Stimmung, Bilanz, Fans: Alle Infos zum Westsachsen-Derby

Am Sonntag (14 Uhr) ist es soweit: Erstmals nach 22 Jahren treffen Erzgebirge Aue und der FSV Zwickau wieder in einem Ligaduell aufeinander. liga3-online.de liefert alle wichtigen Infos vor dem mit Spannung erwarteten Derby.

Das Krisenderby

Ausgangslage: In das Derby gehen beide Klubs, die nur 20 Kilometer voneinander entfernt liegen, mit Negativserien. Während der FSV Zwickau aus den letzten sechs Partien nur vier Punkte holen konnte und Rang 14 belegt, ist Aue als einziges Team der Liga noch gänzlich ohne Sieg und rangiert mit nur drei Zählern und erst vier Toren am Tabellenende.

Stimmung: Beide wollen unbedingt gewinnen, der Druck liegt nach dem historischen Fehlstart aber eher bei den Veilchen. "Es zählt nur der Sieg, auch ein Unentschieden hilft uns nicht", brachte es Dimitrij Nazarov nach der Niederlage in Essen auf den Punkt. Trainer Timo Rost sagte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Wir wissen, was uns erwartet. Aber für uns ist entscheidender, was wir machen – nämlich mit Entschlossenheit und Energie auf den Platz zu gehen." Bei einer erneuten Niederlage könnte es das für den 44-Jährigen bereits gewesen sein – allen Treuebekenntnissen von Präsident Helge Leonhardt zum Trotz.

Auch der FSV ist heiß, wie Davy Frick bei "Tag24" durchblicken lässt: "Ich bin ehrlich gesagt überwältigt, wie sehr dieses Duell die Leute in Zwickau schon seit Wochen bewegt. Du wirst immer wieder von Fans darauf angesprochen und merkst, wie sehr sie dem entgegenfiebern und was ein Sieg über Aue bedeutet. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass in vielen Firmen Anhänger beider Vereine arbeiten und da will sich niemand am Tag danach die Häme anhören, weil sein Klub das Derby verloren hat. Das wirkt dann ein halbes Jahr bis zum Rückspiel nach."

Personal: Bei Aue wird nach aktuellem Stand nur Torhüter Martin Männel (Trainingsrückstand nach Meniskusschaden) sicher fehlen, fraglich ist noch der Einsatz von Marvin Stefaniak (Muskelfaserriss). Deutlich angespannter ist die Personallage bei den Schwänen: Neben Kapitän und Stammkeeper Johannes Brinkies (Muskelbündelriss im Oberarm) fehlen auch Yannik Möker (Schambeinentzündung), Till Streller (Meniskusschaden) und Noel Eichinger (Mittelfußbruch).

Bilanz: 73 Liga-Duelle zwischen beiden Klubs weist das Portal "fussballdaten.de" aus. 33 gingen an Aue, während Zwickau erst 17 Mal gewinnen konnte. Letztmalig trafen beide Klubs im Mai 2016 im Finale des Sachsenpokals aufeinander. Mit 1:0 behielt Aue die Oberhand. Das letzte Ligaduell liegt über 22 Jahre zurück und datiert vom 10. Mai 2000. Damals setzte sich der FSV mit 1:0 durch. Den letzten Auswärtssieg in Aue feierte Zwickau im März 1994.

Schiedsrichter: Wer das Derby pfeift, steht noch nicht fest.

 

Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Zuschauer: Bis Donnerstagvormittag waren 10.400 Tickets verkauft, darunter 1.700 für den Gästeblock, der damit ausverkauft ist. Die Tageskassen bleiben am Spieltag geschlossen, allerdings wird der Onlineshop bis Spielbeginn freigeschaltet sein. Insgesamt rechnet der FCE mit 12.000 bis 14.000 Zuschauern. Ganz ausverkauft wird das Erzgebirgsstadion (16.485 Plätze) wohl nicht.

Stadion-Öffnung & Anreise: Das Stadion öffnet bereits um 12 Uhr und damit zwei Stunden vor Anpfiff. Heimfans, die mit dem Auto anreisen, sollen kostenfreie Parkplätze in der Innenstadt ansteuern, darunter auf dem Anton-Günther-Platz. Von dort fahren ab 11:30 Uhr kostenlose Shuttle-Busse zum Stadion und nach Spielende auch wieder zurück. Zudem schreibt der FCE auf seiner Homepage: "Der P 10 (Fahrschule) steht für unsere Parkkarteninhaber diesmal nicht zur Verfügung. Bitte den Ausweichparkplatz bei den Stadtwerken nutzen. Der städtische Parkplatz (gegenüber Mc Donalds) ist wegen Bauarbeiten nur eingeschränkt nutzbar!" Darüber hinaus weist der Klub darauf hin, dass für Aue-Fans aus Richtung Lößnitz wegen sicherheitstechnischer Gründe keine Durchfahrt zum Erzgebirgsstadion möglich ist. Die B169 wird zeitweise vollgesperrt. Ein Zugang zu den Blöcken H und I hinter der Sporthalle ist bei diesem Spiel nicht möglich. Der geplante Sonderzug von Chemnitz Hbf nach Aue kann derweil nicht fahren, da die Fahrzeuge wegen Streckensperrung nicht überführt werden können.

Gästefans, die mit dem Auto anreisen, werden gebeten, die Autobahnabfahrt Stollberg West zu nutzen und dann auf der B169 Richtung Aue zu den Parkplätzen P8 bis P11 zu fahren. Für Zugfahrer wird ein Sonderzug mit 600 Plätzen eingesetzt. "Der Zug wird in Lößnitz am unteren Bahnhof ankommen, wo dann auch die Autofahrer dazu stoßen sollen, damit alle FSV-Fans gemeinsam die letzten 2 Kilometer zum Stadion antreten können", schreibt der FSV auf seiner Homepage. Die finale Abfahrtszeit soll noch bekanntgegeben werden.

Polizei: Um die als Hochrisikospiel eingestufte Partie abzusichern, wird die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Es sollen sogar mehr Beamte im Einsatz sein als vor zwei Wochen beim Derby gegen Dynamo Dresden. Auch die Anzahl der Ordner soll aufgestockt werden, um Ausschreitungen wie beim letzten Aufeinandertreffen beider Klubs im Mai 2016 zu verhindern.

TV-Übertragung: Live zu sehen ist die Partie exklusiv bei "MagentaSport". Die Vorberichte aus dem Erzgebirgsstadion beginnen um 13:45 Uhr. Als Moderatorin fungiert Stefanie Blockwitz, kommentiert wird die Partie von Andreas Mann. Im Free-TV beim MDR ist ab etwa 17 Uhr eine ausführliche Zusammenfassung der Partie zu sehen.

Wetterlage: Beim Anstoß am Sonntag um 14 Uhr sind 19 Grad bei einem Mix aus Sonne, Wolken und etwas Regen vorhergesagt.

   
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