Potenzial. Zwar verlor man Antonio Rüdiger endgültig an die Bundesligamannschaft, ist aber nach wie vor für die Ausbildung von Toptalent Timo Werner (17, vor kurzem mit dem Bundesligadebüt) und Samis jüngerem Bruder Rani Khedira (19) verantwortlich. Letzterer ist neben Rathgeb der Chef im zentralen Mittelfeld und schon jetzt ähnlich interessant wie sein bekannter Bruder.

Kleinheider gegen Kisiel

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Hallesche FC mit großem Respekt auf das Freitagsspiel schaut. Zusätzlich zur Mannschaft des Gegners hängt das aber auch mit der bisherigen Auswärtsschwäche der Saalestädter zusammen. Während der HFC trotz zweier Niederlagen zuhause immer sehr engagiert und mutig auftrat, versagten in den Auswärtspartien gegen Erfurt (0:3) und Kiel (0:1) regelmäßig die Nerven. Vor allem gegen Kiel fanden die Rot-Weißen nicht in die Spur, waren für die Holsteiner ein leichter Gegner. Das soll nun nach dem Premierensieg gegen Elversberg anders werden. Grund dafür ist einmal mehr Timo Furuholm, dessen Debüt am vergangenen Wochenende ein Happy End nahm, als der Stürmer in der Nachspielzeit mit seinem 2:0 die ersten drei Punkte der Saison eintütete. Unabhängig vom finnischen Bomber, geht auch der HFC mit einer interessanten Torwartkonstellation in das Spiel. Am vergangenen Wochenende und gegen Kiel hatte Pierre Kleinheider den bisher sicheren, aber verletzten Stammkeeper Dominik Kisiel vertreten. Zeigte er bei seinem Debüt gegen Kiel noch eine durchwachsene Leistung, so avancierte er eine Woche später im heimischen ERDGAS-Sportpark zum heimlichen Matchwinner, der den Elversbergern so manche Chance ins Nichts verpuffen ließ. Nun ist Kisiel wieder einsatzbereit, allerdings äußerte sich Trainer Sven Köhler bisher nicht zur Torwartposition. Normalerweise dürfte die Tendenz aber zu Kleinheider gehen, da Kisiel erst unter der Woche ins Training einstieg und es keinen rationalen Grund gäbe, Kleinheider wieder aus dem Tor zu nehmen. Neben Kisiel lichtet sich das Lazarett der Hallenser wieder zunehmend. Gogia und auch Brügmann stiegen wieder ins Mannschaftstraining ein, ob sie ihren Einsatz bekommen werden, wird sich zeigen. Genauso wie das System, mit dem Trainer Sven Köhler an das kommende Auswärtsspiel herangehen wird. Es ist schwer zu glauben, dass die Saalestädter auch auswärts mit dem neuartigen 4-4-2 des Elversberg-Spiels antreten werden.

Fazit:

Es wird ein Spiel auf Augenhöhe im Stuttgarter Gazi-Stadion. Beide Mannschaften sollten nach ihren letzten Erfolgen eine deutlich bessere Moral aufweisen. Interessant wird zu beobachten sein, ob der HFC mit Furuholm ähnlich druckvoll auftritt, wie zuletzt nur in den Heimspielen.

So könnten sie spielen:

VfB Stuttgart II: Vlachodimos (Müller) – Lang, Vier, Geyer, Leibold – Rathgeb – Kiefer, Khedira – Janzer – Riemann, Grüttner

Hallescher FC: Kleinheider (Kisiel) – Baude,Kojola, Franke, Ziebig – Zeiger, Wagefeld – Schmidt, Lindenhahn, Betram – Furuholm

 

FOTO: Marcel Junghanns [Klettermaxe Photographie | Fototifosi]

   
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