Stöckner: "Gefühlt sind nur Maschinen auf dem Platz"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Verls Kapitän Julian Stöckner über die bisher starke Saison des Aufsteigers, erfüllte Erwartungen an die 3. Liga, Ziele und das kommende Duell mit dem seit sechs Spielen unbesiegten Halleschen FC.

"Haben Potential, um nicht bloß um den Klassenverbleib zu kämpfen"

liga3-online.de: Elf Spiele, 20 Punkte: Wie bewerten Sie den Saisonstart in die erste Drittliga-Saison der Vereinsgeschichte, Herr Stöckner?

Julian Stöckner: Sehr positiv. Es hätten zwar auch noch ein paar Punkte mehr sein können, aber wir sind grundsätzlich zufrieden.

Zwei Nachholspiele hat Verl noch zu absolvieren, der Rückstand zur Spitze beträgt trotzdem nur fünf Punkte. Glauben Sie, dass Sie sogar oben angreifen können?

Wir schauen tatsächlich wenig auf die Tabelle. Die 3. Liga ist dafür bekannt, dass es sehr eng zugeht und sich das Tabellenbild extrem schnell verändern kann. Deshalb versuchen wir, den Fokus immer nur auf das kommende Spiel zu legen. Wir haben aber bewiesen, dass wir schwierig zu bespielen sind und durchaus das Potential haben, in der 3. Liga nicht bloß um den Klassenverbleib zu kämpfen.

Wie erklären Sie sich die bisher so erfolgreiche Saison?

Da spielen einige Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal sind wir breit aufgestellt. Mit unserem 25-Mann-Kader können wir in den vielen Englischen Wochen hervorragend rotieren. Hinzu kommt, dass das Trainerteam klasse Arbeit leistet. Außerdem schwingt auch die Aufstiegseuphorie mit. Die Freude ist immer noch riesig, dass wir in der 3. Liga spielen dürfen.

Gibt es dennoch Dinge, die in der 3. Liga noch nicht so gut funktionieren?

Uns fehlt ein wenig die Abgezocktheit, die andere Teams auszeichnet. Das hat sich beispielsweise bei den Niederlagen gegen den FC Ingolstadt und Hansa Rostock bemerkbar gemacht. Daran müssen wir noch arbeiten.

Es ist nicht nur für den SC Verl, sondern auch für Sie persönlich das erste Jahr im Profifußball. Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Absolut. Es ist einfach nur geil, so gut wie jede Woche ein Kracherspiel gegen einen großen Traditionsverein zu haben. Nach so vielen Jahren in der Regionalliga ist das gerade immer wieder aufs Neue etwas Besonderes für mich. Natürlich wäre es noch schöner, wenn es keine Corona-Pandemie gäbe und die Stadien mit tausenden Zuschauern gefüllt wären. Aber wir haben die Situation zu akzeptieren und sind froh, dass wir überhaupt spielen dürfen. Dieses Glück haben die meisten Spielklassen unterhalb der 3. Liga leider nicht.

 

"Unterschied zur Regionalliga ist größer als gedacht"

Hat Sie in der 3. Liga auch etwas überrascht?

Der qualitative Unterschied zur Regionalliga ist sogar größer als gedacht. Gefühlt sind nur Maschinen auf dem Platz. (lacht) Die Intensität ist das komplette Spiel über extrem und man ist in jeder einzelnen Sekunde gefordert. Man darf nicht einmal einen Augenblick abschalten, ansonsten wird man dafür direkt bestraft.

Seit 2014 kicken Sie für Verl, mit dem Aufstieg in die 3. Liga haben Sie sich schon einen großen Traum erfüllt. Welche Ziele verfolgen Sie noch mit dem SCV?

Ich möchte meinen Teil zu einer weiter so erfolgreichen Entwicklung beitragen. Wir alle haben das Ziel, den Verein in der 3. Liga zu etablieren.

Am Sonntag ist der Hallesche FC zu Gast, der seit sechs Begegnungen nicht verloren und zuletzt dreimal in Folge gewonnen hat. Wie wollen sie die Serie des HFC stoppen?

Halle hat definitiv einen guten Lauf und der HFC-Kader ist mit vielen starken Einzelspielern gespickt. Es ist insgesamt ein abgezocktes und erfahrenes Team, das uns alles abverlangen wird. Allerdings schauen wir immer zuerst auf uns und orientieren uns nicht zu sehr am Gegner. Wir wissen, was wir können, und haben mit unserem einzigartigen Spielstil das Zeug dazu, jedes Spiel zu gewinnen.

   
  • Halleball

    Wünsche dem SC Verl alles Gute für die Saison, nur nicht am Sonntag.

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